An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!
1. Dass die AfD immer gern die Opferrolle annimmt, ist ja hinlänglich bekannt. Etwas übertrieben hat das nun kürzlich ein Mitglied der Blaubraunen in Mittelfranken, der sein eigenes Auto angezündet hat und das dann als Anschlag von Antifaschisten bei der Polizei angezeigt hat. Als dann allerdings Übereinstimmungen von der Handschrift des damit verbundenen Drohbriefes mit der Handschrift des AfDlers festgestellt wurden, hat er laut einer Meldung in der Süddeutschen Zeitung gestanden, das alles selbst inszeniert zu haben. Lügen, betrügen, kriminell sein und nicht so richtig helle in der Birne – was für ein Paradebeispiel eines Blauzis! [Karl]
2. Im österreichischen Linz hat ein 34-Jähriger mit einem Messer drei afghanische junge Männer angegriffen, zwei von ihnen verletzt und einen getötet. Zuvor hat er, so ein Artikel auf t-online, seiner Frau angekündigt, dass er jemanden töten wolle. Bei der Attacke soll er noch „Scheiß Moslems!“ geschrien haben, die Polizei geht aber dennoch nicht von einem politischen Hintergrund aus. Auch wenn das Grundmotiv vielleicht kein rassistisches gewesen sein mag, so scheint der Mörder doch zumindest rassistische Ansichten zu haben, denn sonst brüllt man ja schließlich nicht so einen Müll. Also offenbar mal wieder ein rechter Gewalttäter, der nur nicht als ein solcher in einer Statistik auftauchen wird. [Karl]
3. Die CDU arbeitet nicht nur auf kommunaler Ebene immer wieder mit der AfD zusammen, sondern auch im EU-Parlament. Das ergaben zumindest interne Chats, über die ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung berichtet und in denen sich Abgeordnete der EVP (das ist die EU-Fraktion, in der auch die CDU/CSU ist) mit rechtsextremen Fraktionen über ein gemeinsames Vorgehen bei einer geplanten Verschärfung der Asylgesetzgebung geeinigt haben. Was noch hinzukommt: Der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber (CSU) und auch andere Unionspolitiker bestritten stets, dass es so eine Kooperation gäbe. Tja, wo die wohl noch so gekungelt haben in der Vergangenheit, was nur nicht rausgekommen ist? [Karl]
4. Ein junger Mann durchforstet das Internet nach strafbaren Hassäußerungen und bringt diese zur Anzeige. Das macht er, weil die Polizei es eben nicht macht und die Betreiber von Social-Media-Plattformen auch nur sehr ungenügend bis gar nicht gegen solche gesetzeswidrigen Aussagen vorgehen. In einem Artikel in der taz wird die Motivation von Fabian F. geschildert und auch der Frage nachgegangen, ob es sich dabei nicht um Denunziantentum handle. Kleiner Spoiler: Nein, ist es nicht, denn es liegen keine niederen Beweggründe vor für diese Anzeigen. So versucht jemand also in seiner Freizeit, das Internet wieder zu einem zumindest ein bisschen besseren Ort zu machen. [Karl]
5. Der CEO von Palantir Alex Karp stuft die von seinem Unternehmen vertriebene Datenanalysesoftware als sehr gefährlich ein, meint aber, dass diese dennoch genutzt werden muss, weil es sonst eben andere, den USA feindlich gesinnte Akteure machen. Also ein übliches Argumentationsschema, was gern verwendet wird, um irgendwelche Schweinereien zu rechtfertigen. Ein Artikel im Tagesspiegel stellt allerdings noch auf eine andere Aussage Karps ab, und die ist fast noch schlimmer: Er geht nämlich davon aus, dass künstliche Intelligenz (KI) vor allem hochgebildeten, oft weiblichen Personen, die oftmals die Demokraten wählen, schaden dürfte, da diese künftig größere Schwierigkeiten haben könnten, gute und interessante Jobs zu bekommen. Tolle Aussichten … [Karl]
6. Direkt nach dem Angriff der USA und Israel auf den Iran sind die Spritpreise massiv angestiegen. Warum das so sei, wollte eine Taskforce der Bundesregierung nun von den Mineralölkonzernen wissen, doch die Gespräche darüber brachten nur ausgesprochen unbefriedigende Ergebnisse, wie ein Artikel auf Spiegel Online berichtet. Vonseiten der Politik gibt es dabei sogar recht harsche Vorwürfe, dass die Vertreter der Konzerne dreist auftreten und sich die Taschen vollmachen würden. Tja, so ist das nun mal, wenn ausschließlich „der Markt“ regiert und bestimmt, wo es langgeht: Wenn eine Möglichkeit für Profit gegeben ist, dann wird diese auch genutzt, egal, was die Nebenwirkungen sind. Willkommen im neoliberal radikalisierten Kapitalismus! [Karl]
7. Na so was! Die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten hat einen Großteil der bisher über das „Sondervermögens für Klimaneutralität und Infrastruktur“ aufgenommenen Gelder in Höhe von 24,3 Milliarden Euro gar nicht, wie es eigentlich vorgesehen war, in Infrastrukturinvestitionen gesteckt, sondern damit Haushaltslöcher gestopft. Zu diesem Ergebnis kommen laut einem Artikel auf t-online das Ifo-Institut und das IW Köln in zwei separaten Untersuchungen, nachdem auch die Bundesbank schon letztes Jahr ähnliche Vorwürfe erhoben hatte. Woran man mal wieder sieht: Die CDU (auch wenn Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in der SPD ist, aber das merkt man ja eh kaum) kann einfach nicht wirtschaften. Hätte man also auch vorher wissen können, bevor man denen mit so einem Sondervermögen weitere Kohle zur Verfügung stellt für ihre Misswirtschaft. Insofern meint auch Grünen-Politikerin Paula Piechotta in einem Interview mit der taz, dass sie mit dem Wissen von heute dem Sondervermögen nicht zugestimmt hätte vor etwa einem Jahr. Ihre geäußerte Kritik ist zwar fundiert, aber auch sie muss sich die Frage gefallen lassen: Wenn jemand wie ich das damals schon gewusst hat, wieso dann ein Politprofi wie sie nicht? [Karl]
8. Der erste Trump-Anhänger auf einem wichtigen Posten ist wegen des Angriffs auf den Iran zurückgetreten, wie aus eine Meldung von t-online hervorgeht: Joe Kent war Leiter des Nationalen Terrorabwehrzentrums und kann diesen Krieg, der seiner Ansicht nach den USA nichts bringe, nicht guten Gewissens unterstützen, sodass er nun seinen Rücktritt ankündigte. Wenig überraschend, dass US-Machthaber Donald Trump dies nur mit Spott kommentiert: Es sei gut, dass Kent nun nicht mehr auf seinem Poste sei, denn er hätte sowieso einen schlechten Job gemacht. Auch wenig überraschend, dass sich in autoritären Regierungen ehemalige Buddies irgendwann nicht mehr leiden können, und beim Trump-Regime herrscht ja nun schon länger ein munteres Kommen und Gehen. [Karl]
9. Die Kommerzialisierung der Aufmerksamkeit ist eine gefährliche Sache. Was genau darunter zu verstehen ist, erläutert die Filmemacherin und Schriftstellerin Alyssa Loh in einem Interview mit der taz. Vor allem Smartphones haben dazu beigetragen, dass Tech-Konzerne unsere Aufmerksamkeit fesseln und dann kommerziell verwerten können. Das ist zwar mittlerweile ein Massenphänomen, aber immer mehr Leute merken auch, dass sie sich damit irgendwie nicht gut fühlen. Hier bräuchte es, so Loh, eine Bewegung, die sich zum Ziel setzt, die Aufmerksamkeit wieder zu stärken und zurückzugewinnen. Interessante Gedanken! [Karl]
10. Schmäkritische Aussagen über Nius-Oberhetzer Julian Reichelt wurden auf einer Großbildleinwand, die auf einem Laster aufgebaut war, durchs Berliner Regierungsviertel gefahren. Die Reaktion von rechten Medien ließ nicht lange darauf warten, und man empörte sich mächtig über die Wortwahl, wie ein Artikel in der taz berichtet. Dumm nur, dass dies alles Zitate waren, die von Nius-Anhängern in deren Kommentarspalten gepostet und dort geduldet wurden – natürlich nicht gegen Reichelt gerichtet, sondern gegen prominente Frauen. Da hat das Edelweiß-Netzwerk den rechten Schreihälsen schon die eigene Doppelmoral vorgeführt – und es sollen noch weitere Aktionen folgen, die sich gegen rechten Medien und Portale richten. Da darf man gespannt sein, was da als Nächstes kommt! [Karl]

