Interessantes aus KW 41/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Noch ist er ja nicht Ministerpräsident, aber Ulrich Siegmund (AfD) zeigt schon Führerallüren. So drohte er Fabian Köster, Reporter von der ZDF-Satiresendung heute-show, damit, dass dieser seinen Job verlieren würde, wenn Siegmund erst mal Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wäre. Dann würde er nämlich dafür sorgen, dass der Rundfunkstaatsvertrag gekündigt wird. Das geht zwar nicht von jetzt auf gleich und sowieso nur für sein eigenes Bundesland, sodass das ZDF dadurch kaum aufgelöst würde, aber allein schon die großkotzig-herablassende Art zeigt, was für ein Großmaul der Blaubraune ist. Die Antwort von Köster, die auch im Artikel von t-online zu finden ist, ist dann aber schon ziemlich klasse.

2. Die rechtsextreme Regierung in Israel ist ja ebenfalls nicht um großmäulige Sprüche verlegen. So kommentiert man nun laut einer Meldung vom Deutschlandfunk die Vergabe des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay mit der Aussage: „Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle.“ Pillay, ehemalige Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, hatte nämlich die Kriegsverbrechen Israels in Gaza kritisiert. Und da verstehen Netanjahu und seine rechtsradikalen Spießgesellen ja nun gar keinen Spaß. Einfach nur unterirdisch.

3. In einem Artikel seines Blogs Geld für die Welt widerlegt Maurice Höfgen das immer wieder vorgebrachte Argument gegen die Vergesellschaftung von Wohnraum, dass dann ja niemand mehr bauen würde. Und dazu hat er interessante Zahlen parat, die zeigen, dass gerade die großen Wohnungskonzerne (um die es ja bei der Enteignung ausschließlich geht) nicht gerade durch viel Neubautätigkeit auffallen, sondern stattdessen lieber ihren Wohnraum modernisieren, um dann die Mieten hochsetzen zu können. Und das ist ja im Grunde auch logisch, denn warum sollten gerade die Unternehmen, die durch hohe Mieten von der Wohnungsknappheit profitieren, durch Neubau von Wohnungen etwas genau dagegen unternehmen?

4. Das ZDF plant ein neues Satireformat, da Jan Böhmermann mit seinem „Magazin Royale“ ja zum Ende des Jahres aufhören wird. Florian Schroeder soll „Journal Deluxe“ moderieren, und laut einem Artikel im Tagesspiegel wird es dabei vor allem gegen Grüne und Linke gehen – so steht es zumindest in einer internen Präsentation des Senders. Also im Prinzip so etwas Ähnliches, wie Dieter Nuhr schon regelmäßig in der ARD verzapft. Allerdings sollen bei Schroeder auch nicht satirische Gäste zum Gespräche gebeten werden, als Beispiele werden Alice Weidel (AfD), Peter Thiel (antidemokratischer Tech-Milliardär) oder Ulf Poschardt (rechter Hetzer von Springer) genannt. Da kann man nur hoffen, dass das Ganze eine Art verspäteter Aprilscherz ist, denn weiteres Futter für AfD-Jünger und anderes rechtes Pack braucht nun wahrlich niemand, und schon mal erst recht nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

5. In den USA sieht man gerade, was passiert, wenn Rechtsradikale regieren: Es geht zurück in die Vergangenheit, und zivilisatorische Errungenschaften werden rückabgewickelt. So soll nun die Hinrichtung des ehemaligen Militärpsychiaters Nidal Hasan, der 2009 13 unbewaffnete Soldaten erschossen und 32 weitere verletzt hat, live übertragen werden. Ob das nun im Internet oder im Fernsehen stattfinden wird, geht aus einer Meldung auf Zeit Online nicht hervor, aber in jedem Fall dürfte dieses barbarische Schauspiel weniger abschreckend wirken, als vielmehr voyeuristische Bedürfnisse befriedigen. Also genau das, was die primitiven MAGA-Fans vermutlich gern haben wollen.

6. Das rechte Hetzmedium Nius scheint ein Problem mit der Datensicherheit zu haben, denn es wurden schon mehrfach gehackte Nutzerdaten entwendet und ins Darknet gestellt: Namen, E-Mail-Adressen, Anschriften und Bankdaten. Da das Portal nach wie vor defizitär arbeitet, wäre eine Vermutung, dass Nius nicht so richtig viel Geld für Datensicherheit ausgibt. Nius-Chef Julian Reichelt wettert aber, wie ein Artikel von t-online berichtet, lieber gegen Journalisten von Correctiv, die ihm Fragen bezüglich dieses Datenlecks gestellt haben, anstatt mal der Sache auf den Grund zu gehen. Armselig, aber eben auch nicht überraschend.

7. Da kauft man sich ein preiswertes Smartphone, und dann hat man gleich schon „gratis“ Schadsoftware mit darauf, über die dann das Gerät angegriffen werden kann, um beispielsweise ungewollte Apps zu installieren. Fiese Sache, wie ein Artikel von PC-Welt berichtet, und bisher ist auch noch nicht klar, wie diese Malware im Produktionsprozess der Smartphone eingeschleust werden konnte und wer dahintersteckt. Aber ist ja irgendwie auch klar, dass durch sogenannte Hintertüren, die von Geheimdiensten immer wieder gefordert werden von Handy-Herstellern, dann auch gewöhnliche Kriminelle Zugang zum Betriebssystem bekommen können.

8. Schon blöd, wenn man unsoziale und unpopuläre Maßnahmen beschließen möchte und dann gerade keine Fußball-WM oder ähnliches ablenkendes Sportgedöns stattfindet. Also legt man die Beratung im Bundestag dann auf eine späte Uhrzeit und hofft, dass das dann kaum einer mitbekommt. So geschehen gerade bei der geplanten Kürzung des Wohngeldes, die mal wieder die ärmeren Menschen hierzulande treffen wird. Die Opposition äußert zwar dennoch scharfe Kritik an dieser unsozialen Politik, die auch noch von einer SPD-Ministerin verantwortet wird, genauso wie laut einem Artikel von ZDF heute Sozialverbände, aber dennoch segelt das Ganze dann doch reichlich unterm öffentlichen Radar und bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die dieser Ungeheuerlichkeit eigentlich zustünde.

9. Nahezu im Wochentakt liest man etwas von künstlicher Intelligenz (KI), die nicht macht, was sie eigentlich machen soll. So nun gerade in einem Artikel von Zeit Online, in dem geschildert wird, dass ein KI-Agent der Firma Anthropics zum einen 20 Visa-Anträge beim US-Außenministerium eingereicht, zum anderen ein anderer KI-Agent einen Fake-Hinweis auf einer Seite der Polizei von Philadelphia zu einem ungeklärten Mordfall abgeben hätte. Da scheint es bei der Kontrolle der Dinger wohl reichlich Defizite zu geben – aber egal, immer einfach so weitermachen! Was soll da schon schiefgehen, wenn die KI bei recht simplen Anwendungen bereits nicht so funktioniert, wie die Entwickler das vorgesehen haben?

10. Leider nicht sehr überraschende Ergebnisse hat eine Studie der Universität Leipzig ergeben: Bei der sächsischen Polizei wurde in recht hohem Maße strukturelle sexistische Diskriminierung festgestellt. Das fängt an mit Belästigungen und körperlichen Übergriffen gegenüber Polizistinnen und endet bei der Zuteilung von geschlechtsstereotypen Aufgaben, wie beispielsweise Putzen. Wie aus einem Artikel der Leipziger Volkszeitung hervorgeht, zeigt sich die sächsische Polizeiführung nicht eben begeistert davon, weil man dachte, dass man in diesem Bereich schon weiter sei. Na ja, da die Anzahl von Rechtsradikalen bei der Polizei ja leider höher ist als im Rest der Bevölkerung, ist so ein sexistisches Verhalten dann doch schon naheliegend, finde ich.

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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