Lebenskonzepte: Dafür statt dagegen

Viele sprechen von der Spaltung der Gesellschaft, doch leider betreiben es ebenso viele selbst. Das Prinzip ist eigentlich immer das gleiche: Wer nicht wie ich denkt, der denkt falsch. Das fängt aus meiner Sicht schon bei der Formulierung eines Themas an. Ich bin für Tierwohl anstatt gegen Tierqualen und für eine nachhaltige Wirtschaft anstatt gegen Konsumwahn. Anstatt also den Schuldfinger auf andere zu richten, könnte man in vielen Fällen für einen positiven Aspekt plädieren, um andere Menschen nicht in die Verteidigungshaltung zu drängen. Das Wort „gegen“ erzeugt schon Druck, und der wiederum erzeugt Gegendruck zurück auf mich selbst. Und unter Druck entstehen zwar Diamanten, aber selten ein angenehmes soziales Klima.

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Gemeinsamkeiten

Unsere Gesellschaft sei sehr gespalten, heißt es immer wieder. Dass das nur bedingt so ist, haben Steffen Mau et al. ja in ihrem Buch „Triggerpunkte“ nachgewiesen. Allerdings werden in der Öffentlichkeit eben immer öfter, auch von Medien gepusht, Themen so dargestellt, dass sich entgegenstehende Aspekte konfrontativ in den Fokus gerückt werden. Dabei gäbe es m. E. viele Dinge, denen eigentlich die meisten Menschen hierzulande zustimmen würden. Ich hab da mal ein paar zusammengeschrieben.

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Prinzip des Gegenteils

Es gibt für uns Menschen doch nichts, was wir lieber tun, als das, was wir gut beherrschen. Ganz gleich worum es geht, je besser ich etwas kann, desto eher wähle ich diesen Weg, und zwar aus dem ewig gleichen Prinzip: Es verbraucht weniger Energie, wenn ich es so mache, wie ich es kenne und beherrsche. Daran ist nichts Verwerfliches, nichts Obszönes … aber eben auch nichts Ruhmreiches und erst recht nichts, woran ich und andere im gleichen Maße wachsen können wie vom genauen Gegenteil!

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