Interessantes aus KW 2/2018

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Der französische Präsident Emmanuel Macron wird ja von vielen deutschen Medien immer noch als sozialliberal bezeichnet. Dass es mit dem Sozialen nicht so weit her ist bei ihm, haben mittlerweile ja schon einige gemerkt anhand der von ihm initiierten arbeits- und sozialpolitischen Maßnahmen, aber auch mit der Liberalität hat Macron es nicht so sehr, wie ein Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik aufzeigt: Der nach den Terroranschlägen der letzten Jahre verhängte Ausnahmezustand wurde nämlich nun quasi gesetzlich institutionalisiert, was mehr Überwachung und (polizeiliche) Repression für die Bürger und Medien, insbesondere die regierungskritischen, bedeutet. Es wird offensichtlich, wie der Neoliberalismus sich immer mehr auf den Einsatz totalitärer Methoden vorbereitet, um den Status quo aufrechterhalten zu können. [Karl]

2. Ein Artikel von Der Wandel stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die sich mit dem Wachstum von Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Renditen beschäftigt hat. Das Ergebnis bestätigt das, was Thomas Piketty vor einigen Jahren bereits feststellte: Die Rendite wachsen im Schnitt deutlich mehr als das BIP. Das hat zur Folge, dass leistungslose Einkommen einen immer größeren Teil der real erwirtschafteten Werte abgreifen – Leistung (durch Arbeit) lohnt sich demzufolge also nicht, da es in einem solchen System, mal von wenigen Ausnahmen abgesehen, nahezu unmöglich ist, von seiner Arbeit reich zu werden. [Karl]

3. Die AfD und ihre Jünger behaupten ja immer wieder, dass sie mit Rechtsextremismus nichts am Hut hätten. Franziska Lorenz-Hoffmann, AfD-Politikerin aus Berlin-Neukölln, sieht das anscheinend etwas anders und postete laut einem Artikel in der Berliner Morgenpost ganz schneidig rassistische Propagandaplakate aus der Nazizeit von 1934 und 1944 auf ihrer Facebook-Wall. Ob sie da auch mal wieder „mausgerutscht“ ist? Oder dürfen wir uns schon mal auf eine andere dumme Ausrede gefasst machen? [Karl]

4. Unschöne Szenen in Cottbus: Laut einem Artikel im neuen deutschland haben dort in der Neujahrsnacht einige vermutlich Rechtsextreme eine Flüchtlingsunterkunft gestürmt und einigen Bewohner Verletzungen zugefügt. Was das Ganze noch unappetitlicher macht: Nach Zeugenaussagen hat der zuständige Wachschutz dabei nur zugesehen und sogar die Täter kurz vor dem Eintreffen der Polizei zum Gehen aufgefordert, um nicht erwischt zu werden. [Karl]

5. Welch schönes Weihnachtsgeschenk der EU-Kommission! Wie eine Meldung des Umweltinstituts München berichtet, hat die EU-Kommission mal wieder eigenmächtig gehandelt und den Import von sechs genmanipulierten Pflanzen als Lebens- und Futtermittel in die EU zugelassen. Dazu wählte man dann geschickterweise die Zeit direkt vor Weihnachten aus (22. Dezember), da so wenig mediale Resonanz und entsprechend auch wenig Protest aus der Bevölkerung zu erwarten war. Wie schäbig von Junckers korruptem Klüngelhaufen – und mal wieder zulasten von Mensch und Umwelt. Bayer hingegen wird’s mal wieder freuen … [Karl]

6. Nachdem es nun doch eine Partei rechts der CSU gibt, so versucht die Partei diese Position zurückzugewinnen. Was die Wählerinnen und Wähler in Bayern darüber denken, dass die Partei immer weiter nach rechts zielt, wird in einem sechseinhalbminütigen Bericht bei Monitor deutlich. Mit Dobrindt, Stoiber und Guttenberg hat die Partei auch genug zum Untergang des so viel gelobten Abendlandes beigetragen. Einstampfen, den Verein! [Dirk]

7. Im Prinzip sollte es jeder mitbekommen haben, dass der IS (Islamische Staat) praktisch von den USA erschaffen wurde, indem das irakische Militär komplett in die Wüste geschickt wurde. Wie das mit der Bewaffnung des IS aussieht, zeigt nun ein achtminütiger Bericht bei Monitor. Dabei wird klar, dass ein Großteil der Waffen aus der EU stammt und über die USA in den Nahen Osten geliefert wurde. Das bricht geltendes Recht, und eigentlich weiß das auch jeder. Gemacht wird es trotzdem! [Dirk]

8. Ein Artikel auf Spiegel Online stellt die Ergebnisse der Studie der Caritas mit dem Titel „Menschenrecht auf Wohnen“ vor. Daraus geht deutlich hervor, dass immer mehr Menschen unter viel zu hohen Mieten leiden und in Existenznöte geraten. Auch die Forderungen an die Politik werden recht konkret benannt – getan wird aber leider so gut wie nichts, da unsere betonköpfigen Regierungsideologen ja immer noch an die wundersame Allmächtigkeit des Marktes glauben, dessen kolossales Versagen man gerade bei den Mieten nur allzu deutlich vor Augen geführt bekommt. [Karl]

9. Ebenfalls auf Spiegel Online findet sich ein Beitrag von Sascha Lobo über die Sprachsteuerung als bald führendes Eingabemedium. Die Bequemlichkeit hat ja schon oft die Vernunft geschlagen, gerade wenn ich mir die sogenannten „Smombies“ anschaue (Menschen, die während des Umhergehens nur auf das Display ihres Smartphones glotzen), ist das vielleicht nicht verkehrt. Gestern rannte vor mir eine junge Frau, die sich offensichtlich anhand ihres Mobiltelefons navigierte, in den Autotunnel hier in Altona … auf der Fahrradspur (die Teil der Straße ist, nicht des Fußweges)! [Dirk]

10. Alexander Dobrindt (CSU) hat mit seinem Geschwafel von einer notwendigen konservativen Revolution, nachdem seines Erachtens die 68er bisher Politik und Medien in der Bundesrepublik dominieren, für reichlich Aufsehen gesorgt. Albrecht Müller analysiert nun in einem Artikel auf den NachDenk Seiten, wie vollkommen falsch diese Aussage Dobrindts ist und was der Noch-Bundesverkehrsminister und CSU-Landesgruppenchef mit diesem Mumpitz erreichen will. Leider muss Müller auch feststellen, dass Dobrindt trotz seiner debilen Ausstrahlung mal wieder recht erfolgreich mit seiner Taktik zu sein scheint. [Karl]

11. Deutschlands Hetzpostille Nummer eins, die BILD, liefert mal wieder Futter für die rechten Hetzer, wie ein Artikel auf BILDblog. berichtet. Springers Dreckschleuder titelte nämlich, dass vier von fünf Flüchtlingen durch einen Deutsch-Test fallen würden – perfiderweise als Überschrift über einem Bezahlartikel, sodass viele eben nur genau diese Überschrift gelesen haben. Dass es sich bei dieser Zahl ausschließlich um Analphabeten handelt, die ein bestimmtes höherstehendes Sprachniveau nicht erreicht haben, geht dabei dann komplett unter – und der Rotz wird nicht nur von anderen Medien hemmungslos abgeschrieben, sondern auch noch von AfD-Politikern genüsslich ausgeschlachtet. Dabei sollten die sich vielleicht mal lieber um die Deutschkenntnisse ihrer eigenen minderbemittelten Anhängerschaft kümmern … [Karl]

12. Deutliche Worte, aber in jedem Fall mit einem sehr wahren Kern: Roberto J. De Lapuente befasst sich in einem Artikel auf neulandrebellen mit der Moral – und deren Unwirksamkeit, was das praktische Handeln betrifft. Wir wissen zwar über alle möglichen Missstände Bescheid, aber ändern tun wir an unserem Verhalten, was genau diese Missstände begünstigt oder darauf basiert, eben gar nichts. Lediglich über den Preis kriegt man die Menschen noch mal dazu, ihrer Handlungs- und Lebensgewohnheiten zu verändern. Eigentlich traurig – aber leider sehr wahr. [Karl]

13. In einem Artikel in der taz schildert Christoph Butterwegge, warum er von einem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), das ja zurzeit immer wieder als ultimative Lösung für die soziale Schieflage propagiert wird, wenig hält. Da sich hier vor allem neoliberale Vorstellungen durchzusetzen scheinen, würde ein BGE vor allem zu weiterem Sozialstaatsabbau führen. Notwendig wären laut Butterwegge hingegen Konzepte, die Arbeit wieder manierlich entlohnen und Arbeitsbedingungen besser gestalten sowie eine Grundsicherung auf menschenwürdigem Niveau garantieren würden. [Karl]

14. Deutschland ist Autoland. Wie schädlich und unzeitgemäß diese Autofixiertheit der deutschen Politik ist, zeigt ein etwa zehnminütiger Beitrag der ARD-Sendung Report Mainz. Darin geht es um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der oftmals sehr zu wünschen übrig lässt in deutschen Städten, sodass die Bewohner quasi genötigt werden, mit dem Auto zu fahren. Wie es anders funktionieren kann, zeigt dann ein Blick nach Wien. Aber Österreich hat eben auch nicht so eine penetrante und starke Autolobby … [Karl]

 

 

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