Keine Staatshilfen für Steuertrickser und Klimasünder!

In den letzten Tagen liefen mehrere Beiträge und Dokumentationen zur Fridays-For-Future-Bewegung, und ich persönlich freue mich darüber, dass Corona diesem Engagement keinen Riegel vorgeschoben hat. Das Umweltinstitut München hat eine Online-Petition gestartet, dass Klimasünder und Steuerflüchtlinge wie TUI keine staatlichen Hilfen bekommen. Da kann man geteilter Meinung sein, denn natürlich hängen da Arbeitsplätze und damit verbunden auch persönliche Schicksale dran. Andererseits verlässt sich doch unsere Regierung so gern auf die „unsichtbare Hand des Marktes“, und so sollte sich auch für einen Anbieter von Reisen ein Konkurrent finden, der in diese Lücke vorstößt und vielleicht auch die Arbeitsplätze übernimmt?!

Auf jeden Fall finde ich auch, dass der Klimaschutz vor der Sicherung von Arbeitslätzen zu behandeln ist, und was ich von Großkonzernen halte, die ihre Steuern nicht dort zahlen, wo die Gewinne anfallen, das werde ich hier aus Gründen des Jugendschutzes nicht näher darlegen! Vielleicht so viel: Pay your fu… taxes!

Wer seine Unterschrift unter der Online-Petition sehen möchte, der findet selbige hier:
https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/keine-staatshilfen-fuer-steuertrickser-und-klimasuender.html

 

Noch einmal zu den oben genannten Beiträgen aus der ARD-Mediathek. Die 90-minütige Dokumentation „Aufschrei der Jugend“ zeigt ein deutsches Team von Fridays For Future und wie viele Akteur*innen in der Planung und Organisation von Demonstrationen und der Öffentlichkeitsarbeit involviert sind. Es wird gezeigt, wie sie sich organisieren und dass es nicht um die Personen vor der Kamera geht, sondern um die pluralistische Bewegung an sich. Was mir leider in den Sinn kommt: Wie viel Zeit verbringen die Leute mit sinnfreier und egoistischer Beschäftigung, von der sie ein bisschen Zeit auch für ihre eigene Zukunft und den sozialen Zusammenhalt aufbringen könnten? Ich möchte alle Nutzer*innen von Streamingdiensten und Online-Spieleplattformen dazu ermutigen, auch mal ein wenig Zeit damit zu verbringen, Essen zu retten, öffentliche Grünflächen zu gestalten, die älteren oder hilfsbedürftigen Nachbarn zu unterstützen oder sich selbst zu überlegen, wie sie sich in den Dienst der Gesellschaft einbringen können. Es ist nicht nur gut für die Gesellschaft (und damit auch für einen selbst), es fühlt sich auch gut an!

Eine andere Sicht auf die Klimabewegung zeichnet die gerade erst im Kino angelaufene und ebenfalls 90-minütige Dokumentation „Ich bin Greta“. Die Kamera ist ganz nah bei der Initiatorin der Bewegung und begleitet sie im ersten Jahr ihres Protests vom Beginn vor dem Parlament in Schweden bis zum Auftritt bei der UNO. Dabei ist man immer direkt an der Person und erhält zum Teil sehr intime Einblicke in das Privatleben. Und es wird aber auch die steigende Frustration spürbar, wie die anfängliche Euphorie der Protagonistin Greta Thunberg in Enttäuschung umschlägt, weil die führenden Politiker*innen mehr an der Selbstdarstellung interessiert sind, als tatsächlich umgehend handeln zu wollen. Wer nun gedanklich auf Greta schimpft, der sollte sich vielleicht mal überlegen, wo ihr oder sein Problem wirklich liegt, denn an den harmlosen Aktionen einer Minderjährigen wird dieser Hass sicherlich nicht liegen.

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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