Dick, dicker, fettes Geld

Auf arte lief kürzlich eine hervorragende Dokumentation zum Thema Adipositas. Dieser Erkrankung tritt nämlich immer häufiger auf, und die Zahlen sind mitunter erschreckend, die einem da präsentiert werden. Noch erschreckender ist allerdings das skrupellose Vorgehen von Lebensmittelkonzernen und von diesen beeinflussten (und teilweise wohl auch gekauften) Politikern, die für ihre Profite nicht nur haufenweise kranke Menschen in Kauf nehmen, sondern auch noch gezielt Übergewicht fördern und verursachen.

In 88 Minuten wird so aufgezeigt, dass es weniger das Verhalten des Einzelnen ist, auf das diese Zunahme von Adipositas zurückzuführen ist, auch wenn uns dies im neoliberalen Sinne immer wieder aufgetischt wird. Vielmehr sind es auch massives Marketing, süchtig machende Lebensmittel und ein einseitiges Angebot (in Mexiko, wo ja das Leitungswasser nicht wirklich gut trinkbar ist, kostet Wasser beispielsweise oftmals mehr als Süßgetränke), die dazu führen, dass Menschen immer dicker werden.

Dass auch dagegen angegangen werden kann, zeigen Beispiele aus Chile und auch aus Mexiko (einem Land, in dem 73 % der Menschen übergewichtig sind), wo die Politik nun angefangen hat, diesem Treiben der Lebensmittelkonzerne Einhalt zu gebieten. Doch auch dort werden dann entsprechende Politiker und Aktivisten massiv eingeschüchtert und auch bedroht – die Konzerne wollen sich dieses lukrative Geschäftsfeld eben nicht einfach nehmen lassen, auch wenn dafür weiter Millionen Menschen krank werden und auch sterben.

In jedem Fall habe ich mich nach dem Anschauen der Doku nicht mehr gewundert, warum gerade auch in den USA so viele Menschen an Corona sterben – bei so extrem vielen Diabetes-Kranken ist es kein Wunder, zählen diese doch in besonderem Maße zur Risikogruppe für Covid-19.

Außerdem wird einem auch noch deutlich vor Augen geführt, wie sich das Angebot seine Nachfrage schafft und dass am Slogan „Das Angebot bestimmt die Nachfrage“ schon längst nichts mehr dran ist.

Bis zum 12. Juni ist „Dick, dicker, fettes Geld“ noch in der arte-Mediathek zu sehen – unbedingt anschauen!

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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