Interessantes aus KW 38/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Was die Digitalisierung betrifft, hängt Deutschland immer noch reichlich hinterher. So berichtet ein Artikel auf Spiegel Online von Erfahrungen, die Bürger gemacht haben, als sie öffentliche Dienstleistungen digital wahrnehmen wollten: viel Geklicke und dann auch sehr häufige Abbrüche der Vorgänge, weil die Nutzer nicht mehr durchblickten. Das könnte alles auch nutzerfreundlicher gestaltet werden, aber irgendwie scheint das hierzuland keine allzu hohe Priorität zu haben. Aber stattdessen will man dann immer wieder die digitale Überwachung weiter ausbauen. Irgendwie keine gute Gewichtung der Prioritäten, oder?

2. Sich im Bundestag deutlich gegen rechtsextreme und rassistische Hetze der AfD zu äußern, kann teuer werden, wie aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau hervorgeht. Cansin Köktürk (Linke) musste zumindest kürzlich 2000 Euro Ordnungsgeld zahlen, die ihr von Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) aufgedrückt wurden. Köktürk hatte die vor Rassismus triefende Rede des AfDlers René Springer mit drei deftigen Zwischenrufen kommentiert, und das führte dann dazu, dass sie entsprechend verdonnert wurde. Wenn ich da zurückdenke, wie früher mal von Herbert Wehner und anderen SPDlern mit Rechtsextremen im Bundestag umgesprungen wurde, dann ist es schon absurd, dass Rassisten heute so verhätschelt werden.

3. Mit Bilal Chughtai meldet sich ein weiterer KI-Forscher mahnend zu Wort. Der für die Google-Tochter DeepMind im Bereich KI-Sicherheit Arbeitende stellt laut einem Artikel auf heise online fest, dass künstliche Intelligenz das Potenzial hat, die gesamte Menschheit zu töten. Ähnliche Warnungen von KI-Spezialisten hatten kürzlich zur Forderung nach einem Moratorium geführt, und das wurde dann auch von etlichen weiteren KI-Unternehmern und -Entwicklern genauso gesehen. US-Präsident Donald Trump und Chinas Außenministerium halten das allerdings für Unsinn – und die werden es ja wohl wissen, so im Gegensatz zu den ganzen Fachleuten, oder? Vor allem, wenn man sich in einem Artikel von Spiegel Online die „Argumentation“ von Trump bei diesem Thema anschaut … Deutlich fundierter sind da schon die Überlegungen von Marcel Fratzscher in einem Artikel auf Zeit Online, wenn er fordert, dass KI nicht in den Händen von wenigen Superreichen sein sollte, sondern es öffentlicher Institutionen braucht, um eine nützliche Entwicklung zu fördern und potenziell desaströse Schäden zu verhindern.

4. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), ist sicherlich kein Linker, sondern m. E. wohl eher der CDU nahestehend. In einem Interview mit t-online stellt er nun fest, dass politische Erfolge der AfD eine große Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland darstellen. Gerade Punkte des AfD-Programms wie Remigration oder Austritt aus dem Euroraum wären für den Handel in Deutschland schlichtweg katastrophal. Für Genth ist deswegen und auch, weil sie immer wieder offen verfassungsfeindlich agiert, die AfD absolut nicht wählbar.

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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