Interessantes aus KW 48/2021

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. In Südafrika wurde gerade eine neue Variante des Coronavirus entdeckt, die sich auch bereits über die ganze Welt verbreitet. Dabei, so stellen Uta Dirksen und Sebastian Sperling in einem Artikel für das IPG-Journal fest, hat sich Südafrika ausgesprochen vorbildlich verhalten: Die Virusmutation wurde dank moderner Labortechnik erkannt, und dies wurde dann auch sogleich transparent öffentlich kommuniziert. Als „Dank“ erfolgten sofort von vielen Ländern restriktive Reisebeschränkungen für Südafrika, und das, obwohl diese Mutation längst auch schon in anderen Ländern aufgetreten ist. Na ja, so was passiert eben, wenn einem Großteil der Weltbevölkerung nach wie vor Impfstoff vorenthalten wird … [Karl]

2. Dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau bei uns noch lange nicht erreicht wurde und unsere Gesellschaft nach wie vor auf patriarchalen Strukturen fußt, wird in einem Artikel von Franziska Schutzbach in den Blättern für deutsche und internationale Politik thematisiert. Die meiste Pflegearbeit wird nämlich nach wie vor unentgeltlich vor allem von Frauen geleistet. Und genau diese Arbeit ist überhaupt erst die Grundlage dafür, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem funktionieren kann. Feminismus ist somit auch immer kapitalismuskritisch zu denken, wenn er denn wirklich an die Ursachen der Ungleichheit rangehen will. [Karl]

3. 2017 wurde das umstrittene Pflanzengift Glyphosat, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird, für fünf weitere Jahre in der EU zugelassen. Im Nachhinein stellte sich heraus, wie in einem Artikel von Global 2000 referiert wird, dass die allermeisten der dieser Zulassung zugrunde liegenden Industriestudien keinen wissenschaftlichen Standards genügen. Nun steht eine erneute für 15 Jahre beantragte Zulassung von Glyphosat an – und das Ganze wiederholt sich offensichtlich, da sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erneut auf mangelhafte Herstellerstudien beruft. Unglaublich, wie mutwillig man hier offensichtlich die Bürger vergiftet, um Industrieinteressen zu wahren. [Karl]

4. In einer Chat-Gruppe der bayrischen AfD, in der auch führende Landespolitiker der Blaubraunen vertreten sind, wurden unverhohlen Umsturzfantasien und antidemokratisches Gedankengut geäußert, wie ein Artikel auf tagesschau.de berichtet. Das ist nun wenig überraschend, bestätigt aber all diejenigen, die in der AfD keine bloß rechtspopulistische, sondern eine zutiefst rechtsextreme und antidemokratische Partei sehen. Schlimm, dass so eine Truppe mittlerweile in allen möglichen Parlamenten sitzt und somit ein Stück weit zur politischen Normalität im Lande zählt. [Karl]

5. Alle Jahre wieder gibt der BUND seinen Einkaufsratgeber Mikroplastik heraus, den man sich auf der Website der Naturschutz-NGO gratis runterladen kann. Darin kann man dann mal schauen, ob eventuell Produkte, die man regelmäßig verwendet, Mikroplastik enthalten, sodass man sich dann besser nach Alternativen umsieht. Gute Sache! [Karl]

6. Bei 3G-Abfragen in den Dienststellen kam gerade heraus, dass fast ein Fünftel der bayrischen Polizisten nicht gegen Corona geimpft sind, wie ein Artikel von BR24 berichtet. Das ist nicht nur aufgrund der Vorbildfunktion von Polizisten nicht sehr schön, sondern es wird etwas grotesk, wenn dann ungeimpfte Beamte die Einhaltung von G2-Regeln überprüfen sollen. Auch in anderen Bundesländern zeichnet sich eine ähnliche Tendenz ab. Letztlich ist das allerdings auch nicht so richtig verwunderlich, da ja sowohl bei Impfgegnern als auch bei Polizisten der Anteil an Rechtsextremen deutlich höher ist als im Rest der Bevölkerung. [Karl]

7. Was die neue Ampel-Bundesregierung gemäß ihrem Koalitionsvertrag für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bringen wird, wird in einem Artikel in der taz von verschiedenen Redakteuren sehr anschaulich dargestellt, indem man exemplarisch zehn sehr unterschiedliche Personen nimmt und die Auswirkungen auf deren Leben beschreibt. Daran sieht man dann, dass sich zwar einige Sachen ein wenig verbessern, weil die CDU/CSU nicht mehr mit in der Regierung ist, aber generell doch vieles beim Alten (oder auch im Argen) bleiben wird. Der viel postulierte Aufbruch zu neuen Ufern scheint das also doch nicht so richtig zu sein. [Karl]

8. Benjamin Bidder befasst sich in einem Artikel auf Spiegel Online mit einer Studie der OECD und der Bertelsmann-Stiftung, in der es um die Entwicklung der Mittelschicht in Deutschland geht. Und das Resultat ist alles andere als rosig, denn es zeigt auf, dass eines der zentralen Versprechen der Marktwirtschaft nicht mehr eingehalten werden kann, nämlich dass es der kommenden Generation besser gehen wird als der jetzigen. So schrumpft die Mittelschicht in Deutschland stärker als in den meisten anderen vergleichbaren Staaten, zudem ist die soziale Mobilität in wesentlich stärkerem Maße von oben nach unten ausgerichtet und immer weniger ein Aufstieg möglich. Und diese Tendenzen drohen sich in den nächsten Jahren vor allem durch die Digitalisierung, die für den Wegfall vieler Arbeitsplätze sorgen wird, noch zu verstärken. [Karl]

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Kollektiv

Gemischte Beiträge mehrerer Autoren.

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