Wissen ist eine Form der Vergangenheit

Das Internet ist ein Multiplikator für so viele Dinge, denn es hat unseren Ereignishorizont mal eben ins Globale verschoben (was vorher nur in Ausschnitten über das Fernsehen und die Zeitungen der Fall war). So ist es auch mit der Meinung: Sie wird auf vielen Kanälen kundgetan, und die (un)sozialen Medien bieten neben Blogs und Foren reichlich Raum und entsprechende Vielfalt. Was aber scheinbar immer wieder in Vergessenheit gerät, ist die einfache Tatsache, dass „Wissen“ sich auf die Vergangenheit bezieht. Es ist eigentlich einfach, denn wissen kann man nur, was bereits passiert ist, alles andere ist und bleibt spekulativ. Das wird aus meiner Sicht nicht wirklich so gelebt, wenn ich sehe, wie viele Expert:innen es auf den verschiedenen Plattformen (inkl. TV und Radio) so gibt. Sämtliche Meinungen, die heute noch richtige Prognosen sein könnten, werden morgen von der Realität eingeholt, egal wie logisch oder emotional sie zustande gekommen sind.

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Offener Brief: Einknicken vor Putin? | Gert Scobel

Text unter dem Video: „Waffenlieferungen an die Ukraine – ja oder nein? Die Verfasser:innen des offenen Briefes an Olaf Scholz sind dagegen. Und hoffen auf baldigen Frieden. Gert Scobel argumentiert, warum wir vor Putin nicht einknicken dürfen. Gert Scobel bezieht sich auf ein „Handbuch zum Völkermord“, wie der Historiker Timothy Snyder einen Artikel bezeichnete, den die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti veröffentlichte. Nach der Lektüre dieses Textes steht zu befürchten, dass die derzeitige Kremlführung getrieben ist von einem nationalen Willen zur Macht und Umwälzung der Welt. Der Wunsch nach Frieden ist ein guter und richtiger Wunsch. Gerichtet als Forderung in einem offenen Brief an den Bundeskanzler bleibt er wirkungslos.“

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Letzte Ausfahrt: Weltall

Wir nehmen den Planeten und das Ökosystem dermaßen aus, wie es die Spielbank oder die Prostituierten mit dem Volltrunkenen machen (da musste das Maskulinum sein). Und je mehr wir uns dem Umdenken widmen, desto mehr investieren die Superreichen und deren Konzernvetreter:innen und -lobbyist:innen in die Befeuerung unseres Turbokapitalismus und dessen Busenfreund:in „Konsum“. Und es klappt ganz gut, denn unsere Emissionen und der Konsum steigen stetig weiter an. Da kommen dann wieder unsere Superreichen und planen, dem von ihnen zum Großteil mit zu verantworteten Schicksal der Menschheit ein Schnippchen zu schlagen: einfrieren und dann ab ins Weltall (und den ausgeschlachteten Planeten mit seinen Verlierer:innen hinter sich lassen, nur ein paar Bedienstete dürfen mit, auch wieder ganz im Kolonialstil). Aber es gibt auch andere Gründe, nicht weniger träumerisch.

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Journalist:innen haben auch eine Meinung

In Zeiten des Internets hat sich der Beruf des/der Journalist:in teilweise stark verändert: Der Zeitdruck hat in vielen Bereichen stark zugenommen (ausgenommen sind rechercheintensive Beiträge, die über Wochen laufen), kostenlose Portale und Suchmaschinen ersetzen den Arbeitgeber „Zeitung“, und die Konkurrenz durch selbst ernannte Journalist:innen ist groß. Viele dieser Begebenheiten könne für Leser:innen jedoch auch von Vorteil sein, um sich kostenfrei ein pluralistisches Meinungsbild zu schaffen. In den meisten Fällen informieren sich die Menschen aber nicht so vielfältig, sondern greifen auf wenige Quellen zurück und sind somit vielfach auch Meinungsmache ausgesetzt.

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Homo cupiditas

Im Namen der Menschlichkeit oder humanitäre Hilfe, das klingt eigentlich gut, aber wenn man das mal hinterfragt, dann sind auch diese Begrifflichkeiten nicht mehr als eine hohle Phrase. Ich wache morgens auf, und es dauert nicht lange, bis ich die ersten Makel im Verhalten der „Krone der Schöpfung“ zu Gesicht bekomme. Privat bin ich kein Misanthrop, sondern ich komme mit allen Menschen um mich herum sehr gut klar, ich rede mit Fremden wie mit Bekannten, und meistens werde ich sehr schnell akzeptiert und auch sozial eingebunden. Wenn ich aber zwei Schritte zurückgehe, dann sehe ich wenig positive Eigenschaften, die ich dem Überbegriff „Menschlichkeit“ zuordnen kann. Das gilt im Kleinen (persönlich) wie im Großen (global). Deshalb der Titel: „cupiditas“ (lat.) bedeutet laut Suchmaschine „Gier“.

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Mittel zum Zweck: religiöse Irrläufer:innen

Ich hatte bereits 2020 mal über „Buddhisten sind die schlechteren Menschen“ geschrieben, und seitdem hat sich an meiner Ansicht nicht viel verändert, zumindest nicht zum Besseren. Allerdings bezieht sich das nur auf diejenigen, die eine vermeintlich friedliche Religion für ihre persönlichen Ziele missbrauchen, und da muss eine jede Religion herhalten! Auffällig ist jedoch die Parallele, dass gerade im Umfeld der vermeintlichen Buddhist:innen der Anteil an Impfgegner:innen sehr hoch ist, passend zu dem auch sonst häufig egoistischen Verhalten („Herdenschutz? Aber nicht für meinen selbstbestimmten Körper!“). Während andere Religionen gerne für Verfolgung von Minderheiten, Mord an Andersdenkenden und Kriege hinhalten dürfen, ist es beim Buddhismus vor allem für Egoismus.

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A Taxi Driver

Auf der Suche nach geeigneter Unterhaltung zum Wochenende für meine Söhne, meine Frau und mich streifen wir fast jeden Freitag durch die örtliche Bücherhalle und leihen uns Videos aus (DVD/BluRay). Gelegentlich finden sich dort Perlen des internationalen Films, die nicht den gängigen Hollywood-Klischees entsprechen und auch nicht dem häufig übermäßig albernen französischen Kino, das hierzulande beliebt zu sein scheint. Dieses Mal war es ein Film aus Südkorea, wo auch der oscarprämierte Streifen Parasite entstand, und auch dessen Hauptdarsteller ist wieder am Start: „A Taxi Driver“.

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AfD: Mal ehrlich …

Ich behaupte der Großteil der Politiker:innen und der Wähler:innen der AfD sind nichts anderes als unzufriedene Sturköpfe, die einfach nur gegen die Regierung agieren wollen ohne selbst konstruktive und ernst gemeinte Vorschläge zu machen, kurz: trotzig. Dabei gibt es genügend Parteien, um seinen Protest bei Wahlen zielgerichtet zu äußern, aber das verlangt ja tatsächliches, politisches Interesse. Und der Rest ist eben einfach ausländerfeindlich (verängstigt). Und ich bin heute echt pauschalisierend unterwegs, aber das musste nun mal sein!

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Selbstbetrug: Impfungen und andere Ängste

Das Thema „Impfung“ wird auch in meinem Umfeld hochemotional diskutiert, und es gibt soziale Verwerfungen und Tränen. Wieso kocht gerade dieses Thema dermaßen hoch? Nach meiner Erfahrung sind solche emotionalen Diskussionen nur möglich, wenn man eben auch selbst emotional involviert ist (logisch). Die Aggressivität, die dabei sowohl Impfbeführworter:innen als auch -gegner:innen an den Tag legen, sieht dabei sehr für mich nach Selbstschutz/Selbstverteidigung und Ungerechtigkeitsempfinden aus. Nichts bringt Leute so aus der Fassung wie Ungerechtigkeit (meist leider nur die am eigenen Leib erfahrene). Und nichts lässt Menschen so aggressiv werden wie Druck in Form von Zwang oder auch Kritik (wobei Kritik am Handeln grundsätzlich eher als Kritik an der Person wahrgenommen wird). Zumindest ist das meine Erfahrung mit meinem Umfeld und vor allem auch mit mir selbst.

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Die Blindheit der finanziellen Macht

Der Wirecard-Skandal ist eine der größten Pleiten in der Geschichte, nicht nur finanziell. Das komplette Versagen der Aufsichtsbehören und der politischen Führung ging sogar so weit, dass sich Politiker:innen dazu hinreißen ließen, den dubiosen Konzern zu bewerben. Allein das schnelle Wachstum sollte jedem auch nur ansatzweise funktionierenden Verstand ein Warnsignal sein, denn die letzten Börsencrashes und Finanzblasen gingen stets von zu schnell wachsenden Märkten aus. Aber wenn übertriebene Gewinne versprochen werden, dann setzt scheinbar bei den meisten Menschen der Verstand aus.

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