Ein Hoch aufs Ritalin!

Heute habe ich in der Onlineausgabe der Hamburger Morgenpost einen Artikel gelesen, bei dem ich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Es wird dort nämlich ein Loblied auf Ritalin gesungen, also auf die tollen Pillen, mit denen Eltern ihre zappeligen Kinder auf Rezept ruhigstellen können.

Nun hat jedoch der amerikanische Kinderpsychiater Leon Eisenberg (das ist derjenige, der diese Krankheit „entdeckt“ und dafür gesorgt hat, dass sie als Krankheit definiert und entsprechend indexiert wird) 2009 kurz vor seinem Tod einem Journalisten gestanden (s. dazu hier), dass ADHS eine fabrizierte Krankheit sei. Es wurde also ein unerwünschtes Verhalten umgedeutet und das Medikament Ritalin (oft auch als Koks für Kinder bezeichnet) dagegen auf den Markt geschmissen – ein sehr ordentliches Geschäft, wenn man bedenkt, wie oft die Diagnose ADHS mittlerweile gestellt wird (Zahlen dazu finden sich beispielsweise hier).

Die Mopo macht hier also hemmungslos Werbung im Sinne der Pharmaindustrie, und das ohne jede Rücksicht darauf, dass mittlerweile eine ausgesprochen unverantwortliche Vergabe von Ritalin praktiziert wird – gegen eine Krankheit, die es aller Wahrscheinlichkeit nach (und ich halte Eisenberg da für eine sehr glaubhafte Quelle – wer, wenn nicht er, sollte das wissen?) überhaupt gar nicht gibt, sondern die erfunden wurde, um ein Zeitgeistphänomen lukrativ ausschlachten zu können.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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