Interessantes aus KW 14/2015

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“ Diese Frage kann sich Andrea Nahles nun auch auf ihre Fahne schreiben, wenn man sich anschaut, wie sich ihre Einstellung zur Benennung von Armut geändert hat im Vergleich zu den SPD-Oppositionstagen. Ein Kommentar von Roberto dDe Lapuente auf ad sinistram beschreibt recht schön, wie Frau Nahles zukünftig Armut bekämpfen will: indem man sie einfach wegdefiniert.

2. Aber es gibt auch gute Nachrichten von der SPD: Die Westfälischen Nachrichten berichten, dass die SPD Münster auf einem Sonderparteitag den Beschluss gefasst hat, die TTIP-, CETA und Tisa-Verhandlungen abzubrechen. Aufgemerkt, Herr Gabriel, die Basis hält da mehr von sozialdemokratischen Tugenden als Sie!

3. Neues von der AfD: Eine Zwischenbilanz von Miro Jennerjahn auf Publikative.org (leider nicht mehr online aufrufbar) beschäftigt sich damit, wie fleißig denn die mit markigen Sprüchen nicht geizende AfD im ersten halben Jahr ihrer Zugehörigkeit im sächsischen Landtag war. Das Ergebnis: Parlamentarische Arbeit scheint den Rechtsaußen um Großmaul Frauke Petry nicht so zu liegen, statt Konstruktivität gibt es fast nur aggressives Gebölke. Ich schließe mich Jennerjahns Fazit insofern gern an: ein Armutszeugnis.

4. Dass es in der Polizei immer wieder rechte Tendenzen bei zu vielen Beamten gibt, ist ja nichts Neues, nun befasst sich neues deutschland in einem Artikel mit der Vergangenheit des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft Bodo Pfalzgraf bei der rechtsextremen Partei Die Republikaner. Pfalzgraf selbst findet das übrigens alles vollkommen unproblematisch – was wenig überraschend ist. Der Fisch stinkt bei der Polizei also gewaltig vom Kopf her.

5. Wegen der Absturzes der Germanwings-Maschine um eine Woche verschoben, wurde am Dienstag eine neue Folge von Die Anstalt im ZDF ausgestrahlt. Wie immer sehenswertes Pflichtprogramm, das Thema ist dieses Mal Griechenland. Am Schluss dann ein echter Gänsehautmoment, nach dem man sich für Deutschland nur noch schämen mag. Unbedingt anschauen!

6. Was für ein Held! Die Freie Presse berichtet von Patrick Gentsch, Kreisvorsitzender der NPD und für diese im Meeraner Stadtrat und im Zwickauer Kreistag, der wegen Körperverletzung und Beleidigung zu vier Monaten Freiheitsstrafe (allerdings auf Bewährung) verurteilt wurde. Sein Gegner: eine 30 Zentimeter kleinere und halb so schwere gebürtige Kenianerin. Das sind mir die richtigen, die dann immer nach Recht und Ordnung krakeelen – widerwärtig!

7. Der Deutschlandfunk präsentiert ein sehr interessantes Interview mit dem Nahostexperten Michael Lüders anlässlich der Gespräche in Lausanne über das Atomprogramm des Iran. Da gibt es einiges an interessanten Hintergrundinfos, die man sonst so nicht zu hören bekommt, bezüglich der Situation im Nahen Osten und der Rolle des Iran. Quintessenz: Es gibt keinen Grund, den Iran zu dämonisieren.

8. Campact hat eine Infografik erstellt, die fünf Gründe aufzeigt, warum das neue Gesetzespaket zum Fracking der Bundesregierung die umstrittene Technik nicht verbietet, sondern vielmehr zahlreiche Schlupflöcher bietet, um das von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnte Fracking quasi durch die Hintertür einzuführen bzw. auszuweiten.

9. Ein fünfeinhalbminütiger Bericht des ARD-Magazins titel thesen temperamente (leider nicht mehr aufrufbar) beschäftigt sich mit der immer stärker prekarisierten Berufsgruppe der Musiklehrer in Deutschland. Ein Armutszeugnis für ein so reiches Land wie unseres, wie die Kultur an der Basis untergraben wird, indem denjenigen, die ebendiese vermitteln, überwiegend so wenig Geld gezahlt wird, dass es kaum zum Leben (geschweige denn im Alter mal für eine Rente) reicht.

10. Ein neues deutschland-Artikel beschäftigt sich mit den Todesfällen bei Zeugen, die zum Thema NSU aussagen sollten. Stets wurde da sehr lax ermittelt, stets wurde die erste mögliche Erklärung der Todesursache als Tatsache manifestiert – man mag sich gar nicht vorstellen, wer da alles mit drinhängt und nun versucht, Spuren zu verwischen. An Zufälle mag man da nicht mehr glauben, wenn ein Zeuge nach dem anderen wegstirbt – nur wird so die Wahrheit vermutlich nie ans Licht kommen.

11. Das Magazin enorm berichtet in einem Artikel über eine Greenpeace-Studie, die sich mit dem Modekonsum von Jugendlichen beschäftigt hat. Ergebnis: Die Probleme billig produzierter Mode (Umweltschäden und schlechte Arbeitsbedingungen bei der Produktion) sind durchaus vielen geläufig, aber trotzdem werden die Klamotten von Billiganbietern gekauft, da Alternativen nicht bekannt sind oder als zu teuer gelten. Da sollte es doch möglich sein, aus dem vorhandenen Bewusstsein auch ein entsprechendes Kaufverhalten zu generieren, oder?

12. Ein Nutzerbeitrag auf Der Freitag beschäftigt sich mit der massiven Beschneidung demokratischer Grundrechte durch das Gesetz Ley Mordaza, dass am 1. Juli in Spanien in Kraft tritt. Unglaublich, dass so was in der EU möglich ist – wäre das in Russland oder im Iran der Fall, der Aufschrei wäre (zu Recht) riesengroß!

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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