Es wäre alles viel einfacher, wenn man es nur wollte …

… nur will man es nicht, weil man nach der Krise das wieder will, was man vor der Krise schon hatte, was die Krise befeuerte und die nächste Krise befeuern wird: den Neoliberalismus und damit die marktkonforme Gesellschaft. Nicht erst das Gutachten der Leopoldina, dieses Thinktanks, zeigt das. Schon lange ist das zu sehen und hier bei uns auch dargestellt worden.

Ein Beispiel und gleichzeitig Vorschlag

Die allermeisten Probleme entstehen in der Wirtschaft, weil die Selbstständigen ihre Fixkosten nicht über die Verkäufe ihrer Produkte oder Dienstleistungen decken können. Was außerhalb der Krise funktioniert, die Stückkostendegression und damit die Umlage der Fixkosten, ist in der Krise für viele außer Kraft gesetzt. Deshalb hätte man hier ansetzen sollen, könnte man immer noch ansetzen, denn die Fixkosten sind für die meisten Unternehmen leicht nachzuweisen, und die könnte der Staat auf Zeit übernehmen, so wie er für die Mitarbeiter den Lohn übernehmen könnte, das Kurzarbeitergeld auf 100 % erhöhen könnte.

Der Teil der Selbstständigen, die darüber hinaus noch ein Problem haben mit ihren eigenen Lebenshaltungskosten, können auf das Hartz-System zurückgreifen wie jeder andere Arbeitnehmer auch, den das System aussortiert hatte, der dem System nicht dienlich sein kann oder darf. Zumal jetzt wäre dieser Rückgriff möglich, da die Vermögensüberprüfung weitestgehend außer Kraft gesetzt worden ist und die Wohnungsgröße auch nicht zu einer Hürde gemacht worden ist.

Finanzierung?

Alles möglich und finanzierbar, wenn man die klassische Ökonomie endlich in den Geschichtsbüchern stehen lässt, sie den Historikern überlässt und sich modernen Ansätzen, insbesondere denen, die Geld auch zu betrachten wissen, zuwenden würde, wenn man Tauschwirtschaft Tauschwirtschaft endlich sein lassen würde und sich der modernen Geldwirtschaft auch vonseiten der Politik endlich geistig öffnen würde.

So jedenfalls, wie derzeit gehandelt wird, schafft man mehr Probleme als man löst, schiebt viele Probleme nur auf, um diese dann in Zukunft als Probleme wirken zu lassen, die bestehenden Probleme vor der Krise nach der Krise nur größer werden lassen wird.

Wirkliche Lösungskompetenz kann ich weder in der Politik noch bei den Teilen der tonangebenden Wirtschaftswissenschaften hier erkennen. Systemdenken zum Systemerhalt, mehr kann ich nicht sehen. Kompliziertes Denken und Handeln, ohne wirkliche Konzepte, das sehe ich dafür umso deutlicher.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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