Interessantes aus KW 38/2019

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Wie bei vielen anderen Themen gibt es auch beim Klimaschutz nicht nur den einen Weg. So berichtet Panorama 3 (NDR) in einem 10-minütigen Bericht von der leider nie etablierten Nischentechnik der Brennstoffzelle (Wasserstoff). So wie Elektroautos ein Zwischenschritt zur Speicherung erneuerbarer Energien sein kann, so kann man mit Wasserstoff die Energie der Windräder speichern, die derzeit bei Überlastung des Stromnetzes einfach abgeschaltet werden (was mit einem Kraftwerk nicht mal eben möglich ist). [Dirk]

2. In der gleichen Sendung Panorama 3 (NDR) zeigt ein 5-minütiger Beitrag, wie mit sogenannten „Vorweggenehmigungen“ Fakten geschaffen werden, wo noch keine Baugenehmigung erteilt wurde. So werden Biotope trocken gelegt, Flussläufe ausgetrocknet oder Bäume gerodet. So kommt jede Form von Bürgerprotest zu spät, denn was kaputt ist, kann nicht mehr gerettet werden. Gerade in Zeiten aufblühenden Klimabewußtseins sollte man sich diese Praxis noch einmal durch den Kopf gehen lassen. [Dirk]

3. Immer wieder verschlägt es mir die Sprache: Da fordern besorgte Bürger „kriminellen Flüchtlinge raus aus Deutschland“ und unterstreichen ihre Ängste mit Hetze, Drohungen und Gewalttaten (genau das, wovor sie angeblich Angst haben). Im Rahmen der NDR Sendung 45 Min berichten Politiker aller Parteien über Hetze und Gewalt gegen sich als Amtsträger. Wenn ich selbst Gewalt und Drohung als politisches Druckmittel nutze, dann ist es wohl auch kein Wunder, wenn ich Gleiches von anderen erwarte (Projektion). Wirklich bemitleidenswert, solche verklärten Gestalten. [Dirk]

4. Die Dokumentation „China – Die neue Weltmacht“ sollte eigentlich eher „Die alte und neue Weltmacht“ heißen: Einen Großteil der letzten 2.000 Jahre war das Reich der Mitte auch die Mitte allen Handels und auch militärisch eine Übermacht. Die letzten 300 Jahre hat die USA diese Rolle übernommen, indem sie mehr in Rüstung investieren, als ein Großteil der Welt zusammen. Dieser Bericht zeigt die kapitalistische Öffnung (trotz ihrer autoritären Staatsform) und das Bestreben friedlich mit anderen Nationen zu handeln, anstatt mit Waffengewalt in unliebsame Länder ein zu fallen (ich zeige gedanklich auf die USA). [Dirk]

5. Zwei Themen, die mich beide bewegen, aber ich dachte nicht, dass ich die zusammen gepackt bekomme: Danke US-Sanktionen gegen den Iran, wird dort kreativ Geld „erwirtschaftet“. Wie der WELTSPIEGEL (ARD) berichtet, wird dort vermehrt ins Mining von Bitcoins investiert (durch extreme Rechenpower, und damit ökologisch eine Katastrophe, wird Geld in einer virtuellen Währung geschaffen). Auch wenn ich diese Form der Wirtschaft ablehne, so sehe ich aber auch die nachvollziehbare Versuchung die Sanktionen so zu umgehen. Ich meinte eingangs zwei Themen, denn ich mache mir derzeit ernsthafte Sorgen um den Iran und einer militärischen Intervention (ein Angriffskrieg, nicht mehr und nicht weniger) der US-Truppen mit Unterstützung durch Saudi-Arabien. [Dirk]

6. Über Eskapaden der AfD schreibe ich schon lange nicht mehr, die sollen ihre BILD Strategien nicht auf meinem Rücken austragen. Nun berichtet Monitor (WDR) in einem 9-minütigen Bericht über die neue Strategie der Partei: Selbstverharmlosung. Immer wieder betont die Partei nun ihre „bürgerliche“ und „konservative“ Position und sagt sich teilweise öffentlich von ihren radikalen Flügeln los (um diese bei internen Veranstaltungen als Kernstück zu feiern). Vielleicht begreifen die Wähler dieser neoliberalen, marktradikalen und unsozialen Partei ja eines Tages noch, dass der Feind meines Feindes nicht automatisch mein Freund ist. [Dirk]

7. Möchte man jedoch den Zulauf kleinerer Parteien stärken, dann macht man es so, wie wir es von der GroKo gewöhnt sind: Steuergeschenke an Unternehmen und Konzerne. So ein 4-minütiger Bericht in der gleichen Sendung Monitor (WDR). Es ist völlig egal, wie viel die Aktionäre und Manager verdienen, der Hals ist nie voll genug. Kaum wittern die Heuschrecken und Finanzjongleure ein Argument für sich, wir auf die Steuerdrüse gedrückt. Ekelhaft asozial! Man hat es schon schwer, wenn man z. B. Chef von Ryanair ist und sich für 4 Jahre nur lächerliche 99 Millionen Euro auszahlen lässt, während man seine Mitarbeiter prekär beschäftigt. [Dirk]

8. Was macht man, um das Klima zu schützen und die Menschen zu motivieren, mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel um zu steigen? Man spart bei der Bahn an allen Ecken und Enden Strecken kaputt, erhöht die Preise kontinuierlich und streicht ein paar Fahrzeiten, so dass die Bahnen zum platzen voll sind. Klingt irgendwie nicht nach einer effektiven Verkehrspolitik, sondern nach Lobbyismus für den Individualverkehr, was bei quer (BR) gerade aus München berichtet wird. Wird es mich wundern, wenn Herr Scheuer bald im Vorstand bei einem Automobilhersteller sitzt? Nö. [Dirk]

8a. In die gleiche Kerbe haut der 4-minütige Kommentar von Christoph Süßt bei quer (BR). Wie die Politik aus Angst vor Abstrafung an der Wahlurne die Klimapolitik möglichst schonend gestaltet und einen Kompromiss auf Basis von Selbstständigkeit und Selbstverpflichtung beim Bürger zu etablieren versucht. Das wird so gut funktionieren, wie es auch mit der Wirtschaft bei Selbstverpflichtungen klappt: Null! Die engagierteren Klimaschützer versuchen schon jetzt weit aus ökologischer zu leben, als alle NÖTIGEN Verbote vorgeben WÜRDEN. Aber das wird keiner von uns erleben, wenn wir es nicht selbst von der Politik erzwingen und mit unserem Konsumverhalten zeigen (Dein Kaufbeleg ist Dein Stimmzettel, bei jedem Einkauf!). [Dirk]

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