Die Delta-Variante

Zurzeit wird ja die in den letzten Wochen aufgrund von sinkenden Infizierten- und Opferzahlen verbesserte Corona-Stimmung wieder etwas getrübt durch die sogenannte Delta-Variante, die in Großbritannien mittlerweile der vorherrschende Typ des Coronavirus ist und dort bereits wieder für steigende Inzidenzwerte sorgt. Das sollte einen nun nicht wirklich überraschen, ist es nämlich eine direkte Folge der globalen Corona-Politik – und ich schätze mal, dass es etlichen Politikern auch ganz gelegen kommt.

Dass nun in anderen Ländern neue Formen des Coronavirus entstehen, ist eine ganz normale Entwicklung, denn so verhalten sich Viren nun mal: Sie mutieren. Machen die Grippeviren ja auch ständig so, das kann man also durchaus wissen.

Und wenn man nun eben entschieden hat, diese Pandemie nicht global zu bekämpfen, sondern vor allem von nationalen Egoismen getrieben, dann ist es ebenfalls nicht sonderlich überraschend, dass in Ländern, die bisher kaum Impfstoff bekommen haben, solche Mutationen entstehen. Ebenso wenig sollte es verwundern, dass diese Varianten sich dann schnell auch auf der ganzen Welt verbreiten – das haben wir ja schon gesehen mit dem ursprünglichen Coronavirus, das ja aufgrund von Flugreisen und Tourismus in recht kurzer Zeit von einem lokalen chinesischen zu einem weltweiten Phänomen wurde.

Das ist nun alles allerdings nicht vom Himmel gefallen, sondern basiert auf ganz konkreten politischen Entscheidungen, nämlich vor allem darauf, die Patente und Lizenzen für die Impfstoffe nicht einfach aufzuheben, damit möglichst schnell möglichst viel Impfstoff für alle Menschen auf der Welt hergestellt werden kann. Solange das nicht der Fall ist und gerade die Menschen im globalen Süden deswegen kaum geimpft werden, wird es auch ständig neue Mutationen des Virus geben.

Da dies nun alles kein Geheimwissen ist, muss man wohl davon ausgehen, dass diese Folge von den Politikern, die sich gegen eine Freigabe der Impfstoffe aussprechen, genau so beabsichtigt ist. Und selbst wenn dies „nur“ ein Kollateralschaden der Wirtschaftshörigkeit dieser Politiker wäre, denen die Gewinne der Pharmaunternehmen eben wichtiger als Menschenleben sind, dann würde dieses Szenario ja zumindest billigend in Kauf genommen – und wäre somit auch das Resultat von politischen Entscheidungen.

Die Corona-Pandemie hat sich für diejenigen, die ohnehin von der neoliberalen Politik profitieren, als sehr lohnenswert erwiesen: Die Börsen feiern Dauerparty, die Milliardäre konnten ihre Vermögen auf obszön-absurde Weise steigern, Konzerne schütten dank Staatshilfen und Kurzarbeitergeld immense Dividenden aus, zudem fällt viel Konkurrenz aus dem Sektor der kleinen und mittelständischen Betriebe weg, die Überwachungsfanatiker konnten ihrem Ziel des gläsernen Bürgers ein gutes Stück näher kommen, die Korruption und Vorteilsnahme (vor allem in der CDU) blüht ohne Ende und ohne, dass dies ernsthafte politische Konsequenzen hätte … Das ist übrigens auch alles nicht überraschend, sondern wurde von mir bereits in einem Artikel vom März 2020 so prognostiziert. Und wenn ich als „kleiner Blogger“ diese Entwicklung so vorhersehen kann, dann können das die „Profis“ aus der Politik, die für die entsprechenden Entscheidungen verantwortlich sind, wohl erst recht gewusst haben.

Und insofern ist es naheliegend, dass dieser lukrative Zustand von den Nutznießern und ihren politischen Handlangern möglichst lange aufrechterhalten oder eben immer wieder in leichten Varianten fortgesetzt werden soll. Was wir gerade erleben.

Natürlich fehlen dann auch nicht die Stichwortgeber aus der Wissenschaft, und natürlich ist da wieder Christian Drosten an vorderster Front zu finden (s. hier). Klar, der hat sich ja vor allem dadurch bisher ausgezeichnet, dass seine Aussagen und Prognosen überwiegend nicht zutreffend waren – von „Masken schützen nicht“ zu Beginn der Pandemie bis zu „Wir brauchen jetzt einen Holzhammer-Lockdown“ von Ende März 2021 – und eigentlich stets der Politik folgten bzw. deren Agieren einen legitimen Anstrich zu verpassen suchten.

Und natürlich wird auch wieder nur auf die Inzidenzwerte fokussiert und nicht geschaut, wie es denn mit den Opferzahlen (bei denen immer noch nicht differenziert wird zwischen „an“ und „mit“ Covid-19 gestorben, sondern das wird nach wie vor in einen Topf geschmissen) aussieht.

Es sollte doch wohl jedem klar sein, dass, wenn wir keine globale Impfkampagne mit der Freigabe sämtlicher Impfstoffe zur lizenzfreien Herstellung starten, dieses Virus nicht einfach wieder verschwinden wird. Es wird mutieren, diese Mutanten werden sich verbreiten, und wir können nur zusehen, dass wir uns so weit dagegen wappnen, indem wir schwere Verläufe zu vermeiden suchen, sodass die Gefährlichkeit dann irgendwann auf dem Niveau einer normalen Grippe ist. Was übrigens laut dem Medizinhistoriker Wilfried Witte ohnehin passieren wird, wenn man die bisherigen Erfahrungen mit derartigen Pandemien, wie beispielsweise der Hongkong-Grippe von 1969/70, zugrunde legt (s. hier).

Würde die Politik nun verantwortungsvoll im Sinne der Gesundheit der Bürger handeln, dann wäre spätestens jetzt bei dieser Delta-Variante der Zeitpunkt gekommen, die national ausgerichtete Impfstrategie zu hinterfragen und die Patente schnellstens freizugeben, um weitere solche Mutationen zu verhindern. Das wird aber nicht gemacht – also kann man wohl davon ausgehen, dass genau solchen Virusvarianten sehr gewünscht sind vonseiten der Politik.

Und dass diese Delta-Variante nun auch gleich wieder genutzt wird, um Ängste zu schüren, obwohl man noch gar nichts Genaues über deren wirklich Gefährlichkeit weiß, bestätigt die Sichtweise, dass Corona mittlerweile vor allem politisch ausgeschlachtet wird. Da haben die Neoliberalen dank dieses Virus eine wunderbare Gelegenheit bekommen, ihre Agenda noch rabiater durchzusetzen als zuvor, und diese Möglichkeit haben sie auch leider sehr schnell erkannt und dann skrupellos ergriffen.

Und es wird noch eine ganze Weile so weitergehen, fürchte ich …

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

2 Gedanken zu „Die Delta-Variante“

  1. Eine recht sachliche Darstellung des derzeitige Status quo bezüglich der Delta-Variante habe ich gerade in Form eines Artikels auf heise online gelesen. Das klingt da alles schon mal deutlich weniger beängstigend als vieles, was man sonst so zu hören und zu sehen bekommt – aber damit lässt sich natürlich auch nicht so richtig gut Politik machen …

  2. Sehr interessant zu diesem Thema ist eine Artikel von Andreas Zumach in den Blättern für deutsche und internationale Politik, in dem er sogar von „Impfstoff-Apartheid“ spricht. Interessant auch die dort präsentierten Zahlen, die mit dem Mythos aufräumen, dass die Pharmakonzerne ja ihre Kosten wieder reinbekommen müssen und daher die Lizenzen nicht freigegeben werden können. Genau diese Konzerne fahren nämlich bereits enorme Gewinne ein, und viele Grundlagen, die zur Herstellung der Impfstoffe verwendet wurden, waren zudem ohnehin mit öffentlichen Geldern finanziert.

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