An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!
1. FDP-Chef Wolfgang Kubicki zeigt mal wieder, dass er der Prototyp des peinlichen alten weißen Mannes ist. So war er sich nicht zu schäbig dafür, einen laschen Scherz über die neue Stelle von Annalena Baerbock (Grüne) an der Columbia-Universität in New York zu machen, der selbst bei einigen eigenen Parteigenossen nicht gut ankam, wie aus einem Artikel von t-online hervorgeht. Dafür liegt er damit auf einer Linie mit rechten Pöblern, die ins gleiche tumbe Horn tröten. Gut, da gehören Kubicki und seine Partei, die ja immerhin so einen Typen zum Vorsitzenden gewählt hat, dann wohl auch hin.
2. Windenergie ist ein Erfolgsmodell in Schleswig-Holstein! So berichtet ein Artikel vom NDR, dass dort mittlerweile zehn Gigawatt installiert wurden. Damit hat das nördlichste Bundesland mit Abstand die meiste Windkraft im Verhältnis zur Fläche. Und: Schleswig-Holstein erzeugt etwa doppelt so viel Strom, wie dort verbraucht wird. Woran es jetzt noch fehlt, sind Speicherlösungen, denn die Energie wird nicht konstant erzeugt. Und eine Neubesetzung im Bundeswirtschaftsministerium wäre auch nicht schlecht, damit von dort aus nicht immer wieder die erneuerbaren Energien torpediert würden.
3. Die Verrohung greift immer weiter um sich. So mussten in einem Freizeitpark in Oberhausen mehrere Personen, überwiegend Mütter, vor einer Hüpfburg von der Polizei auseinandergebracht werden, weil dort ein Streit aufgrund von „Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit spielenden Kindern“ derart eskalierte, dass es zu Handgreiflichkeiten kam, wie aus einer Meldung von t-online hervorgeht. Die Kinder durften sich das alles mit ansehen – richtig toll, was die dann daraus lernen.
4. Die rechtsextreme Vereinigung „Artgemeinschaft“ wurde 2023 verboten, was auch vom Bundesverwaltungsgericht noch einmal bestätigt wurde. Nach wie vor finden allerdings Treffen von diesen Leuten statt, sodass nun eine groß angelegte Razzia durchgeführt wurde, bei der dann beispielsweise auch allerhand Nazi-Devotionalien gefunden wurden. Und wenig überraschend, sind da laut einem Artikel von ntv auch zwei AfD-Landtagskandidaten aus Sachsen-Anhalt mit dabei. Tja, das passt nun irgendwie nicht so gut zum harmlos-bürgerlichen Bild, was Ulrich Siegmund dem Landesverband gern verpassen möchte, wenn da lupenreine Neonazis mit auf den Listen stehen.
5. Dana Heide stellt in einem Kommentar im Handelsblatt fest, dass die Häme und Hetze gegen die ehemalige Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne), weil diese nun einen Lehrauftrag der Columbia Universität angenommen hat nach ihrer Tätigkeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung, nicht nur sehr peinlich, sondern auch symptomatisch für das Verhunzen der Debattenkultur von Rechtsaußen ist. Da geht es nicht um inhaltliche Kritik, sondern darum, Personen (oft Frauen) niederzumachen, was dann schon öfter zu einem Rückzug der so Geschmähten aus der Öffentlichkeit geführt hat. Und da muss man gar kein Fan von Baerbock sein, um das genauso zu sehen. Gruselige Entwicklung!
6. Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz eine Sache gut kann, dann ist es, die beleidigte Leberwurst zu spielen. So auch bei einer RTL-Sendung mit dem Titel „Am Tisch mit Friedrich Merz“, über die ein Artikel im Tagesspiegel berichtet und in der er sich deutliche Kritik der Kinderärztin Bea Merscher anhören durfte an der Gesundheitsreform der Bundesregierung. Diese sei ein Sparpaket, das vor allem die Patienten, aber auch Ärzte belaste, und damit würde Merz seinen Amtseid brechen. Daraufhin würde Merz dann zickig und meinte, das ginge zu weit, und auch ein nach der Sendung vorgebrachtes Gesprächsangebot Merschers lehnte er ab – und lachte sie dabei auch noch herablassend aus. Ja, ja, so kennt man die Fritzpiepe … und dann wundert er sich, dass er reichlich unbeliebt ist. Woran das wohl liegt?
7. DerDara nimmt sich in einem etwa 22-minütigen Video auf seinem YouTube-Kanal mal den AfD-Spitzenkandidaten von Sachsen-Anhalt vor. Und da sieht man ganz deutlich, dass Ulrich Siegmund in Talkrunden im Vorfeld der Landtagswahl zum einen überhaupt keine Lösungen anzubieten hat, sondern immer nur sagt, was nicht gut läuft, und zum anderen nicht einmal zu seinem eigenen Parteiprogramm steht. Dieses ist nämlich mitunter so krass und widerlich, dass er offenbar denkt, es könnte seinem Image als braver Saubermann schaden, wenn er konkrete Sachen daraus benennt, wie beispielsweise, dass die AfD es Kinderschändern leichter machen möchte, sich an ihren Opfern zu vergehen. Peinlich, peinlich, was Siegmund abliefert – wie kann man so eine Luftpumpe nur wählen?
8. Veronika Bohrn-Mena wurde vom österreichischen Rechtspopulisten Gerald Grosz in rufschädigender Weise in einem seiner Social-Media-Beiträge dargestellt. Dagegen klagt die Betroffene, der Prozess findet im September statt. Nun wurde gerade ein Mann verurteilt, der diesen Beitrag von Grosz geteilt und somit weiterverbreitet hat, wie in einem Artikel des Blogs Bohrn & Mena berichtet wird, und das zu zwei Wochen Freiheitsstrafe mit dreijähriger Bewährungsstreit. Das ist kein Pappenstil, aber insofern begrüßenswert, dass endlich auch einmal gegen jemanden geurteilt wurde, der sich in der vermeintlichen digitalen Sicherheit an einem Hassmob beteiligt hat.
9. Vor Rügen wurde der Buckelwal, der auf den Namen Hartwin getauft wurde, tot aufgefunden. Schon mal was von dem gehört? Vermutlich eher nicht, denn einen derartigen Medienzirkus wie bei seinem Artgenossen Timmy (oder Hope, wie sie später genannt wurde, als man feststellte, dass es ein Weibchen ist) gab es nicht. Und das ist auch gut so, stellt Stefan Kruecken in seiner Kolumne für den Ankerherz-Verlag fest, denn so ist dem Tier mit Sicherheit ziemlich viel Leid erspart geblieben. Zudem zeigt Hartwin, wie grotesk das ganze Theater um Timmy bzw. Hope gewesen ist, denn letztlich ist ein verendendes Tier in der Natur doch was ganz Normales.
10. Das VW-Management hat einen miesen Job gemacht, weil man die Zeichen der Zeit nicht erkannte (Stichwort: E-Mobilität), und nun dürfen die Beschäftigten das ausbaden, weil ihnen Jobverlust droht. Als wenn das nicht schon übel genug wäre, macht nun VW-Vorstandschef Oliver Blume auch keine glückliche Figur, wenn es darum geht, den Angestellten zu verklickern, wie ihre Zukunft aussehen wird, wie aus einem Artikel in der taz hervorgeht. Da frage ich mich doch, wofür solche Leute Riesengehälter erhalten, wenn sie doch offenbar kaum irgendwas auf die Reihe bekommen.
11. Der Extremismusforscher Bastian Stock hat sich in einem Artikel auf Belltower News mit den sogenannten Active Clubs beschäftigt. Das sind rechtsextreme Kampfsportgruppen, die keine expliziten Vereinsstrukturen haben, sondern die sich über das gemeinsame Bekenntnis zum Faschismus definieren. In Deutschland sind die Active Clubs, über die gerade einige Medien berichtet haben, allerdings nicht so bedeutend, wie sie erscheinen, denn zwischen der Social-Media-Präsenz und der tatsächlichen Aktivität klafft doch eine ziemlich große Lücke. Zudem gibt es hierzulande auch schon andere Angebote für kampfsportbegeisterte Neonazis. Alles in allem dennoch sehr beunruhigend, wie ich finde.
12. Ein 26-Jähriger AfD-Anhänger (und auch sonst offenbar eine reichlich verkrachte Existenz) hat in Uelzen den 30-jährigen Muslim Ayoub F. mit einem Messer von hinten erstochen. Vorausgegangen waren dieser Tat, wie aus einem Artikel der taz hervorgeht, bereits Drohungen gegen migrantische Jugendliche, und auch sonst sollte eigentlich kein Zweifel bestehen, dass der Mörder aus rassistischen Gründen gehandelt hat. Allerdings sah das Gericht das nun absurderweise anders. Zwar wurde der Täter zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber eben nicht aufgrund einer rassistischen Tat. So taucht dieser Mord dann auch nicht in den Statistiken als rechte Gewalt auf. Einfach nur absurd.

