Krisenzwischenfazit

Die Strategie Europas und Deutschlands, Kollateralschäden hinzunehmen, um möglichst schnell wieder die Märkte öffnen zu können, auch Durchseuchungsstrategie genannt, ist gescheitert, und zwar auf ganzer Linie.

Wir werden ungemein von den Kollateralschäden in Form von Leid und Tod betroffen sein und dennoch die Märkte nicht früher öffnen als die anderen betroffenen Regionen, und wenn doch, dann nur zum Preis von noch höheren Kollateralschäden an Leid und Tod.

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase in der Epidemie, die auch mit mehr gemeldeten Todesfällen einhergeht. „Wir sehen jetzt in diesen Tagen die Eintragungen zum Beispiel in Seniorenpflegeheime und haben hier dann den Beginn einer neuen Entwicklung“, sagte Drosten im NDR-Podcast.
Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt: Infiziert hätten sich zunächst vor allem jüngere, sportliche Leute wie Skifahrer, die das Virus aus dem Urlaub eingeschleppt und es in ihren ungefähr gleichaltrigen Netzwerken verbreitet hätten. Diese Menschen erlebten zum größten Teil milde Krankheitsverläufe. Wegen mehrerer Effekte gleichzeitig werde man jetzt zwangsläufig ein Ansteigen der berichteten Fallsterblichkeit sehen, sagte Drosten. Man sehe das jetzt schon an der Statistik: Sie liege nicht mehr bei 0,2 bis 0,4, sondern im Bereich 0,8 Prozent. Tagesschau.de

Und das haben nicht die Virologen und Epidemiologen zu verantworten, sondern einzig und allein die, die zwischen den zur Verfügung gestellten Strategien wählen mussten, die Politiker und Politikerinnen in Bund und Land und in Europa. Im Gegenteil, hätte man deren Worst-Case-Szenarien mal ein wenig mehr Beachtung geschenkt, so wäre wohl eine andere Strategie gewählt worden, wären früher und auch stärkere Konsequenzen gezogen worden, als bis jetzt gezogen worden sind, die vielen, auch hier, immer noch zu weit gehen.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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