Interessantes aus KW 42/2022

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Die Fast-Food-Kette Burger King bietet ja seit einiger Zeit zunehmend vegetarische Produkte an und hat sogar ganze Filialen auf fleischlose Lebensmittel umgestellt. Das ist natürlich nicht schlecht, andererseits wundert es dann irgendwie auch nicht, dass bei so einem Konzern da etliches nicht so läuft, wie es laufen sollte. Das fand zumindest das Team von Günter Wallraff für eine RTL-Sendung, über die ein Artikel auf Spiegel Online berichtet, heraus. Da werden dann vegetarische und fleischliche Buletten zusammen zubereitet, und wenn das Veggie-Zeug nicht mehr da ist, dann bekommen die Kunden eben auch mal heimlich Fleisch aufs Brötchen, obwohl sie das nicht bestellt haben. Ein weiterer Grund, solche Ketten zu meiden. [Karl]

2. Die krummen Cum-Ex-Deals sind ja mittlerweile vielen bekannt, was bei Cum-Cum-Geschäften noch etwas anders aussieht. Auch hier haben Aktionäre den Staat um hohe Summen betrogen, weil sie sich nie gezahlte Kapitalertragssteuern zurückerstatten ließen – in Deutschland wird der Schaden auf mindestens 30 Milliarden Euro geschätzt. Da sollte man ja meinen, dass die Politik ein Interesse daran hätte, diese Gelder zurückzubekommen, doch hat es vielmehr den Anschein, wie ein Artikel auf tagesschau.de berichtet, dass die Ermittlungen hier sehr lax vorangebracht werden, sodass bisher kaum Urteile gefällt geschweige denn Rückzahlungen getätigt wurden. Die Politik also mal wieder als Dienstleiser krimineller Konzerne und als Gegner von öffentlichen Interessen – leider auch nichts Neues. [Karl]

3. So wie es aussieht und aus einer Meldung von Lost in EUrope hervorgeht, werden wir wohl nie erfahren, wer für die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines verantwortlich ist. Zumindest wird es keine gemeinsame internationale Ermittlungsgruppe geben, und die mageren bisherigen Erkenntnisse der Bundesregierung werden aus Geheimhaltungsgründen auch nicht der Öffentlichkeit präsentiert. Zu Recht stellt sich die Frage, ob das wohl auch so wäre, wenn eine eindeutige russische Urheberschaft des Attentats ermittelt worden wäre. [Karl]

4. Auf Spiegel Online findet sich ein interessantes Interview mit der Anthropologin Lilia Moritz Schwarcz zum Thema Präsidentenwahl in Brasilien. Darin erläutert Schwarcz, wieso auch viele arme und schwarze Brasilianer den rechtsextremen Jair Bolsonaro wählen, obwohl dieser mit Sicherheit nicht deren Interessen vertritt. Zudem gibt sie einen Ausblick, was in Brasilien mit großer Wahrscheinlichkeit bei einer neuen Wahl von Bolsonaro geschehen würde und warum es wichtig für die relativ junge Demokratie in Brasilien wäre, dass sein Herausforderer, der Ex-Präsident Lula, am 30. Oktober gewänne. [Karl]

5. Gewalt in Beziehungen ist immer ein Problem, das jedoch dann komplett aus dem Ruder läuft, wenn ein großes Machtgefälle zwischen den beiden Partnern besteht. Und das ist im Fall von Frauen von Fußballprofis in sehr großem Maß der Fall. Darum haben diese auch kaum Möglichkeiten, sich gegen gewalttätige Übergriffe zu wehren, indem sie beispielsweise Anzeige erstatten oder mit Journalisten sprechen. Und das kommt offenbar gar nicht mal so selten vor, wie aus einem erschütternden Rechercheartikel von Correctiv hervorgeht. Das Vorgehen dabei weist immer wieder Parallelen auf, sodass man schon fast von einem System sprechen kann, was zum Ziel hat, die Karriere des Sportlers, an der ja viele andere auch Geld verdienen, zu schützen. Das Leben der Spielerfrauen hingegen wird dabei dann oft ruiniert. [Karl]

6. Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer ist ja selbst Mitglied bei den Grünen, findet aber in einem Interview mit der WirtschaftsWoche deutlich kritische Worte zur aktuellen Politik der Partei, die dafür sorgt, dass Deutschland sein 1,5-Grad-Klimaziel nicht wird einhalten können.  Dass beispielsweise RWE nun das Dorf Lützerath zum Zwecke der Braunkohleförderung wegbaggern darf und dafür noch eine Menge Steuergelder bekommt, bezeichnet sie nachvollziehbar als „Irrsinn“. Stattdessen fordert sie von der Bundesregierung ein 100-Milliarde-Sondervermögen, um den Klimaschutz stärker voranzubringen. [Karl]

7. Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat kürzlich den Gesetzesentwurf zur umstrittenen Chatkontrolle im LIBE-Ausschuss EU-Parlamentariern präsentiert. Daraufhin gab es auch einige kritische Fragen, die von Johansson allerdings nicht kompetent beantwortet werden konnten, vielmehr vermittelte sie laut einem Artikel von Digitalcourage den Eindruck von Ahnungslosigkeit. Tja, das kommt dabei raus, wenn man sich bei einem so relevanten Thema wie der umfassendsten anlasslosen Massenüberwachung nur von Industrielobbyisten beraten lässt. Bleibt zu hoffen, dass dieses gruselige Gesetz noch gekippt bzw. so nicht umgesetzt wird. [Karl]

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