Ohne Moos nichts los

Die Wirtschaft ist auf Geld angewiesen, denn „ohne Moos ist nichts los“ in kapitalistischen Systemen, in der Marktwirtschaft schon gar nicht.

Geld wird heutzutage auf zwei Arten geschaffen. Erstens von der Zentralbank und damit im Grunde vom Staat. Und zweitens den Banken selbst. Zentralbankgeldschöpfung und Giralgeldschöpfung nennt man diese beiden Bereiche der Geldschöpfung. Wichtig ist, dass Geld geschöpft wird, also geschaffen wird, nicht einfach so entsteht oder einst mal entstanden ist. Wichtig ist weiterhin zu wissen, dass das aus dem Nichts heraus geschieht, durch Bilanzverlängerungen, wenn Geld geschaffen wird, und durch Bilanzverkürzungen, wenn Geld vernichtet wird.

Geld muss beständig geschöpft, geschaffen werden, denn Geld ist Kredit, und wer Kredite gewährt und annimmt, der schafft Geld, wie der, der Kredite zurückzahlt, Geld vernichtet, Geld, welches dann im Wirtschaftskreislauf fehlt, als Einkommen für die Produktionsfaktoren ebenso wie als Möglichkeit, es zu investieren.

Geld und damit Kredite sind elementar im Kapitalismus, denn aus diesen entstehen die Werte letztendlich, nicht aus Erspartem (wobei auch die Ersparnisse nur über Kredite entstehen können), wie der private Haushalt eigentlich vermuten ließe, die berühmt und berüchtigte schwäbische Hausfrau. Erst wenn Kredit gewährt und nachgefragt wird, wenn also Geld in Umlauf kommt, kommt es zur Nachfrage, lohnt sich das Angebot, können Investitionen getätigt werden, können Einkommen gezahlt werden, können Steuern bezahlt werden. Wer Geld knapp hält, hält deshalb alle knapp, die am Wirtschaftskreislauf teilnehmen, von ihm partizipieren. Wer Geld hortet, zulässt, dass es gehortet wird, macht uns am Ende alle arm, schafft Armut und auch Zwang.

Es wäre schön, wenn wenigstens diese grundsätzlichen Zusammenhänge Beachtung finden würden, denn damit wäre uns allen schon viel geholfen. Leider fehlt es aber schon hier am notwendigen Wissen, wie diese Bundesregierung, diese Kanzlerin und ihr Hausmeier der Finanzen sowie ihre Parteien täglich beweisen.

Wen wundert es dann noch, dass die Expertise darüber in der breiten Bevölkerung, an den Basen der Parteien, in Schulen und Betrieben, in Verwaltungen und Universitäten so gering ist?

Wen wundert es da, dass man immer noch mit Nullen politische Zustimmung und damit Wahlen gewinnen kann, dass Nullen die Macht haben, dass Nullen nach Macht streben, Nullen, selbst im wahrsten Sinne des Wortes?

Mich nicht!

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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