Interessantes aus KW 53/2020

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Kuschelkurs für Querdenker und andere Rechtsaußen, Knüppel für Umweltaktivisten – das ist kein ganz neues Muster des Vorgehens der Polizei. Gerade wieder mal exemplarisch im Dannenröder Wald zu sehen, wie ein Artikel in der taz berichtet. Dort scheint ein Aktivist mit dem Schlagstock am Kopf verletzt und später im Krankenhaus weiter von Polizisten traktiert worden zu sein. Leider ebenso typisch: Teile der Presse übernehmen einfach wieder die Aussagen der Polizei als Tatsachen in ihrer Berichterstattung. [Karl]

2. Wenig überraschend, dass US-Präsident Donald Trump in seinen letzten Amtstagen noch mal reichlich Mist baut, der seinen Buddies zugute kommt. So hat er nun, wie aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau hervorgeht, einige verurteilte Kriminelle aus seinem persönlichen Umfeld begnadigt, die zuvor Haftstrafen wegen diverser Delikte aufgebrummt bekommen hatten. Derartiges Verhalten macht es noch erschreckender, dass Trump bei der Wahl in diesem Jahr sogar noch mehr Stimmen als 2016 bekommen hatte. [Karl]

3. In letzter Zeit werden immer wieder Waffenlager von Rechtsextremisten ausgehoben, so auch aktuell gerade im Zuge einer groß angelegten Razzia in Deutschland und Österreich. Pikantes berichtet dazu ein Artikel in der der Schweizer Boulevardzeitung Blick: Ein in der Schweiz lebendes AfD-Mitglied hat allem Anschein nach im großen Stil Waffen aus Kroatien beschafft und diese an andere Rechtsextremisten weitergegeben – ein Zeuge sagte sogar aus, dass das Zeug für „die AfD“ gewesen sein soll. Die Blaubraunen bestreiten natürlich mal wieder alles, aber das kennt man ja von denen, wenn mal wieder rechtsextremistische und in diesem Fall sogar rechtsterroristische Machenschaften auf ihren Reihen öffentlich werden. [Karl]

4. In einem Interview auf heise online schildert die Ökonomin Margit Osterloh die Vorteile, wenn Führungspositionen nach dem Zufallsprinzip besetzt werden. Was erst mal etwas absurd klingt, erweist sich in Experimenten der Universität Zürich als ausgesprochen effektiv: Zunächst werden geeignete Kandidaten aufgrund ihrer Kompetenzen ermittelt, danach wird dann per Los entschieden, wer die Führungsposition bekommt. Resultat: Vorurteile und Seilschaften spielen keine Rolle mehr, Machtmissbrauch und Überheblichkeit werden verringert, und die nicht ausgewählten sind nicht frustriert, weil ein Losverfahren ja nichts über eventuell mangelnde Qualitäten aussagt. Sehr interessanter Ansatz – gegen den sich allerdings Führungskräfte aus der Wirtschaft sehr sträuben. Warum wohl? [Karl]

5. Laut einem Artikel in der taz soll das Bundesumweltministerium Gelder zugewiesen bekommen, mit denen eine von Drittmitteln unabhängige Forschung zu den Risiken und Folgen neuer Genrechnikverfahren (Crispr/Cas) ermöglicht werden soll. Das ist natürlich zum einen eine gute Sache, zum anderen offenbart dies aber auch eines der Probleme der ökonomisierten Wissenschaft: Wer bezahlt, bestimmt die Musik. Und so müssen nun also extra öffentliche Gelder aufgewendet werden, um den Wirtschaftsdruck aufgrund von Drittmitteln von der Forschung zu nehmen. Eigentlich ein Armutszeugnis, wie ich finde. [Karl]

6. Die Ökonomie Mariana Mazzucato analysiert in einem Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie ergriffen werden. Dabei stellt sie fest, dass vieles recht untauglich ist, was zurzeit praktiziert wird, und dass die Krise vielmehr als Möglichkeit, endlich ein neue wirtschaftliches System zu entwickeln, begriffen werden sollte. Darin wird dann vor allem die Rolle des Staates neu definiert. Sehr interessante Ansätze und Ideen, aber da ja schon die Finanzkrise 2008 nicht zu einem Umdenken geführt hat, fürchte ich, dass das auch jetzt nicht der Fall sein wird. [Karl]

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