Letzte Ausfahrt: Weltall

Wir nehmen den Planeten und das Ökosystem dermaßen aus, wie es die Spielbank oder die Prostituierten mit dem Volltrunkenen machen (da musste das Maskulinum sein). Und je mehr wir uns dem Umdenken widmen, desto mehr investieren die Superreichen und deren Konzernvetreter:innen und -lobbyist:innen in die Befeuerung unseres Turbokapitalismus und dessen Busenfreund:in „Konsum“. Und es klappt ganz gut, denn unsere Emissionen und der Konsum steigen stetig weiter an. Da kommen dann wieder unsere Superreichen und planen, dem von ihnen zum Großteil mit zu verantworteten Schicksal der Menschheit ein Schnippchen zu schlagen: einfrieren und dann ab ins Weltall (und den ausgeschlachteten Planeten mit seinen Verlierer:innen hinter sich lassen, nur ein paar Bedienstete dürfen mit, auch wieder ganz im Kolonialstil). Aber es gibt auch andere Gründe, nicht weniger träumerisch.

Auf der anderen Seite gibt es auch die Träumer:innen, die sich einen gemeinsamen Aufbruch ins Weltall wünschen und dabei nicht an Flucht oder neue Märkte denken, sondern an die endlosen Welten, die es zu entdecken gibt, und an die endlose Schönheit in den Weiten des Weltalls. Eine romantische Vorstellung von einem für uns im höchsten Maße tödlichen Umfeld, denn zwischen unserer Welt und einer vermeintlichen zweiten Welt liegen endlose, derzeit noch unüberwindliche Weiten voller Strahlung, Luftleere und ohne jegliches Leben, Wasser oder Nahrung. Und trotzdem: Ich träume auch nicht selten von anderen Welten und bin mir sicher, dass es im Universum von Leben wimmelt.

Eine wirklich umfassende Beschäftigung mit diesem Thema liefert Rudolph Herzog mit seiner 86-minütigen Dokumentation, die noch bis zum 21.07.2022 kostenlos auf arte zu sehen ist. Aus vielen Blickwinkeln beleuchtet er die Sehnsucht nach den Weiten des Weltalls und kommt am Ende doch wieder mit beiden Beinen auf der Erde, unserer aller Heimat, an. Unterhaltsames, informatives und zeitloses Vergnügen bietet dieses Meisterstück aus dem Jahr 2020, jetzt nicht verpassen: „Letzte Ausfahrt: Weltall“.

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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