An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!
1. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter vor einigen Wochen bringt die Deutsche Bahn nun die Idee von Bodycams ins Spiel, um so die Sicherheit ihrer Angestellten besser gewährleisten zu können. Ein Artikel auf heise online lässt dazu einige Datenschützer zu Wort kommen, die durchaus berechtigte Einwände haben, die besser berücksichtigt werden sollten. Neben eine sehr punktuellen Einsatz solcher Kameras ist vor allem wichtig zu bedenken, dass Technik allein kein Plus an Sicherheit bietet, sondern auch andere Faktoren, beispielsweise mehr Personal, da sinnvoll sein könnten. [Karl]
2.Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland analysiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW), die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und ist dabei wenig optimistisch. Es gäbe zwar einige Möglichkeiten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und mehr Geld in die öffentlichen Kassen zu spülen, aber diese werden von der Bundesregierung wohl eher nicht ergriffen werden. So bliebe am Ende dann nur so etwas wie eine Mehrwertsteuererhöhung, weil diese laut Fratzscher politisch recht bequem umzusetzen wäre. Das würde zwar arme Menschen überproportional belasten, aber so was schert ja die CDU (und mittlerweile auch die SPD) überhaupt nicht. [Karl]
3. Durch die Erkenntnisse aus den Epstein-Files werden nun Stimmen laut, die meinten, man müsse sich bei Xavier Naidoo, Schlager-Heulboje und QAnon-Schwurbler, entschuldigen. Warum dieses Ansinnen ziemlicher Unfug ist, wird in einem Artikel von Belltower News erläutert. Die (immer noch nicht vollständig aufgearbeiteten) Epstein-Files zeigen nämlich, dass es reiche Männer gibt, die meinen, über dem Gesetz zu stehen, und die dann abscheuliche Verbrechen begehen. Das ist allerdings etwas komplett anderes als Naidoos wahnhaftes Gerede von irgendwelchen obskuren Eliten, die Kinder schlachten und Menschenfleische essen. Insofern muss man Naidoo nach wie vor nicht ernst nehmen – und sich schon gar nicht bei ihm entschuldigen. [Karl]
4. Armin Kurtovic, dessen Sohn Hamza vor sechs Jahren in Hanau bei einem rechten Terrorangriff ermordet wurde, spricht in einem Interview mit der taz darüber, wie sehr unbefriedigend es für ihn und auch andere Angehörige von an diesem Tag Erschossenen ist, dass bisher noch keine richtige Aufklärung stattgefunden hat. Dabei geht es ihm weniger um den Täter als um Umstände am Tatort, wo der Notausgang verschlossen und der Notruf schon länger außer Betrieb war. Hier wäre es, so Kurtovic, an den Behörden und Politikern der Stadt, auch hierfür Verantwortung zu übernehmen. [Karl]
5. Tja, das kommt dabei raus, wenn man Faschisten supportet: Die kolumbianische Abgeordnete Angela Vergara war eine glühende Verehrerin von US-Machthaber Donald Trump und dessen harter Migrationspolitik. Nun hat es, so ein Artikel auf 20 Minuten, ihren Sohn erwischt, der in den USA lebt, dort auch eine Aufenthaltsgenehmigung hat, nun aber seit ein paar Wochen in einem Knast der ICE-Gestapo unter sehr harten Bedingungen festgehalten wird. Und das findet Vergara nun gar nicht mehr so toll. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, wie Faschisten eben immer agieren, bevor man diese unterstützt. Es kann einen dann nämlich schneller selbst treffen, als man vorher gedacht hat. [Karl]
6. Der „Confirmation Bias“ – zu Deutsch: Bestätigungsfehler – ist Phänomen, dass zurzeit immer mehr beobachtet werden kann. Was es damit auf sich hat, wird in einem Artikel vom Deutschlandfunk beschrieben: Menschen glauben vor allem den Informationen, die ihr Weltbild bestätigen, wobei schon die Suche nach Infos durch die eigenen Einstellungen geprägt ist. Dies wird dann zurzeit noch massiv verstärkt durch Filterblasen und Algorithmen, die personalisierte Inhalte an Internetnutzer ausspielen. Auch wissenschaftliche Forschung ist hiergegen nicht gefeit, sodass man sich dieses Verhaltens bewusst sein sollte, wenn man denn einen möglichst umfassenden und objektiven Blick auf die Welt werfen möchte. [Karl]
7. Rechte von CDU bis AfD bezeichnen es ja gern als Modeerscheinung, dass es Menschen gibt, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Dass das nicht so ist, stellt ein Artikel von Deutschlandfunk Kultur dar, denn Historiker wissen, dass es schon immer in verschiedenen Kulturen aller Regionen und Zeitalter solche Personen gab. Mitunter waren diese sogar sehr hoch angesehen, oft genug wurden sie aber (dennoch) auch diskriminiert. Es wäre wohl sinnvoll, solche Realität einfach mal anzuerkennen, aber damit tun sich Rechtsaußen erfahrungsgemäß ja ohnehin schwer. [Karl]
8. Geflüchtete sind ja das Feindbild Nummer eins von Rechten, und es heißt immer wieder, diese würden den Sozialstaat über Gebühr belasten. Wenn man sich allerdings mal die tatsächlichen Zahlen anschaut, wie viele Geflüchtete nach wie vielen Jahren hier im Land arbeiten, wie das ein Artikel auf ntv macht, dann kommt man zum Ergebnis, dass umso mehr Geflüchtete sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjobs nachgehen, je länger sie hier sind. Und: Bei den Ukrainern geht dieser Prozess noch schneller, weil ihnen bessere Integrationsmöglichkeiten geboten wurden (die nun allerdings eingeschränkt werden sollen). Aber für die unterbelichtete „Ausländer raus!“-Fraktion ist das natürlich alles wieder viel zu kompliziert … [Karl]
9. Dass Feinstaub schädlich ist für den Menschen, ist ja nichts ganz Neues. Eine groß angelegte Studie, bei der die Daten von 28 Mio. Patienten in den USA ausgewertet wurden, kommt nun allerdings auf einen neuen Zusammenhang, nämlich mit Alzheimer, wie ein Artikel in der Frankfurter Rundschau berichtet. Und zwar nicht über sekundäre Faktoren wie andere Erkrankungen (z. B. Schlaganfall), sondern durch unmittelbare Schädigung des Gehirns. Da ist es ja gut, dass die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten gerade sehr viel dafür tut, dass die Luft hierzulande nicht besser, sondern schlechter wird. [Karl]
10. Die CDU ist echt von allen guten Geistern verlassen: Da stimmen die laut einer Meldung von ntv mit großer Mehrheit auf ihrem Bundesparteitag dafür, dass ausländische Saisonarbeiter in der Landwirtschaft auch weniger als den Mindestlohn bezahlt bekommen sollen, dabei hat zuvor eine fachliche Bewertung im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministers ergeben, dass so etwas rechtlich gar nicht möglich sei aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes im Grundgesetz. Aber was schert die CDU schon Recht und Gesetz, wenn man doch schön was von Wettbewerb schwafeln und dabei noch nicht eben vermögende Menschen ohne Lobby ein bisschen schlechter stellen kann? [Karl]
11. Der Soziologe Philipp Staab erläutert in einem Interview mit t-online, wieso er derzeit eine starke Systemkrise feststellt und was er darunter genau versteht. Wo noch vor einigen Jahren Optimismus herrschte und die Menschen durchweg der Ansicht waren, dass es ihnen zukünftig besser gehen würde, wird nun immer deutlicher, dass der Kapitalismus über die Klimakrise unsere Zukunft nicht rosig gestalten wird. Daraus resultieren Angst und Verunsicherung, was dann paradoxerweise dazu führt, dass gerade diejenigen, die etwas ändern wollen an der fatalen Entwicklung, als Bedrohung angesehen werden, weil viele irgendwie irrational hoffen, den Status quo einfach so aufrechterhalten zu können. Sehr interessante Analyse! [Karl]
12. Die SPD zeigt gerade mal wieder, dass nicht nur ihr Führungspersonal mittlerweile meilenweit von sozialer, progressiver und menschenfreundlicher Politik entfernt, sondern die Basis genau so verkommen ist. Ein Mitgliederbegehren gegen die geplanten Verschärfungen der Sanktionen beim Bürgergeld haben bisher nämlich, so ein Artikel in der taz, nicht einmal 3000 der 348.000 SPD-Mitglieder unterzeichnet. Sozialverbände und Gewerkschaften, früher eigentlich mal typische SPD-Domänen, laufen Sturm gegen diese unsoziale Armutsgeißelung, aber das scheint die Sozen alles nicht mehr zu interessieren. Was für ein Abstieg dieser Partei, die sich so komplett überflüssig macht. [Karl]
13. Dirk Neubauer hat für einen Artikel seines Blogs mal recherchiert, welche Folgen der Ausbaustopp der erneuerbaren Energien, wie er gerade von der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten vorangetrieben wird, hätte. Und das wäre nicht nur schlecht für Klima- und Umweltschutz (wobei hier auch internationale Vereinbarungen gebrochen würden), sondern auch für die deutsche Wirtschaft, und zwar sowohl im Inland (Wegfall von vielen Arbeitsplätzen, mittelfristige Verteuerung von Energie) als auch auf internationaler Ebene (Verlieren des Anschlusses bei zukunftsfähigen Technologien). Und auch geopolitisch macht man sich auf diese Weise von Staaten abhängig, die nicht uns nicht unbedingt freundlich gesinnt sind. Insgesamt also kompletter Irrsinn, was da gerade gemacht wird. [Karl]
14. Nils Kreiemier lässt in einem Kommentar auf ntv kein gutes Haar an der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes durch die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten. Dies wird nämlich tatsächlich niemandem etwas nützen und nur Nachteile mit sich bringen – außer eben für die Konzerne, die nach wie vor ihr Geld damit machen, fossile Brennstoffe zu verfeuern. Alle anderen – Endverbraucher, Wirtschaft und Klima – werden hingegen nur Nachteile dadurch haben. Interessant vor allem auch, dass diese Kommentar zunächst mal auf Capital.de erschien, also einem nicht eben sehr linken oder ökologischen Medium. [Karl]
15. Eine „Sicherheitspartnerschaft“ auf kommunaler Ebene bedeutet, dass Privatpersonen quasi auf Streife gehen und Auffälliges an die Polizei melden. Wenn nun die AfD so eine Art Bürgerwehr initiieren möchte, dann sollten bei Demokraten alle Alarmglocken schrillen. Tun sie aber im brandenburgischen Hennigsdorf nicht, denn CDU und die Wählervereinigung „Bürger für Hennigsdorf“ haben dort einem entsprechenden Antrag der AfD im Stadtparlament zugestimmt. Welche Folgen das nun haben könnte, wird in einem Artikel in der taz geschildert. Die örtliche Polizei zweifelt übrigens daran, dass so etwas sinnvoll sein könnte – anders als Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD), der damit offenbar kein Problem hat. Und die viel beschworene Brandmauer ist damit schon wieder mal eingerissen worden. [Karl]

