Der Vietnamkrieg – Gesichter einer Tragödie

Vor einigen Wochen gab es eine hervorragende und eindrückliche Dokumentation über den Vietnamkrieg in der ARD, die ich Euch sehr ans Herz legen möchte.

Es wird in den 89 Minuten zunächst einmal auf die Ursprünge des Konflikts, die in der französischen Kolonisierung des Landes liegen, geblickt, bevor dann die US-amerikanischen Interessen und deren Lüge eines angeblichen Angriffs auf eines ihrer Kriegsschiffe im Golf von Tonkin, die zum Kriegseintritt der USA führte, dargestellt werden. Zu Wort kommen Veteranen aus alle Armeen, Kriegsgegner und Berichterstatter, zudem wird mit etlichen zeitgeschichtlichen Aufnahmen ein beeindruckendes Bild dieses grausamen Krieges gezeichnet. Darüber hinaus wird auch noch auf die weltweiten Proteste, die im Laufe des Krieges immer stärker wurden, eingegangen und auf die Rolle der Medien, die zum ersten und zum letzten Mal ungefilterte Bilder eines Krieges direkt in die heimischen Wohnzimmer transportierten.

Interessant ist hier nicht nur die anschauliche und spannende Schilderung von Zeitgeschichte, sondern auch die Erkenntnis, dass sich an der US-amerikanischen Politik nach wie vor und trotz der Niederlage in einem Krieg, der nicht nur Millionen von Menschenleben gekostet hat, sondern der immer noch nachwirkt (in Vietnam beispielsweise durch die Spätschäden durch Agent Orange, in den USA durch die traumatisierten Veteranen), nicht wesentlich geändert hat.

Der Film kann bis zum 20. 7. noch in der ARD-Mediathek angeschaut werden, danach muss dann eben YouTube herhalten.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Er lebt seit vielen Jahren in Hamburg-St. Pauli. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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