Oldboy

Ende des Jahres kommt ein Remake des Films Oldboy in die Kinos. Wenngleich sich die Liste der daran Beteiligten auch nicht schlecht liest, so möchte ich doch die Gelegenheit nutzen, auf das koreanische Original aus dem Jahr 2003 hinzuweisen – denn dabei handelt es sich m. E. schlicht und ergreifend um ein Meisterwerk. Warum so ein Film, der zudem zutiefst asiatisch und dementsprechend nicht gerade mit hollywoodtypischen Handlungssträngen und Figuren durchzogen ist, nun ein US-amerikanisches Remake braucht, erschließt sich mir aus künstlerischer Hinsicht nicht wirklich, denn der Film ist beileibe keine Low-Budget-Produktion, die nun durch ein bisschen mehr Hochglanz aufgepeppt werden müsste, um einen adäquaten Rahmen zu bekommen. Immerhin ist Regisseur Park Chan-Wook in seiner Heimat schon ein gefeierter Star, der auch schon außerhalb Koreas durchaus bei Filmfreunden für Aufmerksamkeit gesorgt hat: So wurde Oldboy immerhin in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, und auch die Filme Durst (2009) und Lady Vengeance (2005) wussten Cineasten in aller Welt zu begeistern.

Wer also aufgrund eines Trailers oder von Werbung auf den 2013er Oldboy aufmerksam geworden ist, dem empfehle ich wärmstens, sich zunächst mal das Original auf DVD zu besorgen und sich danach zu fragen, ob man da wirklich noch was besser machen könnte. Mir fällt zumindest nichts ein …

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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