Wem gehört die Welt?

Die Frage ist eigentlich sehr einfach beantwortet: allen. Allerdings könnte man genauso einfach schreiben: niemandem! Denn letzten Endes müssen wir alle auf ihr leben und sterben, aber spätestens nach unserem Ableben ist das Thema erledigt, denn „das letzte Hemd hat keine Taschen“, wie man so zu sagen pflegt. Etwas ausführlicher und philosophischer fällt da natürlich die 22-minütige Antwort von Gerd Scobel auf seinem YouTube-Kanal aus. Bestätigung dieser These habe wir alle gerade vom Bundesverfassungsgericht erhalten: Die Regierung muss konkrete Pläne für die Zukunft vorlegen, denn wir tragen alle auch die Verantwortung für den Zustand der Erde, wenn wir einmal nicht mehr sind.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auch gleich noch die beiden jeweils 15-minütigen Beitrag von und mit Gerd Scobel anschauen: In kleiner Runde diskutiert er in der 3sat-Mediathek mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer und dem Wirtschaftssoziologen Stefan Brunnhuber über unseren Weg in die gemeinsame Zukunft. Während Teil 1 den Schwerpunkt auf die Verantwortung für den ökologischen Zustand des Planeten  legt, geht es im Teil 2 eher um die Verteilung der Ressourcen und der sozialen Gerechtigkeit.

Auch Terra X (ZDF) mit Dirk Steffens hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und unterteilt seine 45-minütigen Sendungen in drei Themenbereiche, die jedoch eher aus der Sichtweise des Besitzes und der politischen Macht heraus das Thema beleuchten: „Vom Acker zum Imperium“, „Von Fürsten und Kaufleuten“ und „Von der Macht des Marktes“ lauten die Untertitel der Sendungen. Das ist an einem Abend wohl nicht zu schaffen, und während die Sendungen auf 3sat eher der politischen Meinungsbildung dienlich sind, so liefert das ZDF historische Fakten und klärt über den Werdegang zur heutigen Gesellschaft auf.

Ich tendiere stark dazu zu schreiben, dass die Welt niemandem gehört. Wir sind hier Gast, und als Gast benimmt man sich mit Anstand, und im Idealfall hinterlässt man den Ort in einem besseren Zustand, als man ihn beim Betreten vorgefunden hat. Das ist nicht typisch menschlich, wenn ich mir den allgemeinen Zustand der Erde oder auch nur die Toiletten auf der ganzen Welt anschaue (es ist unglaublich, wie ignorant und egoistisch wir Dinge für andere zurücklassen). Oder anders geschrieben: nach mir die Sintflut.

In Anbetracht der Größe des Universums scheint mir der Umgang mit der Erde eher unbedeutend, und ich fühle mich kleinlich und spießig (acht Planeten, die um eine Sonne kreisen, und weit über 100.000.000  Sonnen, die mit weiteren Planeten in unserer Galaxie miteinander kreisen und sich uns als Sterne am Nachthimmel zeigen, und von diesen Galaxien wiederum sehen wir schon mehr als 130.000.000.000 weitere Galaxien mit genauso vielen Sonnen, die von anderen Planeten umkreist werden). Sehe ich das Ganze aber aus der Perspektive unserer Kinder, kommender Generationen und des gesamten Organismus Erde mit allen Tieren und Pflanzen, die in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander sind, dann wird klar, wie kostbar und unverzichtbar diese Erde für jedes einzelne Leben ist. Und freut sich nicht fast jeder Mensch über eine saubere Toilette? Ein Ort, ohne den es eben nicht geht? Dann sollten wir die Toiletten und den gesamten Planeten auch in dem Zustand versuchen zu hinterlassen, wie wir sie bzw. ihn gern selbst vorfinden würden.

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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