Rojava – keine verteidigenswerte Demokratie?

In den Nachrichten erreichen uns in den letzten Tagen immer wieder Meldungen über den Kampf um Kobanê, welches wohl bald von den IS-Truppen eingenommen wird. An der türkischen Grenze stehen Panzer, aber Erdogan lässt sie nicht eingreifen. Nicht so verwunderlich, da dieser ja auf die Kurden nicht sonderlich gut zu sprechen ist. Dass aber auch die USA sich eher zurückhalten, hat mich schon mehr gewundert. Die haben ja den IS, neben Putin/Russland, als Bedrohung des Weltfriedens ganz oben auf ihrer Liste und bomben los, was das Zeug hält, wenn mal wieder ein Terrorteufel identifiziert wurde.

Gestern hab ich dann diesen Artikel auf Telepolis gelesen (Das Modell Rojava), und meine Verwunderung wich. Bedrohlicher als Terrorismus und Putin zusammen ist für die USA und ihre Verbündeten offensichtlich echte Demokratie! Nun ja, so richtig neu ist das nicht und von daher auch nicht so verwunderlich, denn wenn man sich in der westlichen Welt umschaut, bemerkt man, dass Demokratie ja eher ein Etikettenschwindel ist. Unsere Bundesmutti hat es ja auch als „marktkonforme Demokratie“ bezeichnet und damit auf den Punkt gebracht.

Ob dieses Projekt im Nahen Osten Früchte tragen könnte, wird sich wahrscheinlich nicht mehr zeigen können, da ja die IS, in diesem Fall als Erfüllungsgehilfe der Westmächte (oder sollte man sagen „des Kapitals“?), dem ein schnelles Ende bereiten wird. Schade, denn von den Ansätzen könnten sich unsere Demokratien ein Paar ordentliche Scheiben abschneiden!

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Gerald

Guter Jahrgang, Südlage ;-). Statt eines Lebenslaufs, möchte ich mich lieber auf eine andere Weise vorstellen. Ich mag Menschen, Tiere, Bäume, Natur, eigentlich die ganze Welt mit ihren vielfältigen Erscheinungen. Wenn ich die Natur betrachte, bin ich immer wieder erstaunt und beeindruckt, wie dort alles ineinandergreift, einander dient. Eine scheinbar verschwenderische Fülle, dennoch wird kein Quäntchen vergeudet. Nur wir Menschen tanzen dabei immer wieder aus der Reihe. Es macht mich traurig zu erleben, wie häufig und wie schlimm wir miteinander und mit der Welt die uns trägt umgehen. Ich übe mich aber darin, dies mit Gelassenheit, Mitgefühl und Humor zu betrachten und so gut ich kann mit mir selbst, meinen Mitmenschen und dem Rest der Welt umzugehen.

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