Interessantes aus KW 11/2015

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Es war ja leider zu erwarten, dass so was passieren muss: Spiegel online berichtet, dass ein Bürgermeister in Sachsen-Anhalt, der sich für die Unterbringung von Flüchtlingen in seinem Ort starkgemacht hat, zurückgetreten ist, da er sich durch eine von der NPD und ähnlichen rechten Kalibern inszenierte Demo bedroht fühlt und vor allem seiner Familie nicht zumuten möchte, dass dieser Protestmarsch gezielt vor seinem Haus enden sollte.

2. Im Omlinemagazin Vice berichtet ein anonymer Schreiber: Ich habe für eine Agentur Wikipedia-Einträge manipuliert. Dabei gibt er (oder sie) einen Einblick in die Tätigkeit von PR-Agenturen, die für Firmen oder Parteien deren gewünschte Inhalte so bei Wikipedia unterbringen, dass dies nicht als Werbung auffällt. Mal wieder ein gutes Beispiel, wie destruktiv vonseiten der Wirtschaft und damit auch der Politik mit einer an sich guten Sache wie Wikipedia umgesprungen wird.

3. Noch mal Vice: Auf deren Plattform Motherboard findet sich ein Artikel über den republikanischen Gouverneur von Florida, der seine ganz eigen Art hat, mit dem Problem des Klimawandels umzugehen: Er verbietet einfach in offizieller Kommunikation die Begriffe global warming und climate change. Ein Paradebeispiel für absolut dumme Ignoranz.

4. In den Blättern für deutsche und internationale Politik findet sich ein interessanter Artikel über die bevorstehenden Wahlen in Israel, der einen Einblick in das dortige Parteienspektrum gibt, was bei Weitem nicht so homogen ist, wie es einem hier in Deutschland oft vorkommt.

5. Der Blog Ruhrbarone berichtet von einem Unternehmer aus Gelsenkirchen, der gern zwei Ausbildungsplätze für Flüchtlinge bereitstellen möchte, um so dem Integrationsgedanken Rechnung zu tragen, und daraufhin die leider zu erwartenden Reaktionen aus dem rechten Spektrum bekommt. Schon bezeichnend, dass diejenigen, die sich aufregen, es würden alle nur nach Deutschland flüchten, um hier tolle Sozialleistungen abzukassieren, dann genauso am Zetern sind, wenn es darum geht, ebendiese Menschen in Lohn und Brot zu bringen …

6. Bild und Sigmar Gabriel – da kommt zusammen, was in puncto Volksverblödung zusammengehört. netzpolitik geht in einem Artikel auf den peinlichen Versuch des Vizekanzlers ein, mithilfe von Springers PR-Schergen das Volk für dumm zu verkaufen, indem er in dem Schmierblatt die Vorteile von TTIP aufzählt. Dass seine Argumentation (wenn man das überhaupt so nennen möchte) nur sehr bedingt was mit der Realität zu tun hat, ist ihm dabei anscheinend vollkommen egal.

7. Schlechte Nachrichten aus Frankreich: Die Energiewende wird dort erst mal ziemlich rabiat eingedampft zugunsten der Atomenergie, so ein Artikel in der Frankfurter Rundschau. Die Begründung: Das Wirtschaftswachstum solle nicht gefährdet werden. Tja, im neoliberalen Denken passen Wachstum und Nachhaltigkeit irgendwie nicht so recht zusammen …

8. Ein Journalist der Leipziger Internet Zeitung, der häufiger über das Thema Rechtsextremismus recherchiert und berichtet hat, sieht sich einer besonders schmutzigen Kampagne gegenüber: Wie die L-IZ berichtet, wird zurzeit aus rechten Kreisen ein Fahndungsaufruf wegen sexueller Belästigung von Kindern mit seinem Foto verbreitet, der zwar offensichtlich eine Fälschung ist, aber trotzdem fleißig auch von nicht rechts Gesinnten geteilt wird, die einfach nicht über die Medienkompetenz verfügen, so einen Fake zu durchschauen, und bei denen bei diesem Thema anscheinend (wie man ja auch an vielen Reaktionen auf den Fall Edathy sehen konnte) der Verstand komplett aussetzt.

9. Bananenrepublik EU: In einem Artikel auf ihrer Webseite berichtet LobbyControl von einer Greenpeace-Studie zur Besetzung von Beratergruppen der EU-Kommission zum Thema Emissionsstandards. Trauriges, aber leider nicht überraschendes Ergebnis: Unternehmenslobbyisten sind dort deutlich überrepräsentiert, sodass alles, was Unternehmensinteressen schmälern und Bürger-/Umweltinteressen stärken könnte vollkommen verwässert wird. Das Demokratiedefizit und die Akzeptanz der Bürger für die EU-Institutionen können auf diese Weise bestimmt nicht verringert werden …

10. Auf Spiegel online findet sich ein interessantes Interview mit Julia Friedrichs, die gerade das Buch „Wir erben – Was Geld mit Menschen macht“ geschrieben hat und hier nun ein paar Einblicke in das Thema Erbschaft in Deutschland bietet. Macht in jedem Fall auch Appetit auf das Buch!

11. Ein Artikel von Der Freitag beschäftigt sich mit dem Thema geplante Obsoleszenz, also dem bewussten Verhindern von Herstellern, dass ihre technischen Geräte repariert, aktualisiert und somit länger genutzt werden können. Während man in Frankreich hier mittlerweile erste Gesetze auf den Weg bringt, um hiergegen vorzugehen, steht die deutsche Regierung – wen wundert’s? – mal wieder konsequent hinter den Unternehmen und gegen den Verbraucher.

12. Starker Tobak! George Friedman, CEO des einflussreichen US-amerikanischen Thinktanks STRATFOR, hält einen Vortrag und beantwortet Fragen zur US-amerikanischen Außen- und Geopolitk. In einem 13-minütigen Zusammenschnitt auf YouTube (leider mit teilweise nicht sehr gut übersetzten Untertiteln, aber man kann Friedman auch im Wesentlichen so gut verstehen) präsentiert er einiges, was hierzulande augenblicklich mit dem Stempel Verschwörungstheorie versehen würde, nämlich eine absolut kalkulierte und menschenverachtende Großmachtspolitik der USA mit dem Ziel vorrangigen Ziel, eine Zusammenarbeit von Russland und Deutschland zu unterbinden.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Er lebt seit vielen Jahren in Hamburg-St. Pauli. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak, hört den ganzen Tag Tonträger und treibt sich viel auf Konzerten rum. Außerdem geht er seit vielen Jahren zu den Spielen des FC St. Pauli.

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