Klimapaketkompromiss

Erst wenn über den Handel der letzte Preis gefunden sein wird, werden sie merken, dass es beim Sterben keinen Unterschied macht, ob man diesen Preis noch zahlen kann oder nicht, ob er überhaupt noch gezahlt wird, werden sie begreifen, wie hoch der Preis war, den wir alle zu zahlen hatten für die freie Marktwirtschaft und die unsichtbare Hand des Marktes.

Die SPD feiert sich gerade selbst dafür, dass sie den Kompromiss beim Klimapaket noch ein wenig zugunsten einer höheren CO2-Steuer verschärfen konnte. Nicht nur das. Sie versteigt sich auch noch in der Behauptung, dies sozial abgesichert getan zu haben. Sie meint, dass die nun kommende Erhöhung des Preises auf CO2 durch ein wenig Stromkostensenkung und Senkung von Bahntickets kompensiert werden könnte. Welch ein Irrtum, welch ein sozialer Fauxpas.

Ich brauche nur auf meine Haushaltsbilanz zu schauen. Die Stromkosten-Ersparnisse fallen – insbesondere wegen unseres Umweltbewusstseins – kaum ins Gewicht. Einen Bahnhof haben wir schon lange nicht mehr vor Ort, brauchen das Auto – wenn auch wenig, auch aus Umweltbewusstsein -, um die notwendigen Wege hier erledigen zu können. Schon hier greift der Beschluss kräftig in unser Portemonnaie, wie wohl bei vielen anderen Menschen, die in der Provinz leben, auch.

Dass natürlich auch die zumeist mit LKW gelieferten Güter teurer werden, weil die Steuer natürlich auch den Transport verteuert, die Produktion insgesamt sich verteuert und damit allgemein die Lebenshaltungskosten, das vermeiden sie zu sagen, wahrscheinlich sogar mitzudenken. Das lassen sie unter den Tisch fallen. Warum sollten sie das auch sagen, meinen sie, merken wir es in der allgemeinen Inflation doch sowieso nicht, denken sie wahrscheinlich, und die ist sowieso zu niedrig, was ja auch die Sparer ihrer Ansicht nach zu spüren bekommen – wo sie sich im Übrigen auch täuschen und mit ihnen die Sparer.

Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, ich bin dafür, dem Umweltschutz Priorität einzuräumen, allen Lasten dafür auch aufzuerlegen, aber doch nicht so, so mit der Gießkanne und dann auch noch die Menschen hinter die Fichte führend, wie nun wieder getan, weil man vor Verboten zurückschreckt, dem Markt allein die Regeln überlässt, nur ein wenig an der Steuerschraube und damit den Preisen zu schrauben gedenkt.

So wird das nichts, weder mit dem Klima im Sozialen – das wird noch härter werden für viele Menschen – noch mit dem planetaren Klima – das wird man so nicht retten können für die Menschheit und andere Lebewesen.

So wird das auch nichts mit dem Erhalt der Demokratie und mit einer SPD, die wieder eine Bedeutung für diese Gesellschaft bekommen könnte, die über den Mehrheitsbeschaffer eines christdemokratischen Kanzlers oder Kanzlerin hinaus geht, auch nichts. So bekommen wir eher eine AfD auf die Regierungsbänke, und wie dann das soziale und das planetare Klima sich entwickeln werden, das wissen wir ja, dazu braucht man kein Prophet zu sein.

Gut, dass ich zu den Alten hier gehöre, denn noch mal jung sein angesichts dessen, was uns diese Art der Politik, diese Politikergarde gerade einbrockt, möchte ich keinesfalls. Die mir noch bevorstehenden zwei bis drei Jahrzehnte kriege ich auch noch gut rum, da bin ich sicher. Schade nur für mein Enkelkind, für meine Kinder, denn die wird es hart treffen, was da so in den Parteizentralen gerade so verzapft wird, in allen übrigens, denn an den Regeln der Wirtschaft wollen oder können sie ja nichts ändern. Wobei ich eher das Wollen verantwortlich mache, denn können, das täten wir schon können, wenn wir nur wollten.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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