Der Bombenanschlag auf den BVB-Bus

Der Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sorgte für viel Aufsehen und Medien und Öffentlichkeit. Nachdem nun der Täter ermittelt wurde und klar ist, dass dieser rein aus Habgier handelt, gibt es drei interessante Aspekte an dem Vorfall, zu denen wir jeweils etwas Lesenswertes verlinken möchten.

Heiko Werning äußert sich in der Kolumne Geht’s noch? in der taz in dem Sinne, dass Tote aus Habgier eigentlich zu unserem Alltag gehören, nur dass wir diese Menschen eben nicht so sehen, wie es bei den BVB-Spielern der Fall ist.

BILDblog zeigt, wie guter Journalismus geht, und stellt die von BILD und auch anderen sogenannten Qualitätsmedien verbreiteten finanziellen Hintergründe des Anschlags richtig. Schon interessant, dass die Blogger dazu in der Lage sind, hier korrekt zu recherchieren und diese Infos dann mit entsprechendem Fachwissen auszuwerten. Die „Profis“ in den Redaktionen haben sich da also mal wieder nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber die müssen ja auch nicht fürchten, dass Ihnen „Fake News“ vorgeworfen werden, denn von der Debatte sind sie ja von offizieller Seite explizit ausgenommen.

Und ein Artikel auf Über Medien beschreibt, wie in der Filterblase von AfD und anderen rechten Hetzern nach dem Anschlag erst mal fälschlicherweise ein islamistischer und sogar Antifa-Hintergrund wie selbstverständlich angenommen und verbreitet wurde – natürlich ohne diese auf reiner Spekulation basierenden Falschmeldungen später richtigzustellen. Mal wieder ein bezeichnendes Beispiel dafür, dass es am rechten Rand nur darum geht, das eigenen Weltbild zu bestätigen, und nicht um „Wahrheit“ (darauf beruft man sich da ja stets gern) oder eine sachliche Beschreibung der Realität.

Insofern zeichnet dieser Vorfall, der sich dann ja im Grunde als schnödes Verbrechen ohne politischen Hintergrund herausgestellt hat, doch ein recht treffendes Bild vom derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft – rücksichtslose Habgier, Angstmacherei, Hetze und oftmals schlecht arbeitende Journalisten gehören leider mittlerweile zum Alltag.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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