The Flying Eyes: Lowlands

Die Flying Eyes aus Baltimore (USA) habe ich vor ein paar Jahren kennengelernt, und ihr psychedelischer 70’s-Stonerrock hat mich sofort begeistert. Zweimal habe ich sie dann in der Astra-Stube (ein echt kleiner Schuppen – 50 Leute, und das Ding ist gerammelt voll) in Hamburg live erlebt, und das waren beide Male sehr feiste Abende, da die Jungs total sympathisch rüberkommen und mit viel Spielfreude auftreten.

Vor etwa einem Jahr bekam ich dann via Facebook mit, dass die Band ein neues Album aufnehmen möchte und dafür ein Fundraising gestartet hat, um die 10.000 Dollar fürs Studio zu zusammenzubekommen. Klar, wer durch fremde Kontinente tourt und dabei in kleinen Locations wie der Astra-Stube spielt, wird nicht viel Geld für so etwas zur Seite schaffen können. Also habe ich mich auch daran beteiligt (immerhin wurden ja auch schöne Dankespräsente für die Unterstützer in Aussicht gestellt) und wartete dann gespannt auf das, was da kommen würde.

Ein knappes Dreivierteljahr später war es dann so weit, und als Unterstützer bekam ich schon mal einen Download-Code für das frisch eingespielte Album Lowlands zugeschickt. Und was ich da hörte, hat mich echt schwer begeistert: Neben knackigen Gitarrenstampfern (z. B. Under Iron Feet), wie man sie von den ersten beiden Alben der Band auch schon kannte, finden sich zunehmend psychedelische Momente (hier z. B. bei Rolling Thunder, einer wahren Achterbahnfahrt, was Stimmungswechsel angeht) und Songs im ruhigeren oder Midtempo-Bereich (das großartige Smile z. B. oder auch der Titeltrack des Albums), was der Band sehr gut zu Gesicht steht und die Musik in Richtung Wüstenrock bringt. Dabei ist das Album immer noch unverkennbar Flying Eyes, es hat also kein kompletter Stilwechsel stattgefunden, sondern eher eine Erweiterung der klanglichen Bandbreite. Und spätestens wenn das markante Organ von Sänger William Kelly (irgendwo zwischen Jim Morrisson und Glen Danzig) ertönt, ist eh klar, wer da gerade aufspielt.

Für mich ist Lowlands eines der Alben des an musikalischen Höhepunkten wahrlich nicht armen Jahres 2013. Reinhören kann man bei Youtube in nahezu alle Songs des Albums, das es sowohl als CD als auch als Vinyl (in unterschiedlichen Farben) gibt. Und wenn die Jungs mal in der Nähe für einen Liveauftritt vorbeikommen – hin da, das lohnt sich richtig!

 

PS: Dieses Jahr haben sie dann immerhin auch schon das Molotow in Hamburg gut voll bekommen, was ja um einiges größer ist als die Astra-Stube. Und das sei ihnen auch wahrlich gegönnt!

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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