Interessantes aus KW 19/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten ist sich wirklich für keine Schäbigkeit zu schade. Nun mal wieder Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), der ja schon öfter in Ausübung seines Amtes geltendes Recht gebrochen und Gerichtsurteile ignoriert hat. Jetzt paktiert er gerade mit den Taliban. Das Ziel, wie aus einem Artikel auf tagesschau.de hervorgeht: mehr Abschiebungen nach Afghanistan. Dafür haben Taliban-Abgesandte quasi das Kommando in der afghanischen Botschaft übernommen. Auf diese Weise legitimiert Deutschland das übelste Regime der Welt, um eben rechten Schreihälsen zu Diensten zu sein. Einfach nur noch schäbig und zum Schämen. [Karl]

2, Nachdem der Batteriehersteller Nothvolt in die Insolvenz gehen musste und daher das zuvor schon mit Fördergeldern versehene Batteriewerk in Heide (Schleswig-Holstein) nicht gebaut werden konnte, gab es viele Vorwürfe, dass hier öffentliche Gelder verschwendet worden wären. Mal abgesehen davon, dass Investitionen in zukunftsfähige Technologien schon schlauer sind als Subventionen von veraltetem Kram (wie beispielsweise fossile Energieträger), so bahnt sich nun wohl eine Wende an. Die US-Firma Leyton ist laut einem Artikel von electrive mittlerweile eingesprungen und wird das Werk nun wohl doch bauen. Zudem sind auch 153 Millionen Euro (von 600 Millionen) zurückgezahlt worden an die öffentliche Hand. Komisch nur, dass über so was nicht annähernd so viel berichtet wird wie über das vorherige Scheitern des Projekts. [Karl]

3. Dass Frauen und Mädchen immer wieder auf ihr Aussehen reduziert werden und Bodyshaming leider weit verbreitet ist im Internet, ist nichts Neues. Nun hat der Selbstoptimierungswahn allerdings auch das männliche Geschlecht erreicht und nennt sich Looksmaxxing, worüber ein Artikel von t-online berichtet. Dabei geht es einerseits zwar „nur“ um harmlose Maßnahmen, um das eigene Aussehen an ein stereotypes Ideal anzupassen, das kann dann aber schnell auch mal ausarten, sodass sich die „Hardmaxxer“ mit einem Hammer Gesichtsknochen brechen, damit die Knochen danach beim Zusammenwachsen eine markantere Linie bilden. Dass so ein kranker Scheiß dann meistens auch noch mit Frauenfeindlichkeit einhergeht, da diese zu reinen Reiz-Reaktions-Maschinen degradiert werden, passt dann ins Bild.

4. Der für das Westjordanland zuständige israelische General Avi Bluth machte gerade mit einigen wirklich abscheulichen Aussagen, die in einem Artikel von ntv dokumentiert werden, von sich Reden. So äußerte er, dass es in Ordnung sei, mit scharfer Munition auf Steine schmeißende Palästinenser zu schießen, dies aber bei Gewalttätern, die jüdische Siedler sind, natürlich nicht gemacht würde. Außerdem rühmte er sich damit, dass seine Soldaten zurzeit töten würden wie seit 1967 nicht mehr. Und besonders witzig findet Bluth es, dass nun viele Palästinenser hinken würden, da er die Regeln gelockert habe, sodass nun gezielte Schüsse in die Knie gestattet sein. Und dann wird sich beschwert, wenn man solche Zustände als Apartheid bezeichnet. [Karl]

5. Julia Ruhs, rechte Hetzerin mit einer eigenen Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, hat bei der letzten Ausgabe von Klar des Bayrischen Rundfunks offenbar mal wieder das gemacht, was man von ihr und rechten Journalistenimitationen so kennt: handwerklich schlecht arbeiten und Dinge aus dem Zusammenhang reißen, um so rassistische Agitation zu betreiben. So wurde in einer Reportage zum Thema „Islamismus“ an einer Neuköllner Schule gefilmt, und das, was dann nachher im Fernsehen zu sehen war, hatte dann aufgrund der reißerisch-hetzerischen Darstellung sowohl die Rektorin der Schule als auch Eltern der befragten Schüler ziemlich auf die Palme gebracht, wie aus einem Artikel im Tagesspiegel hervorgeht. Und so ein Rotz wird dann mit unseren Fernsehgebühren finanziert – bitte schnellstmöglich absetzen und Ruhs feuern. [Karl]

6. Was man bei der AfD unter Meinungsfreiheit versteht, wurde gerade in Lippe (Nordrhein-Westfalen) deutlich: Dort flogen laut einer Meldung vom WDR bei einer Sitzung der Blaubraunen derart die Fetzen, dass es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kam, in deren Folgen dann auch eine Anzeige wegen Körperverletzung gestellt wurde. Irgendwie ja auch kein Wunder, denn zum einen ist ja Gewalt ein elementarer Bestandteil von rechter Ideologie, zum anderen sind bei der AfD ja vor allem Karrieristen unterwegs, die Pfründe für sich und ihre Bagage sichern wollen. [Karl]

7. Die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten macht weiter das, was man von ihr erwarten konnte, nämlich bei den Menschen zu kürzen, die sowieso schon (zu) wenig haben. Jetzt soll es dem Wohngeld an den Kragen gehen, denn das Bauministerium soll eine Milliarde Euro einsparen. Da haut also, wie ein Artikel in der taz berichtet, ein SPD-Bundesfinanzminister eine Ansage an die Bundesbauministerin (ebenfalls von der SPD) raus, dass weniger Kohle rausgetan werden kann, und man streicht dann ausgerechnet bei denen, die wegen steigender Mieten und Energiekosten eh schon nicht mehr wissen, wie sie zurechtkommen sollen. Wofür steht das „S“ in „SPD“ noch mal? In jedem Fall nicht für etwas, was irgendwas mit „sozial“ zu tun hat. [Karl]

8. Während bei Armen gespart und gekürzt wird, sieht es am anderen Ende der Einkommensverteilung komplett anders aus: Multimillionäre und Milliardäre zahlen nämlich, so ein Artikel in der Frankfurter Rundschau, so gut wie keinen Einkommensteuer. Dafür nutzen sie etliche Tricksereien, und die sind auch noch weitestgehend legal, weil die Politik solchen Leuten eben zu gern zu Diensten ist. Also drücken sich die Superreichen vor ihrem Anteil am Allgemeinwesen, obwohl sie selbst mehr als andere davon profitieren. Und dann erzählt uns die Lügen-CDU immer wieder, dass für einen Sozialstaat, der allen ein menschenwürdiges Dasein gewährleistet, nicht genügend Geld da sei … [Karl]

9. Die Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger aus Steuermitteln und nicht mehr wie bisher von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlen zu lassen, wird ja derzeit von der Bundesregierung diskutiert. Das wäre wohl auch durchaus sinnvoll, da so nicht nur die gesetzliche Versicherten dafür aufkommen müssten, sondern eben die gesamte Gemeinschaft der Bürger. Allerdings haut dann jemand aus der CDU wieder vollkommen daneben bei der Diskussion, wie eine Meldung von ntv wiedergibt: Yannick Bury (wird als Finanzexperte bezeichnet) findet, dass Menschen, die Bürgergeld bekommen und vorher noch nicht gearbeitet haben, dann auch schlechtere medizinische Versorgung erhalten sollten. Solche feudalistische Denke dürfte nur irgendwie schwer mit Artikel 1 des Grundgesetzes in Einklang zu bringen sein. Aber so was schert die CDU ja ohnehin nicht sonderlich. [Karl]

10. Da fährt in Leipzig ein Mann mit seinem Auto durch die Fußgängerzone, bringt dabei zwei Menschen um und verletzt etliche weitere, und ein großer Teil der deutschen Öffentlichkeit hat erst mal nichts anderes zu tun, als zu spekulieren, was für ein Landsmann der Amokfahrer wohl gewesen sein könnte. Als wenn das nicht schon eklig genug wäre, so kamen nach den Spekulationen dann schnell die Falschinformationen, wie ein Artikel von t-online schildert. Dabei wurde dann auch vor gefälschten Aufnahmen nicht zurückgeschreckt, Hauptsache, man kann so einen schlimmen Vorfall für die eigene politische Agenda ausschlachten. Dass die meisten dieser Lügen von Rechten verbreitet wurden, dürfte dabei niemanden überraschen, oder? [Karl]

11. In einem Artikel auf Über Medien fragt sich Boris Rosenkranz, was wohl dran sein könnte am aktuellen „Trend“ beim Spiegel, immer mehr Überschriften mit den Worten „Und dann …“ zu beginnen. Und er kommt zu dem Schluss, dass es dabei vor allem darum geht, eine Spannung zu erzeugen, die eigentlich der Inhalt des auf die Überschrift folgenden Artikels nicht hergibt. Sozusagen das Buhlen um Klicks der User. Auf diese Weise werden dann Dinge dramatisiert und zugespitzt, die eigentlich eher banal sind. Mit solchen Methoden untergräbt der Spiegel m. E. nur auch ziemlich seine Seriosität. Und noch mehr Krawalligkeit in der Berichterstattung braucht irgendwie auch keiner. [Karl]

12. Gerrymandering ist eine unappetitliche Sache. Darunter versteht man das neue Zurechtschustern von Wahlbezirken in den USA, um so gewünschte Mehrheiten zu erhalten oder zu verhindern. Das ist zwar nicht eben demokratisch und kann auch mal, wie jetzt aktuell laut einem Artikel von t-online, sehr zulasten der schwarzen Bevölkerung gehen, aber die Möglichkeiten des Gerrymandering wurden gerade erst vom Obersten Gerichtshof der USA bekräftigt. Dass so was nun gerade unter einem Faschisten wie US-Machthaber Donald Trump eine neue Hochkonjunktur erhält, sollte eigentlich niemanden wundern. [Karl]

13. Und noch was zu den USA: Dort wurde nun vom Chef der Terrorismus-Abwehr, Sebastian Gorka, dem Kontakte zu Rechtsextremen nachgesagt werden, die neue Anti-Terror-Strategie vorgestellt, wie aus einem Artikel in der taz hervorgeht. Wenig überraschend, sieht man darin Europa als eine Brutstätte des Terrorismus, woran vor allem die „Massenmigartion“ schuld sei. Daher wolle man nun verstärkt gegen Antifa-Gruppen und Vertreter von „Pro-Transgender-Ideologie“ vorgehen. Eigentlich zum Lachen, dieser Blödsinn, wenn es nicht so traurig und ernst wäre. Und AfDler sowie anderes faschistisches Volk hierzulande dürfte beim Gedanken an so eine „Anti-Terror-Strategie“ vermutlich feuchte Träume bekommen. [Karl]

14. Die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten legt weiter die Axt an sozial- und arbeitspolitische Errungenschaften aus dem letzten Jahrhundert an. Nun soll laut einem Artikel in der Frankfurter Rundschau der 8-Stunden-Tag dran glauben. Experten aus den Bereichen Arbeitsrecht und Arbeitsmedizin sehen das ausgesprochen kritisch, da so deutlich verlängerte Wochenarbeitszeiten möglich sein könnten, und das vor allem in Branchen, die ohnehin schon von Fachkräftermangel, Schichtarbeit und Arbeitsverdichtung gekennzeichnet sind. Aber warum sollte man auch auf Fachleute hören, wenn man die mittelfristigen Folgen des eigenen politischen Gestümpers auch einfach schön ignorieren kann? [Karl]

Kollektiv

Gemischte Beiträge mehrerer Autoren.

Schreibe einen Kommentar