Interessantes aus KW 17/2018

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Die Woche ist frisch, und in den Wochenhinweisen schlägt mal wieder ttt (ARD) als Erstes auf, da es einfach Sonntagnacht läuft, kurz nachdem die Wochenhinweise online gegangen sind. Und weil die Woche ja auch ganz prima anfangen darf, mal wieder ein positiv (gemeinter) Beitrag: Im sechsminütigen Bericht über den im letzten Jahr verstorbenen Hans Rosling dominiert die positive Sicht auf unsere Zeit. Aus seiner Sicht ist „die Welt besser als gedacht“ … und aus der gezeigten Perspektive stimmt das sogar. [Dirk]

2. Ein Untersuchungsbericht unterstreicht nun die Korruptionsvorwürfe gegen Karin Strenz (CDU), so berichtet Panorama 3 (NDR) in einem siebenminütigen Bericht. Dass es bei den Spitzenpolitikern immer wieder zu solchen „Interessenskonflikten“ kommt (die ich klar als Bestechung oder Vorteilnahme betiteln würde), wird bei jedem „Einzelfall“ erneut komplett ausgeblendet. [Dirk]

3. Unnötige Hüft- oder sonstige Gelenkoperationen sind schon häufig thematisiert wurden: Chirurgen bekommen Prämien, wenn sie eine bestimmte Anzahl OPs in einem Jahr herbeiführen können. Bei Frontal21 (ZDF) zeigt ein zehnminütiger Bericht, dass dies scheinbar mit der Herzablation (Einsatz eines Katheters) ebenfalls so zu laufen scheint. Das Perfide: Der Eingriff bringt den wenigsten die gewünschte Verbesserung, mindestens ein Drittel muss den Eingriff wiederholen, und die Komplikationsrate ist hoch und nicht selten tödlich. Operation nicht gelungen, Patient trotzdem tot. [Dirk]

4. In seiner Kolumne auf Spiegel Online befasst sich Georg Diez mit den immer offensichtlicher werdenden totalitären Tendenzen in unserer Demokratie, vorangetrieben vor allem von AfD und CSU. Da sollten psychische Kranke wie Straftäter behandelt werden (wobei hier ja inzwischen schon wieder ein bisschen zurückgerudert wurde), eine militarisierte Polizei mit dem Verfassungsschutz verschmelzen (Gestapo lässt grüßen), und es werden Listen von Schwerbehinderten angefordert. Wer da noch verharmlosend von Einzelfällen spricht und die demokratisch-rechtsstaatlichen Werte als absolut sicher ansieht, der verschläft die Zeichen der Zeit. Also: aufwachen! [Karl]

5. Ausgesprochen unschöne Aussichten bietet ein Artikel im Tages-Anzeiger, in dem einige Aussagen des US-amerikanischen IT-Spezialisten Aviv Ovadya referiert werden. Dieser beschreibt digitale Entwicklungen, die es schon bald unmöglich machen könnten, noch zu erkennen, ob eine Quelle authentisch ist oder nicht: Dank künstlicher Intelligenz könnten so zum Beispiel in Aussagen von Politikern gezeigt werden, die diese nie getätigt haben, oder man bekommt Mails von Freunden, die diese nie geschrieben haben – alles geschickt manipuliert. Die Technik scheint sich hier also ziemlich zu verselbstständigen und damit dann demokratische Werte massiv zu gefährden. [Karl]

6. Ein Artikel auf queer.de gibt Einblicke in das Netzwerk christlich-fundamentatlistischer und rechter Gruppierungen in Europa, die sich vor allem gegen LBGTI-Menschen richten, Homosexualität kriminalisieren und die Gleichberechtigung von Mann und Frau verhindern und rückgängig machen wollen. In Deutschland treten vor allem die „Demo für alle“ und natürlich Teile der AfD als bekannte Agitatoren dieser Bewegung auf. Und es gibt sogar einen internationalen Leitfaden, der die einzelnen Gruppierungen koordinieren möchte und Handlungsanweisungen gibt. [Karl]

7. In einer Glosse auf den NachDenkSeiten befasst sich Jens Berger auf sehr pointierte Art und Weise mit der neuen SPD-Parteichefin Andrea Nahles und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Beide sind farb- und profillos, stehen nicht gerade für politische Überzeugungen und Kompetenzen und dürften laut vieler Medien das Duell der beiden Volksparteien in den nächsten Jahren prägen. Berger stellt fest, dass dies wohl nur die Leitartikler in den Medien freuen dürfte, die angesichts solcher blasse Pfeifen wenig Probleme haben dürften, selbst die politische Agenda zu diktieren. Volltreffer! [Karl]

8. Hartz IV, die Erste: In einem Gastartikel von Christoph Butterwegge in der Zeit werden von den renommierten Armutsforscher und Politikwissenschaftler die derzeitigen Bemühungen der SPD, wieder ihre Kernklientel zurückgewinnen zu können, als untauglich eingestuft, da die Partei nicht vom Konzept Hartz IV abzurücken gedenkt und sich deren entsprechende Reformvorschläge bezeichnenderweise teilweise mit denen vonseiten der FDP decken. Auch am zurzeit vor allem vom Berliner SPD-Bürgermeister Müller in die öffentliche Diskussion gebrachten sogenannten solidarischen Grundeinkommen hält Butterwegge wenig. So wird das nichts mit der viel beschworenen Erneuerung, liebe Genossen. [Karl]

9. Hartz IV, die Zweite: Das Rumgeeier der SPD wird aber noch getoppt vonseiten der CDU. Aus deren Wirtschaftsflügel kommt nun laut einem Artikel in der Berliner Morgenpost die Forderung, Hartz IV und Wohnkostenübernahme für Menschen unter 50 komplett abzuschaffen, da diese ja gefälligst arbeiten gehen könnten. Klar Worte zu diesem menschenverachtenden und schon deutlich rechtsextrem-sozialdarwinistischen Ansinnen findet Perry Feht in einem Community-Beitrag auf der Freitag, dessen Furor man schon recht gut nachvollziehen kann. [Karl]

10. Die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik hat ein Gutachten zum Zustand der deutschen Wirtschaft vorgelegt, und das zeichnet ein etwas anderes Bild, als es von den neoliberalen Jubelpersern regelmäßig der Öffentlichkeit präsentiert wird. In einem Artikel der Frankfurter Rundschau werden nicht nur die Resultate dieses Gutachtens zusammengefasst, sondern es wird auch dargestellt, wie die alternativen Ökonomen zu ihren Ergebnissen gekommen sind. Am Schluss werden dann noch die Maßnahmen vorgestellt, die dieser negativen Entwicklung entgegenwirken könnten, und diese sind (wenig überraschend) höhere Steuern für Reiche und eine höhere staatliche Investitionstätigkeit. [Karl]

11. In einem Artikel auf neulandrebellen nimmt sich Tom Wellblrock den zurzeit viel diskutierten Fachkräftemangel in der Pflege vor, dem die Bundesregierung mit 8000 neuen Stellen zu beseitigen gedenkt. Dass das nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, sondern eben auch reichlich heuchlerisch, da ja genau diese Bundesregierung das Problem selbst sehenden Auges mit verursacht hat in den letzten Jahren, betont Wellbrock genauso wie die Tatsache, dass sich dadurch an den Hauptproblemen, warum nicht mehr Menschen in der Pflege arbeiten wollen, etwas ändern wird: der miesen Bezahlung und den katastrophalen Arbeitsbedingungen. [Karl]

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