Ulrike Herrmann: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

Im Klappentext findet sich ein Kommentar aus der Frankfurter Rundschau zu diesem Buch: „Wer die Wirtschaft besser verstehen will, sollte Herrmann lesen.“ Und das bringt es auch sehr gut auf den Punkt, denn nicht weniger gelingt Ulrike Herrmann auf nicht einmal 250 Seiten: Sie erklärt die Grundzüge der Ökonomie und die wichtigsten Wirtschaftstheorien. Das hat allerdings recht wenig mit dem zu tun, was heutzutage immer wieder von Mainstream-Wirtschaftswissenschaftlern propagiert wird – und das ist eben auch eines der zentralen Probleme unserer Zeit.

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Über den Mythos des freien Marktes

Es sind die Narrative, die Erzählungen, die wir glauben, die bestimmen, wer wir sind und wie wir handeln. Es sind die kleinen Erzählungen, die wir über uns erzählen, die unsere Persönlichkeit ausmachen, wenn wir sie selbst glauben. Es sind die großen Erzählungen über unsere Gesellschaft, über die Politik, über die Wirtschaft, über die Vergangenheit, welche die Richtung bestimmen, in die sich die Gesellschaft entwickelt. Deshalb lohnt es, sich mit den Narrativen zu beschäftigen, sie zu hinterfragen, zu relativieren oder sogar als falsch herauszuarbeiten, wenn sie denn falsch sind. Sie sind die Basis unseres Denkens und Handelns, das Fundament. Was geschieht, wenn das Fundament nicht stimmt, kann man am schiefen Turm zu Pisa gut beobachten, kann man aber auch in unserer geteilten, gespaltenen Gesellschaft sehen, wo lange schon Mythen, welche wir über Erzählungen am Leben erhalten, das gesellschaftliche Handeln prägen, sodass das Fundament deshalb immer weniger trägt.

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