Das wäre wohl die passende Bedeutung der Abkürzung „AfD“, wie man gerade mal wieder gesehen hat nach der Kommunalwahl in Niedersachsen.
In der AfD gibt es zwei Arten von Politikern: Da sind zum einen die überzeugten Antidemokraten und Rassisten, die wirklich meinen, dass es mit dem Wiederaufleben von Nazi-Ideologie und ähnlichem rechtsextremen Unfug irgendwie besser würde in diesem Land – zumindest für sie selbst und ihre Buddies. Und dann sind da zum anderen die skrupellosen Karrieristen, die erkannt haben, dass sie sich im Zuge des Rechtsrutsches mithilfe der AfD schnell mal einen lukrativ alimentierten Posten sichern können in einem Landtag oder sogar im Bundestag. Alice Weidel als lesbische Frau mit einer ostasiatischen Lebensgefährtin und adoptierten Kindern in der Schweiz in einer queerfeindlichen, nationalistischen Partei, die das traditionelle Familienbild predigt, ist da wohl das prominenteste Beispiel für letzteren Typus, aber der ist auch sonst recht weit verbreitet bei den Blaubraunen.
Mit Politik haben diese Leute dabei nichts am Hut, aber es ist ja auch generell bei der AfD so, dass keine konstruktiven Lösungen für angesprochene Probleme präsentiert werden und es vor allem darum geht, dagegen zu sein, was andere machen. Daraus generiert man dann Zustimmung bei den Unzufriedenen, die dumm und/oder ignorant genug sind, um zu übersehen, dass die von ihnen bevorzugte „Protestpartei“ überhaupt nichts anzubieten hat, was ihre eigenen Lebenssituation auch nur ansatzweise verbessern könnte. Hauptsache, erst mal dagegen und Dampf ablassen (s. hier und hier).
Das führt dann eben dazu, dass so etwas passiert wie nun gerade bei den niedersächsischen Kommunalwahlen am letzten Wochenende: Die AfD kann 258 Mandate, die ihr nach den Wahlergebnissen zustünden, nicht besetzen (s. hier). Der Grund: Sie haben einfach nicht genug Leute gefunden, die sich auf den Listenplätzen haben eintragen lassen, um bei einem entsprechenden (und nun auch nicht wirklich überraschenden) Wahlergebnis Personen in die Lokalparlamente schicken zu können. Einfach Leute nachzunominieren, geht nicht, das ist nicht erlaubt. Also bleiben die Sitze unbesetzt.
Aber klar: Kommunalpolitik ist inhaltliche Arbeit, für die es so gut wie keine Entlohnung gibt, sondern höchstens mal ein bisschen Aufwandspauschale. Und dafür sich dann antun, sich ständig zum Trottel zu machen, weil man inhaltlich nichts anzubieten hat, ohne dafür feist Kohle abgreifen zu können? Och nö, das ist nicht so wirklich nach dem Gusto von AfD-Karrieristen.
In dieser Verweigerungshaltung spiegelt sich nicht mal schlechte Politik wieder, sondern vielmehr Antipolitik: einfach gar nichts mit der Sache am Hut haben, für die man von anderen Leuten ausgewählt wird (oder werden soll).
Und dabei dann den eigenen Wählern noch schön den Mittelfinger gezeigt: Chic, dass Ihr uns gewählt habt, war aber in vielen Fällen komplett wurscht!
Aber Hauptsache, die AfD kann dann beim Betrachten des Gesamtergebnisses rumtönen, dass man sich ja so sehr verbessert habe. Darum geht es ja auch: um populistisch ausschlachtbare Schlagzeilen. Um tatsächlich praktizierte Politik für Bürger vor Ort in jedem Fall nicht.
Na ja, AfD-Wählern geht es ja offensichtlich auch nicht darum, dass sich etwas Konkretes politisch verbessert, sondern vor allem um das Gefühl, als Loser endlich auch mal auf der Seite der Gewinner zu stehen. Insofern sind das schon genau die richtigen Adressaten für solche Antipolitik.
Würdelos. Geistlos. Und einer Demokratie unwürdig.
Also am besten so schnell wie möglich verbieten, diesen blaubraunen Haufen.

