Strom – Hauptsache billig

Der Spiegel mal wieder … In diesem Artikel hat man dort die Quintessenz dessen erkannt, was die Entscheidung, von welchem Anbieter man seinen Strom bezieht, dominieren sollte: Hauptsache billig!

Dabei beruft man sich dann auf die Stiftung Warentest, laut der die Verbraucher mehrere Hundert Euro im Jahr sparen können. Na, das ist doch mal super! Ist dann ja auch vollkommen egal, wie der Strom gewonnen wird und was die daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Kosten für unsere und vor allem die folgenden Generationen sind – da ist doch glatt ein Flachbildfernseher für die Küche drin nach nur einem Jahr Billigstrom!

Was hier unter dem vermeintlichen Signet des Journalismus verkauft wird, ist im Endeffekt nichts anderes als plumpe Werbung für Stromanbieter, die ausschließlich über den Preis an Verbraucher herankommen wollen. Geiz ist geil – genau von dieser Mentalität braucht es ja auch unbedingt noch ein bisschen mehr, also ist es doch super, dass der Spiegel das dann auch so schön transportiert.

Was hätte man vor allem aus den Zahlen, die in dem Artikel auftauchen, tatsächlich machen können: Bislang seien nur 17 Prozent der Haushalte schon einmal zu einem neuen Anbieter gewechselt, heißt es dort, und hierauf aufbauend hätte man beispielsweise eine interessante Betrachtung zum Konsumverhalten der Deutschen anstellen können, das anscheinend ja immer noch von reichlich Trägheit und wenig Nachhaltigkeitsdenken geprägt zu sein scheint. Aber nein – Chance vertan – stattdessen schreibt man etwas, über dem nur noch der Hinweis Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von Ihren Stromanbietern E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW, fehlt, um zumindest die dahinterstehende Absicht nicht zu verschleiern.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Er lebt seit vielen Jahren in Hamburg-St. Pauli. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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