„Politische Propaganda und wie wir sie durchschauen können“ – so lautet der Untertitel dieses Buchs von den beiden Journalisten Daniel Baumann und Stephan Hebel. Das klingt erst mal nach einem etwas vollmundigen Versprechen, aber dies kann doch in der Tat recht gut eingelöst werden. Die Autoren nehmen sich nämlich in lexikalischer Form typische neoliberale Floskeln und (teils verzerrt verwendete) Begriffe vor, die sie dann in ihrer Verwendung beschreiben und dabei deren manipulativen Charakter entlarven. Das klingt zunächst mal trockener, als es sich dann liest.
Interessantes aus KW 49/2017
An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!
Aus Mensch wird Masse
Die Welt ist einfacher in ihrer Handhabung, wenn man die Dinge schnell und unkompliziert einordnen kann: Das schafft Struktur, Sicherheit und verbraucht weniger Energie zum Denken. Alles Dinge, die dem Menschen scheinbar entgegenkommen, aber leider nicht gerade einem reflektierten und sozialen Miteinander zuträglich sind.
Handelsblatt Orange: neoliberale Indoktrinierung des Nachwuchses
Das Handelsblatt hat seit einiger Zeit, wie so viele andere Zeitschriften und Zeitungen, ein eigenes Jugendmagazin, um auch jüngere Menschen ansprechen zu können: Orange by Handelsblatt. Das Ganze ist deutlich peppiger als die Mutterzeitschrift bzw. deren Webpräsenz aufgemacht, kommt mit großen Bildern und eher im Blog-Style daher. Das ist so weit ja auch alles gut und schön, allerdings fand sich dort vor einigen Wochen ein Artikel, der mir doch reichlich sauer aufgestoßen ist.
Interessantes aus KW 48/2017
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Futter für die AfD – mit besten Grüßen von der ARD
Dass der Rechtsruck in Deutschland nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von den Neoliberalen aus der sogenannten Mitte heraus gefördert wurde, darüber habe ich ja vor etwa einem Jahr bereits einen Artikel hier auf unterströmt geschrieben. Nun sind mir in den letzten Tagen aufgefallen, dass vonseiten der ARD schon recht deutlich Stimmung im Sinne der AfD-Jünger gemacht wird, indem dort genau deren Vorurteile bedient werden. Das halte ich für ausgesprochen gefährlich, da so gerade die AfD-Protestwähler, die keine waschechten Rassisten und somit eventuell noch argumentativ erreichbar sind, weiter inhaltlich in Richtung AfD getrieben werden. Mal davon abgesehen, dass so die AfD und ihr krudes Gedankengut wieder ein Stück weit salonfähiger gemacht werden.
Filmtipp: Captain Fantastic
Auch wenn der Titel spontan an das Marvel-Universum denken lässt, geht es hier um einen wunderbar kontroversen Film von Regisseur und Drehbuchautor Matt Ross. Der deutsche Untertitel lässt schon erahnen, dass es eher um ein gesellschaftskritisches Werk geht: „Einmal Wildnis und zurück“. Das Drama um einen Familienvater und seine sechs Kinder, die nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter aus ihrem Leben in der freien Natur in die Konsumgesellschaft eintauchen müssen, um der Beerdigung ihrer Mutter beizuwohnen.
Fünf weitere Jahre Glyphosat
Tja, das dürfte die Politik- und EU-Verdrossenheit weiter befeuern … Heute haben sich die EU-Staaten für eine Verlängerung der Zulassung des höchst umstrittenen Pestizids Glyphosat ausgesprochen.
Interessantes aus KW 47/2017
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Polarisierung: Onlineshopping
Es geht in großen Schritten auf Weihnachten zu, was man unter anderem daran merkt, dass die Lebkuchen und Schokoherzen nach zwei Monaten in den Regalen des Einzelhandels bereits hart und unappetitlich werden. In den Fußgängerzonen werden die Stände aufgebaut, die Keller werden nach Dekoration durchsucht, und man sieht Lieferwagen an allen Ecken. Gerade der letzte Punkt wird durch die Medien (z. B. bei quer) wieder so stark polarisiert, dass Onlineshopping einmal mehr in Verruf gerät (was zuletzt Amazon zu spüren bekam). Dabei ist es wie mit fast allen Themen: eine Frage des Maßes.

