Interessantes aus KW 43/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Der Comedian Kurt Krömer hat ja zurzeit eine ziemlich Dauerfehde mit der AfD am Laufen, weil er immer wieder deutliche Worte der Ablehnung in Richtung der Blaubraunen findet. Darauf reagiert die AfD nun mit Anzeigen (was sie selbst ja gern anderen Politikern vorwerfen), nachdem Krömer feststellte, dass er keine AfD-Jünger im Publikum bei seinen Veranstaltungen haben möchte. Und er legt, wie ein Artikel auf t-online berichtet, noch weiter nach: Nachdem er ein beschwichtigendes Video in Richtung AfD ins Netz gestellt hat, folgte am nächsten Tag dann augenblicklich eine Distanzierung davon, und das Ganze wirkt durchaus so geplant, um Blauzis weiter zum Schäumen zu bringen. Sehr schön, so springt man mit denen um – ich hoffe nur, dass Krömer nun nichts passiert, denn Rechtsextreme sind ja nun mal durchaus für ihre Gewalttätigkeit bekannt.

2. Während die ZDF-Satiriker Kurz Krömer, Jan Böhmermann und Fabian Köster zurzeit gerade von der AfD eingeschüchtert und verklagt werden, macht der Sender diesmal alles richtig, findet Joachim Huber in einem Kommentar im Tagesspiegel. Denn es stärkt den dreien den Rücken und gibt eben nicht angesichts der Attacken der Blaubraunen, die mal wieder zeigen, dass sie unter Meinungsfreiheit nur verstehen, ihre eigene Meinung widerspruchslos rauskrakeelen zu dürfen klein bei. Damit zeigt man vor allem auch den Zuschauern, die Kritik an der AfD zu schätzen wissen, dass man darauf zukünftig nicht verzichten wird. Richtig so!

3. Was sich unter dem recht harmlosen und etwas bürokratische anmutenden Begriff „Beitragsstabilisierungsgestz“ verbirgt, ist nichts anderes als eine Demontage unseres Gesundheitssystems, wie in einem Artikel der taz erläutert wird. Für gesetzlich Versicherte dürfte es nämlich zunehmend schwieriger werden, Termine bei Fachärzten oder für speziellen Untersuchungen, wie beispielsweise MRT, zu bekommen, da die Ärzte diese nur noch in geringerem Maße erstatten bekommen von den Kassen. Grund dafür ist, dass mehr Leistungen ins begrenzte Budget der Ärzte einfließen, die zuvor extrabudgetär vergütet wurden. So werden wir bald keine Zwei-, sondern eine Dreiklassenmedizin haben – Gesundheit und Vorsorge nur für die, die es sich leisten können.

4. Bei den Videoaufnahmen, die laut einem Artikel der Kieler Nachrichten heimlich im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Kellinghusen gemacht wurden, kann einem wahrlich der Appetit vergehen. Diese zeigen nämlich, dass Schweine teilweise vor der Betäubung verstümmelt und auch anderweitig gequält werden. Das Unternehmen spricht natürlich von „Einzelfällen“, die Tierschützer von Animal Rights Watch, denen die Aufnahmen zugespielt wurden, gehen jedoch eher von systematischen Missständen aus. Ein weiterer perverser Auswuchs der Massentierhaltung, die im Grunde endlich komplett abgeschafft gehört.

5. In Frankreich kam es zu massiven und teilweise auch gewalttätigen Protesten. Diese hatten ihren Ursprung in Schülerdemonstrationen für höhere Bildungsausgaben, doch schon bald schlossen sich andere Gruppierungen an, sodass eine allgemeine Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht wird. Rechte Kreise (auch in Deutschland) versuchen nun, aus dieser diffusen Gemengelage politisches Kapital zu schlagen, indem die Ausschreitungen Linken und Migranten in die Schuhe geschoben werden. Dass dies allerdings so wohl eher nicht zutrifft, erläutert der Frankreichexperte Yann Wenert in einem Interview mit ntv und betont, dass man zurzeit noch überhaupt nicht sicher sagen können, wer nun für die Gewalt in erster Linie verantwortlich ist.

6. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert sich über unzutreffende Kommentare zu den Ausschreitungen bei den Protesten in seinem Land. So fand er deutliche Worte in Richtung Donald Trump und anderer, die meinen, nun ihr rechtes Süppchen kochen zu können, indem sie Lügengeschichten über die angeblich migrantischen Randalierer verbreiten, wie eine Meldung auf tagesschau.de berichtet. Da solche Aussagen Wasser auf die Mühlen der rechtsradikalen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom Front National sind, kann man hier durchaus von einer ausländischen Einmischung in den französischen Wahlkampf sprechen, denn im kommenden Jahr sind dort ja Präsidentschaftswahlen.

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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