E.ON schleicht sich aus der Verantwortung

Das klingt ja erst mal super, was da auf tagesschau.de vermeldet wird (leider ist der Artikel nicht mehr online aufrufbar): Der Energiekonzern E.ON richtet sich neu aus, spaltet sich auf und fixiert sich mehr auf die erneuerbaren Energien, die im Hauptteil des Konzerns verbleiben werden, während der ausgegliederte Teil als eine Art Bad Bank für die Altlasten in Form der AKWs fungieren soll. Sigmar Gabriel ist natürlich voll des Lobes davon, und auch nicht weiter benannte „Analysten“ sehen darin eine Vorbildfunktion für andere Energiekonzerne in Europa.

Eigentlich alles prima, oder? Na ja, allerdings habe ich so ein bisschen die Befürchtung, dass dieser ausgegliederte Konzernteil in dem Moment, in dem dann tatsächlich die Zahlungen für den Rückbau der AKWs (mit denen E.ON und auch die anderen drei großen Energiekonzerne in Deutschland ja jahrzehntelang ordentlich feiste Gewinne eingefahren haben) fällig werden, sofort „Konkurs! Insolvenz! Zahlungsunfähigkeit“ krakeelen wird, sodass dann die Kosten für den AKW-Rückbau – wie sollte es auch anders sein – schön aus der Steuerkasse bezahlt werden dürfen – also von uns allen. Was die Banken können, nämlich Gewinne einsacken, um dann anfallende Verluste der Allgemeinheit aufzubürden, können die Energiekonzerne also schon erst recht. Und Gabriel, diese Karikatur eines Sozialdemokraten, klatscht auch noch Beifall! Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich als Wirtschaftsminister dieser eben geschilderten Konsequenz nicht bewusst ist …

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

2 Gedanken zu „E.ON schleicht sich aus der Verantwortung“

  1. Auf Telepolis sieht man das ganz ähnlich, in dem Artikel dort wird auch die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn zitiert, die ebenfalls die Bedenken äußert, dass die Allgemeinheit in Form von Steuergeldern für E.ONs Atommüll und AKW-Ruinen aufkommen darf.

    Bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Gabriel ist zu blöd, diese doch recht offensichtlichen Zusammenhänge zu durchschauen – dann wäre er nicht mehr tragbar als Wirtschaftsminister. Oder aber er weiß genau Bescheid und redet so E.ON gut zu zulasten der öffentlichen Steuergelder. Dann wäre er erst recht nicht tragbar für jedes politische Amt.

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