Interessantes aus KW 40/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Eine (allerdings nicht repräsentative) internationale Umfrage unter medizinischen Rettungskräften und Notfallpersonal hat ein ausgesprochen unschönes Resultat hervorgebracht, wie ein Artikel im Tagesspiegel berichtet. So sehen sich die 1300 Befragten aus 81 Ländern zunehmend mehr Gewalt durch Patienten und deren Angehörige bzw. Freunde ausgesetzt, etwa drei Viertel haben entsprechende Erfahrungen machen müssen. Na ja, das kommt eben dabei raus, wenn im Gesundheitswesen nur noch auf Profite geschaut wird und somit eine immer unzureichendere Notfallversorgung mit langen Wartezeiten und zu wenig Personal zur Regel wird. Dann noch die wachsende Verrohung hinzugenommen, und schon ergibt sich so ein widerliches Gebräu.

2. „Aber China …“ hört man ja immer wieder, wenn es um Klimaschutz hierzulande geht. Nur macht China schon ziemlich viel in der Richtung, wie man gerade wieder sehen kann: Laut einer Meldung auf scinexx.de wurde dort gerade ein sehr großer Offshore-Windpark in Vollbetrieb genommen, und der verspricht, enorme Leistungswerte zu haben. Natürlich sind erneuerbare Energien vor allem sinnvoll, wenn sie kleinteilig vor Ort betrieben werden, wo der Strom auch direkt abgenommen wird, andererseits haben solchen riesigen Offshore-Windräder natürlich auch den Vorteil, dass sie weniger Platz, Fundamente, Kabel usw. benötigen. Es wird interessant zu sehen sein, wie da dann die genaue Bilanzierung ausfallen wird.

3. Die AfD ist und bleibt ein Haufen von rechtsextremen Kriminellen. Das wurde gerade mal wieder deutlich, als der AfD-Verteidigungspolitiker Hannes Gnauck das Mitglied der rechtsextremen Identitären Bewegung Jannis George mitnahm zu einer nicht öffentlichen Bundeswehrübung. Als Krönung setzte sich George dann auch noch über das Fotoverbot vor Ort hinweg und postete später Bilder, die er bei der Übung gemacht hatte, in den sozialen Medien, wie ein Artikel von Spiegel Online berichtet. George hatte zudem früher einen Hausausweis für den Bundestag, der wurde jedoch wegen Sicherheitsbedenken eingezogen. Was ja irgendwie zeigt, dass so einer nicht unbedingt bei Bundeswehrübungen mit dabei sein sollte, oder?

4. So führt man heute Krieg: Nordkoreanische Hacker haben, wie aus einem Artikel von euronews hervorgeht, aller Voraussicht nach über 330 Millionen Euro an Kryptowährungen von der Kryptobörse Bitget gestohlen, mit denen nun wahrscheinlich das Atomwaffenprogramm Nordkoreas weiter ausgebaut wird. Was man daran vor allem auch sieht, ist, dass diese ganzen Kryptowährungen offensichtlich auch recht fragil und keineswegs sicher sind. Zwar hat Bitget einen Nutzerschutzfonds, mit dem diese Verluste ausgeglichen werden können, allerdings frage ich mich da schon, wie oft so ein Ausgleich möglich ist, wenn derartige Angriffe sich häufen.

5. Der Intensivpfleger Ricardo Lange hat sich ja schon öfter in Medien über die Situation von Pflegekräften und des Gesundheitswesens generell geäußert. Nun gibt er in einem Interview mit t-online eine interessante Einschätzung der aktuellen Gesundheitsreformen der Bundesregierung – und die fällt nicht allzu gut aus. So wird vor allem wieder mal an der Pflege gespart, was letztlich nicht nur eine schlechtere Versorgung der Patienten bis hin zum Inkaufnehmen von unnötigen Todesfällen bewirkt, sondern auch höhere Kosten verursachen wird. Menschenwürde wird geopfert, ökonomische Inkompetenz bestimmt das Handeln – also letztlich alles wie immer bei der CDU.

6. Dass man beim Autofahren sensible Daten an Drittanbieter weitergibt, dürfte den wenigsten bewusst sein. Bei modernen Pkw ist das allerdings eher die Regel als die Ausnahme, wie nun eine Untersuchung von US-Forschern mit 21 Autos verschiedener Marken ergab, über die ein Artikel von heise online berichtet. So werden Ortsdaten, E-Mail-Adressen Telefonnummern usw. nicht nur an Werbetreibende zur Ermöglichung personalisierter Werbung weitergegeben, sondern auch an die großen Tech-Konzerne und staatliche Stellen, wie beispielsweise die MAGA-Gestapo ICE in den USA. Und wenn man zusätzlich noch Apps der Pkw-Hersteller nutzt, wird die Datenflut noch größer. Schöne neue Welt …

7. Als Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Frühjahr drei Buchhandlungen aufgrund ihrer politischen Ausrichtung von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen hat, gab es schon einige Verstimmung über diesen Vorgang. Nun ist gerade, wie aus einer Meldung von Zeit Online hervorgeht, herausgekommen, dass Weimer einfach dreist gelogen hat, als er meinte, die zuständige Fachabteilung seines Ministeriums hätte Bedenken wegen der drei Läden gehabt. Ein Akteneinsicht aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes hat nämlich ergeben, dass das überhaupt nicht der Fall war. Weimer hat sich also einfach eine vermeintlich sachliche Begründung ausgedacht, um seinen rechten Kulturkampf durchziehen zu können. Wie schäbig ist denn das bitte?

8. Die AfD schert sich nicht um Recht und Gesetz. Das ist ja nun nichts Neues. Allerdings gibt es gerade mal wieder unsaubere Aspekte bei der Parteienfinanzierung. So wurden, wie aus einem Artikel von t-online hervorgeht, sogenannte Bürgerdialoge im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mit Gelder aus der Fraktion der Blaubraunen finanziert – und das ist eben nicht legal, weil Fraktionen ja auch auf öffentliche Gelder zugreifen können. Laut der Juristin Sophie Schönberger sei so eventuell sogar eine Wahlwiederholung möglich, da sich eine derart illegale Wahlwerbung schon auf das Ergebnis ausgewirkt haben könnte. Ein weiterer Aspekt, der m. E. dafür spricht, die AfD endlich zu verbieten.

9. Eine Pressemeldung von Correctiv hat Erfreuliches zu berichten: AfD-Politiker Ulrich Vosgerau hat eine erneute Schlappe vor Gericht kassiert, denn das Kammergericht revidierte das Urteil des Landgerichts Berlin, dass Correctiv Aussagen von Vosgerau nicht mehr wiedergeben dürfe. Der Blaubraune hatte am berühmten „Potsdamer Treffen“ von Rechtsradikalen teilgenommen und wollte nun nicht, dass eine dort von ihm getätigte Aussage, die er allerdings selbst bestätigte, veröffentlicht würde. Das ist nun ein Sieg für die Pressefreiheit und ein Zeichen, dass juristische Einschüchterungen von Rechtsradikalen zwar leider immer wieder vorkommen, aber eben auch nicht unbedingt Erfolg haben.

10. Anne Rabe hat eine Vorstellung des rechtsextremen Komikers (Kabarettist will ich so was beim besten Willen nicht nennen) Uwe Steimle in Sachsen-Anhalt besucht und berichtet darüber in einem Artikel auf Zeit Online. Und da kann einem wirklich nur übel werden, wenn man liest, wie dort alles abgefeiert wird, was rechte Menschenverachtung ausmacht, kombiniert mit unverhohlener DDR-Nostalgie, die eine Vergangenheit verklärt, die im Grunde nur für Opportunisten positive war. Aber Steimle weiß eben, was sein Publikum hören will, und bedient das dann auch ohne Rücksicht auf moralische Verluste. Einfach nur widerwärtig!

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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