Wer Wind sät, der wird Sturm ernten

Wie groß die Überschneidungen des konservativen und des liberalen Gedankengutes jetzt schon mit dem Gedankengut der AfD sind, das hatte ich unterschätzt. In vielen Sachfragen und Einschätzungen, wie das Land und Europa organisiert werden sollen, stimmen sie längst überein, immer öfter auch in ihrem Vokabular.

Vielleicht erklärt das dann auch meine Überraschung – obwohl ich eigentlich dachte, dass mich hier nichts mehr überraschen könnte -, dass die AfD dieser Tage schon ihre Strategie der Destruktivität offenbart – denn dass das deren Strategie sein wird, war mir von Anfang an klar – und nicht erst in naher Zukunft, wie ich es tatsächlich erwartet hatte, wie jeder und jede es erwarten konnte, der/die sich mit Adornos Aussagen zum neuen Rechtsradikalismus beschäftigt hatte, über die rassistische Programmatik der AfD hinausblicken konnte und auch wollte. Ich wies hier schon vor Monaten darauf hin, legte Adornos kleines Büchlein jedem und jeder ans Herz, wohl wissend, was uns bevorstehen könnte damals, was vor ein paar Tagen offensichtlich geworden ist.

Wie tief die Gedanken des Sozialdarwinismus à la AfD in die Köpfe vieler meiner Mitbürger schon eingedrungen sind, hat mich dann aber doch ein wenig überrascht, aber nur ein wenig, wirklich nur ein wenig, weil (siehe oben) auch nun erklärbar. Es erklärt auch ein wenig, warum die AfD ihr Visier nun ein wenig mehr geöffnet hat dieser Tage. Sie kann es sich angesichts der wieder wahrzunehmenden Schwäche des bürgerlichen Lagers, der doch in weiten Teilen Zustimmung des bürgerlichen Lagers zu ihren Positionen auch leisten. Die Steigbügelhalter stehen bereit.

Sabine wird als Sturm ein Klacks gewesen sein, wenn dieser Sturm weiter an Fahrt aufnimmt, den uns der Neoliberalismus beschert hat. Denn klar ist seit Langem, mir zumindest, wer die Welt neoliberal organisiert, wie wir in Deutschland und Europa, wer Wind damit sät, der wird Sturm ernten.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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