Interessantes aus KW 46/2021

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Ein junger Mann fährt mit seinem halbautomatischen Gewehr zu einer Gewehr, um dort Läden vor Plünderungen zu schützen. Wenig überraschend eskaliert die Situation vor Ort schnell, und er erschießt zwei Menschen. Nun wurde Kyle Rittenhouse, wie aus einer Meldung auf tagesschau.de hervorgeht, von einer Jury vor Gericht freigesprochen, da er angeblich aus Notwehr gehandelt hätte. Ich frage mich ja, was das für eine Notwehr ist, wenn man schon schwer bewaffnet gezielt irgendwo hinfährt, aber zumindest feiern die Waffenlobby und die Rechtsaußen in den USA nun das Urteil. Wie das wohl ausgefallen wäre, wenn Rittenhouse eine dunkle Hautfarbe hätte? [Karl]

2. Ein Artikel der US-amerikanischen Journalistin Rachel Cohen auf der Freitag beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Demokratischen Partei. Nach der Wahl von Joe Biden zum Präsidenten sieht diese für Außenstehende nämlich rosiger aus, als sie es tatsächlich ist. Bidens Umfragewerte sind im Keller, und die Demokraten haben gerade bei zwei wichtigen Gouverneurswahlen schlechter als erwartet abgeschnitten. So stellt sich die Frage, welche Ausrichtung die Politik der nächsten Jahre haben müsste, um nicht 2024 wieder einen republikanischen US-Präsidenten zu bekommen. [Karl]

3. Joachim Huber nimmt sich in einem Kommentar im Tagesspiegel mal den FDP-Politiker Wolfgang Kubucki zur Brust. Dieser ist nämlich ein Dauergast in politischen Talkshows, sorgt dort immer wieder für krawallige Stimmung und nicht für konstruktive Vorschläge und hat so einen ziemlichen Anteil an einer Verunsachlichung des öffentlichen Diskurses. Der Qualität von Polit-Talkrunden würde es also guttun, mehr Fachleute mit richtiger Expertise und auch gern konträren Ansichten einzuladen, als rechtspopulistische Dampfplauderer wie Kubicki. Ein frommer Wunsch, der nur leider wohl kaum Realität werden dürfte … [Karl]

4. Eine Meldung von Sea-Watch enthält eine gute Nachricht: In Italien wurde gerade der Kapitän eines Hochseeversorgungsschiffs zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, weil es Geflüchtete im Mittelmeer einfach so der sogenannten libyschen Küstenwache übergeben hat, die dann diese Menschen zurück nach Libyen brachte. Damit bestätigt das Gericht, dass Libyen nicht als sicheres Land für Geflüchtete gilt. Bleibt zu hoffen, dass dieses Urteil eine große Signalwirkung hat, denn illegale Pushbacks nach Libyen sind ja leider immer noch an der Tagesordnung im Mittelmeer. [Karl]

5. Philipp Amthor macht mal wieder von sich reden. Laut einer Meldung im Merkur ist der fragwürdigen Unternehmen gern gefällige CDU-Nachwuchsbubi letztes Jahr geblitzt worden, als er in einer Tempo-70-Zone 50 km/h zu schnell fuhr. Na ja, wenig überraschend für einen CDUler, will Amthor die Verantwortung dafür in Form von einem einmonatigen Fahrverbot und 450 Euro Bußgeld nicht übernehmen und behauptet nun, er wäre gar nicht gefahren. Allerdings ist er wohl auf dem Beweisfoto, das dem Gericht vorliegt, ziemlich deutlich zu erkennen. Da hält sich wohl mal wieder einer von der CDU für was Besseres als alle anderen … [Karl]

6. Nicht alle, die bisher noch nicht gegen Covid-19 geimpft wurden, sind knallharte Impfgegner oder sogenannte Querdenker, sondern haben oftmals einfach nur ein paar Zweifel. An diese Menschen richtet sich Sascha Lobo in seiner Kolumne auf Spiegel Online, indem er dort nicht nur Gründe aufführt, warum man sich impfen lassen sollte, sondern auch häufig geäußerte Bedenken widerlegt. Und am Schluss erklärt Lobo auch noch, warum so viele Menschen wider besseres Wissen auf ihrer Ablehnung einer Impfung beharren. Unbedingt teilenswert! [Karl]

7. Auf der BUND-Website findet sich ein Interview mit Susann Scherbarth. Die BUND-Expertin für internationale Klimapolitik war bei der Klimakonferenz in Glasgow dabei und schildert nun ihre Eindrücke zu den dort getroffenen Beschlüssen. Und die gehen leider überwiegend in die Richtung: schöne Worte, aber wenig Greifbares. War ja leider irgendwie auch zu erwarten, wenn dort eine große Gruppe von über 500 Industrievertretern mit am Tisch sitzt. So wird leider weiter wertvolle Zeit vertrödelt, die wir nicht mehr haben, um die Klimakatastrophe noch einigermaßen abmildern zu können. [Karl]

8. Wolfgang Michal analysiert in einem Artikel auf der Freitag, welche Probleme auf die gerade in Koalitionsverhandlungen befindliche Ampelkoaltion aus SPD, Grünen und FDP zukommen werden, in dem die Differenzen dieser drei Parteien nachvollziehbar mit den verschiedenen Strömungen der Demokratischen Partei in den USA vergleicht. Und so dürften die aktuellen vollmundigen Ankündigungen bald schon mit der harten Realität von unzufriedenen Menschen aus verschiedenen politischen Lagern konfrontiert werden. Dass die drei Koalitionäre dann am selben Strang ziehen würden, hält Michal für unwahrscheinlich. [Karl]

9. Die Globalisierung hat Grenzen durchlässiger gemacht und ermöglicht mehr globale Reisefreiheit. Soweit die Erzählung, die allerdings nur für wenige Menschen aus reichen Ländern zutrifft – für die Mehrheit der Weltbevölkerung haben sich eher Einschränkungen in der Mobilität ergeben. Dies erläutert der Soziologe Steffen Mau in einem Interview mit der taz, wobei er auch auf die Spannung zu sprechen kommt, die dadurch entsteht, dass wir uns einerseits als liberale Gesellschaften verstehen, andererseits aber immer mehr von Menschen aus ärmeren Ländern abschotten. Was vor allem auch deutlich wird, ist, dass eben globale Ungleichheit ein Nährboden für Rassismus ist, der sich nämlich immer deutlicher in der Ablehnung von Menschen, die Grenzen überschreiten möchte, die ihnen eigentlich verschlossen sind, manifestiert. [Karl]

10. Über ein interessantes Krankenhausmodell berichtet Sabine Manka in einem Interview mit dem neuen deutschland. Das Krankenhaus Spremberg, in dem Manka Chefärztin und Leiterin des Fördervereins ist, weist nämliche eine Besonderheit auf: Es gehört zu 51 % den dort Beschäftigten. Daraus ergeben sich zwar auch einige Schwierigkeiten, aber generell vor allem Vorteile bezüglich des Personalschlüssels, was zu einer besseren Betreuung der Patienten und angenehmeren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten führt. Gute Sache! [Karl]

11. Hessen und der Rechtsextremismus – eine unendliche Geschichte. Der neuste Vorfall: Bei einem 20-Jährigen wurde eine große Menge an Sprengsätzen gefunden, zudem informierte er sich im Internet darüber, wie man Waffen mit einem 3-D-Drucker herstellen könnte, und dann hat man bei ihm auch noch ein Manifest gefunden, in dem er von einem „totalen Rassenkrieg“ schwadroniert. Was daran besonders pikant ist und in einem Artikel in der taz thematisiert wird: Der junge Mann stand für die CDU Spangenberg auf der Kommunalwahlliste. Tja, und wie in Hessen üblich, wurde das dann vonseiten der CDU auch nicht eben klar uns transparent kommuniziert. Scheint die ja nicht sonderlich zu interessieren, was da für Gestalten auf ihren Wahlzetteln auftauchen … [Karl]

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