Interessantes aus KW 32/2020

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Ein sehr treffender etwa sechsminütiger Videobeitrag von extra 3 (NDR) fasst ziemlich gut zusammen, was zurzeit bei der Polizei (vor allem in Hessen) so alles schiefläuft. Da werden in rechtsextremen Drohbriefen Daten verwendet, die von Polizeicomputern abgefragt wurden, und offensichtlich hat keiner bei der Polizei irgendein Interesse daran, die Ermittlungen dazu mal ein wenig voranzubringen. Stattdessen gibt es Ausflüchte zu hören, die vor allem eins zeigen: Das Problem mit strukturellem Rechtsextremismus bei der Polizei ist allem Anschein nach noch größer, als es eh schon angenommen wurde. [Karl]

2. Der Klimawandel ist derzeit nicht das Hauptthema, auch wenn es das sein sollte. Im Jahr 2005 wurden vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Prognosen aufgestellt, wie es mit dem Klimawandel weitergehen würde, je nach Agieren der Länder in Sachen Vermeidung von CO2. Nun sind seitdem 15 Jahre vergangen, und das Woods Hole Research Center hat sich mal angeschaut, an welchem der Modelle wir derzeit am nächsten mit unserem aktuellen Stand liegen: Es ist das Worst-Case-Szenario (schlimmster anzunehmender Fall). Wer diese sehr schlecht und leider zu erwartende Nachricht noch einmal nachlesen möchte, finde diese auf den Seiten vom Wissenschaftsmagazin scinexx. [Dirk]

3. In Erfurt gab es zum wiederholten Male einen rassistischen Angriff von Neonazis, diesmal auf drei dunkelhäutige Männer, von denen einer schwer verletzt wurde. Und die Reaktionen von Justiz und auch vieler Medien sind mal wieder bezeichnend, denn die polizeibekannten Täter aus der Neonaziszene sind schon wieder auf freiem Fuß, zudem wird in vielen Berichten das Kind auch nicht wirklich beim Namen genannt und der Vorfall eher relativierend geschildert, wie ein Artikel von Der Volksverpetzer kritisiert. Leider nichts Neues in Deutschland – aber daran sieht man, warum Rechtsterrorismus massiv am Zunehmen ist. [Karl]

4. Die National Rifle Association (NRA) ist ein richtig übler Verein, dessen Lobbyarbeit Abertausende von Menschenleben auf dem Gewissen hat. Nun droht Ungemach vonseiten der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft, denn (was wenig verwunderlich ist) dem Führungspersonal der NRA wird laut einer Meldung der Süddeutschen Zeitung Betrug, Korruption und Selbstbereicherung vorgeworfen. Ich drücke die Daumen, dass diesem Sauhaufen nun so richtig einer eingeschenkt wird, denn das könnte dann sogar zu dessen Auflösung führen! [Karl]

5. Eine besonders effektive Strategie zu einem sozialeren Verhalten bei Corona-Leugnern hat sich extra 3 (NDR) ausgedacht: In einem 5-minütigen Clip (hier nur die letzten zweieinhalb Minuten) wird einfach eine Krankheit erfunden, deren Maßnahmen zur Eindämmung das genaue Gegenteil von dem sind, was wegen Corona empfohlen wird! Durch die unreflektierte und pseudorevolutionäre Haltung gegen staatliche und mediale Empfehlungen, halten sich so auch die hartnäckigsten Corona-Leugner an Maßnahmen, die andere Menschen schützen. Genial einfach, einfach genial! [Dirk]

6, Die Bundesregierung arbeitet weiter am „gläsernen Bürger“ – und versucht dabei sogar, den Bundesdatenschutzbeauftragten auszutricksen. Klingt absurd? Wird aber genau so in einem Artikel auf Telepolis beschrieben. Dem Bundesdatenschutzbeauftragten wurde nämlich ein anderer Wortlaut vorgelegt als der, der nachher im Gesetzesentwurf zu finden war und der auffällige Ähnlichkeiten mit den Formulierungen der Krankenkassen hat. So wird dann auf einmal aus einer Freiwilligkeit bei der Einwilligung in eine umfassende Datenverwendung von 73. Millionen Versicherten dann eine Art Automatismus. Das ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit europäischem Datenschutz nicht konform, aber das interessiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn anscheinen nicht so wirklich. [Karl]

7. In einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung benennt Klaus Ott mit aller Deutlichkeit das kriminelle Verhalten von nicht eben kleinen Teilen der Finanzindustrie – und zeigt auch auf, was dagegen unternommen werden könnte. Und das ist auch zwingend notwendig, wenn man bedenkt, dass der einflussreiche Bundesverband Deutscher Banken direkt beim Finanzministerium lobbyiert hat, um Maßnahmen gegen die Cum-Ex-Kriminalität jahrelang zu verzögern. Was jeder Bürger m. E. schon mal gegen diese Auswüchse von tun kann: nicht CDU (und natürlich FDP und AfD) wählen. [Karl]

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