Interessantes aus KW 8/2018

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Die Winterpause ist vorbei und Mann, Sieber! sind mit ihrer 30-minütigen Sendung wieder am Start. In der ersten Folge dieses Jahr arbeiten sich die beiden Kabarettisten Tobias Mann und Christoph Sieber an Olymipa und dem Umfragesturz der SPD in Form eines Songs ab. Die Entschuldigung der heute-show an die AfD ist ein Thema und eine wunderbare Persiflage an Loriot zum Thema Nestlé und Privatisierung der Wasserversorgung. Prima Auftakt! [Dirk]

2. Die Echtzeitmanipulation von Videos ist bereits im Internet angekommen, und so wird den Fälschern und Trollen ein weiteres mächtiges Werkzeug zur Meinungsmanipulation an die Hand gegeben. Dieses Thema hat ttt in einem sechsminütigen Bericht zusammengefasst und hinterfragt. Wenn ich mich schon jetzt gewundert habe, wie schnell und leichtgläubig der letzte Schrott von Leuten geglaubt und geteilt wird (kostenlose Sexgutscheine für Asylanten und dergleichen), dann ahne ich schon, wo dieser Trend hinführen wird. [Dirk]

3. Im Rahmen von Panorama3 haben sich Reporter in eine Einkaufspassage gestellt und Menschen die Nutzerbedingungen von facebook in vereinfachter Form zur Unterschrift vorgelegt. Der sechseinhalbminütige Bericht zeigt die Reaktionen und wie wenig diese AGB gelesen werden. Was mich allerdings eher wundert, ist, wie wenig Vorstellung die Leute davon haben, was mit ihren Daten passiert. Natürlich kommen die Daten in die USA und werden auf den dortigen Servern weiterverarbeitet. Dass man jedoch einer Nutzung zu Werbezwecken zustimmt, das ist schon „spooky“. [Dirk]

4. Auch Videoblogger Rayk Anders ist mal wieder in den Wochenhinweisen mit einem kritischen Thema: Es geht um GNTM (Germanys Next Top Model) und den Zusammenhang zu Toten durch Essstörungen. In seinem viereinhalbminütigen Clip klärt er über Todeszahlen und die Maßnahmen anderer europäischer Länder auf. Es ist schon erstaunlich und erschreckend, wie sich Menschen durch TV und anderen Lifestyle-Konsum beeinflussen lassen. [Dirk]

5. Und wieder einmal versucht die Regierung, an der Bevölkerung vorbei ein Handelsabkommen zu schließen. Ein wenig Background und die Chance für eine Unterschrift gegen diese Heimlichtuerei bietet foodwatch nun mit einer Unterschriftenaktion. Ich schaue nicht genug Nachrichten, um das zufällig vor die Nase zu bekommen, aber ich habe in den Medien davon bisher nichts gehört?! [Dirk]

6. Einen Appell an die deutsche Presse richtet ein viereinhalbminütiger Beitrag auf Zapp: „Bitte erklärt die Pressefreiheit nicht für tot!“ So wie die türkische Zeitung Evrensel leisten weiter Journalisten in der Türkei Widerstand gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Nach der Freilassung von Deniz Yücel sollte der internationale Druck weiter aufrechterhalten werden, so der Appell. Ein wichtiges Anliegen, wie ich finde … nicht nur in der Türkei! [Dirk]

7. Mal wieder frischer Stoff über den Lebensmittelgiganten Nestlé: In einer 30-minütigen Folge von planet e geht es um die steigende Fettleibigkeit und Tote durch Diabetes aufgrund von einseitiger Ernährung mit Fertignahrung. Die zucker- und fetthaltigen Produkte werden in den ärmsten Regionen mit fragwürdigen Mitteln vertrieben. Besonders heikel in der Doku: Nestlé selbst schreibt, dass Aufklärung „in Konflikt mit unseren Geschäftsinteressen stehen könnte“. Klar möchte ein Konzern Gewinne machen, aber hinter jeder Entscheidung steht ein Mensch, der die Folgen wahrscheinlich kennt und für Profit in Kauf nimmt. [Dirk]

8. In ihrer Kolumne auf Zeit Online nimmt sich Petra Pinzler die Doppelmoral der Bundesregierung und hier insbesondere der CDU/CSU vor. Einerseits gibt man ja gern anderen EU-Staaten gegenüber den Schulmeister und beharrt auf Einhaltung von Regeln, auch wenn diese sich als falsch erwiesen haben und deren strikte Befolgung große Schäden anrichtet, andererseits nimmt man es bei sich selbst nicht so genau und ignoriert EU-Recht, wenn auf diese Weise die heimische Automobilwirtschaft ein bisschen gehätschelt werden kann. Einfach nur widerlich! [Karl]

9. Andrea Nahles soll ja im April auf einem Sonderparteitag zur neuen SPD-Vorsitzenden gewählt werden. Aus diesem Grund hat Jens Berger in einem Artikel auf den NachDenkSeiten mal Nahles Arbeitsergebnisse als Bundesministerin für Arbeit und Soziales bilanziert, und das liest sich dann schon ziemlich erschreckend, also aus Sicht von Arbeitnehmern, Sozialleistungsempfängern und Rentnern – Unternehmer finden die nahlesschen Errungenschaften eher super. Daran wird vor allem klar ersichtlich, dass mit dieser Frau garantiert keine so dringend notwendige Neuausrichtung der SPD möglich sein wird. [Karl]

10. Konservative Parteien sind korrupt, und je weiter rechts sie stehen, desto korrupter sind sie. Ist nichts Neues und kennt man in Deutschland ja bestens von der CSU und ihrem Filz. Was nun allerdings laut einen Artikel des österreichischen Standard in Spanien ans Licht kommt, hat dann doch noch mal neue Dimensionen, denn da ist von einem umfassenden Schwarzgeldnetz rund um Premierminister Mariano Rajoy und seine Partei Partido Popular (PP) die Rede, in dem Milliardenbeträge hin und her geschoben wurden. Die Taktik von Rajoy, um darauf zu reagieren, ist dann auch wieder typisch konservativ: Aussitzen. [Karl]

11. Nachdem Wolfgang Schäuble nun nicht mehr Bundesfinanzminister ist, kamen leise Hoffnungen auf, dass die Protektoratspolitik gegenüber Griechenland ein bisschen gelockert werden würde. Doch allem Anschein nach wird der neue designierte Wirtschaftsminister Peter Altmaier genauso weitermachen wie bisher, wie ein Artikel auf Telepolis berichtet. Das ist nicht nur wirtschaftspolitisch totaler Unfug, sondern zeugt zudem von einer Geschichtsvergessenheit gegenüber einem Land, dass unter der Nazi-Besetzung gelitten hat. Die griechischen Rechtsextremisten dürfte das freuen, denn die werden so weiter Aufwind bekommen. [Karl]

12. In einem Gastartikel in der Süddeutschen Zeitung gibt der Professor für Hochschulfinanzierung Christian Kreiß einen Einblick in von Konzernen gekaufte Wissenschaft. Darunter versteht er nicht nur direkt von Unternehmen finanzierte Studien, sondern beschreibt zudem die zahlreichen Verschleierungstaktiken (vor allem am Beispiel der Automobilindustrie), mit der interessengeleitete Wissenschaft einen neutralen Anstrich bekommen soll und zudem wirklich neutrale Untersuchungen diskreditiert werden sollen. Schließlich zeigt er auch noch Lösungsansätze auf, wie der Hochschulbetrieb und dessen Finanzierung anders gestaltet werden müssten, um wieder wirklich seriöse und unabhängige Forschung zu garantieren. [Karl]

13. War doch klar! Mehr oder weniger zufällig kam nun ans Licht, wie ein Artikel von LobbyControl berichtet, dass sich der ehemalige EU-Kommissionsprädident Barrose als Lobbyist von Goldman Sachs mit dem EU-Kommissar Katainen getroffen hat. Damit verstößt Barroso eindeutig gegen sein Versprechen, das er vor der Ethik-Komitee der EU-Komission gegeben hat, damit diese seinem Seitenwechsel zustimmt. Auch der gerade frisch verabschiedete neue Verhaltenskodes für EU-Kommissare dürfte gegen solche Machenschaften wenig nützen. So schafft man weiter EU- und Politikverdrossenheit. [Karl]

14. Über die Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf Ost-Ghouta wurde in der vergangenen Woche ja viel und mit großer Empörung berichtet. Wie verlogen diese Art der sensationsheischende und parteiischen Berichterstattung ist, damit beschäftigen sich zwei Artikel: In der jungen Welt wird geschildert, dass die momentane Offensive vor allem eine Reaktion auf Raketenangriffe von Islamisten von auf Damaskus, die viele zivile Opfer gefordert haben (und über die komischerweise nichts in deutschen Medien zu lesen war), sei. Noch deutlicher wird Thomas Pany auf Telepolis, der zudem einen ausführlichen Bericht des schwedischen Syrienspezialisten Aron Lund vorstellt, in dem dieser die alles andere als demokratischen Zustände in Ost-Ghouta unter dem Regime der dort herrschenden Islamisten beschreibt. Mal wieder gibt ein Großteil der deutschen Journaille also den einseitigen Stimmungsmacher, um unsere Freunde aus den USA gut und deren geopolitische Gegner schlecht dastehen zu lassen. [Karl]

15. Ein Artikel der Deutschen Welle befasst sich mit den EU-Geldern, die in den EU Nothilfe Treuhandfond für Afrika (EUTF) fließen, mit dem eigentlich Fluchtursachen bekämpft werden sollen. Eigentlich deshalb, weil aufgezeigt wird, dass ein großer Teil des Geldes vor allem in Flüchtlingsabwehr gesteckt wird, indem die EU-Grenzen zunehmend mehr dichtgemacht werden. Auf diese Weise betreibt man eben nichts anderes als Symptomdokterei, anstatt mal die tatsächlichen Gründe anzugehen, warum sich immer mehr Menschen aus Afrika auf die Flucht machen müssen. [Karl]

16. Dass die Essener Tafel aufgrund zu großen Andrangs beschlossen hat, nur noch Lebensmittel an Deutsche auszugeben, hat in der letzten Woche für einiges an Aufregung und Diskussionen gesorgt. In einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung beleuchtet Heribert Prantl diese Entscheidung noch mal aus einer etwas anderen Perspektive, indem er nämlich hervorhebt, dass es eine Schande ist, dass es so etwas wie die Tafeln überhaupt geben muss, da der Sozialstaat seinen Aufgaben nicht mehr nachkommt, sodass überhaupt erst eine solche Konkurrenzsituation unter den Ärmsten entstehen kann. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen! [Karl]

17. Neues von den Wendehälsen der rechtsextremen österreichischen FPÖ berichtet ein Artikel von Netzpolitik.org: Nachdem von deren Seite aus im letzten Jahr, bevor sie selbst an der Regierung beteiligt waren, ein umfassendes Überwachungsgesetz noch als „DDR 4.0“ bezeichnet wurde, soll dieses nun in nahezu identischer Form im Schnellverfahren durchgeboxt werden. Was das alles beinhalten soll, liest sich extrem gruselig – und lässt Österreich dann direkt zu einem Überwachungsstaat werden. Aber das ist ja auch genau das, was Rechtsextreme immer gern haben wollen … [Karl]

18. Mit viel Unsachlichkeit und fachlichen Mängeln hat sich die ARD-Sendung Hart aber fair mit dem Titel „Justiz – überlastet, überfordert, zu lasch?“ mal wieder darin betätigt, Rechtspopulisten und deren Anhängern ordentlich Futter zu liefern, wie Bundesrichter a. D. Thomas Fischer in einem Gastbeitrag auf MEEDIA kritisiert. Allein schon, dass man BILD-Chefhetzer Julian Reichelt dort einlud und seinen inkompetenten, aufwieglerischen Schmutz verbreiten ließ, zeigt, dass es nicht um das Bestreben, niveauvolle Information zu präsentieren, gegangen sein kann bei der Planung der Sendung. Dass der intellektuell überforderte Antijournalist Plasberg sich dabei auch noch rechtspopulistischen und sogar nationalsozialistischen Vokabulars bedient, passt ins Bild. Na ja, wenigstens hat diese miserable Hetzsendung dann noch dazu geführt, dass man die fundierten und pointierten Anmerkungen von Fischer dazu lesen kann – gleichwohl ein schwacher Trost! [Karl]

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