Ethylenoxid: Raus aus den Regalen!

Deutschland erweist sich gerade leider mal wieder als Land, in dem Verbraucherschutz keine hohe Priorität hat.

Johannisbrotkernmehl (E419) ist ein häufig verwendeter Zusatzstoff für Lebensmittel, der dort zur Verdickung zum Einsatz kommt. Anfang Juni stellte sich nun heraus, dass große Mengen dieses Stoffes mit mit dem krebserregenden Desinfektionsmittel Ethylenoxid belastet sind, das in der EU nicht zugelassen ist, in Ländern außerhalb davon allerdings nach wie vor zur Bekämpfung von Pilzen und Bakterien eingesetzt wird.

Und so gelangt das dann auch in Lebensmittel, die wir hier kaufen können. Hunderte solche Lebensmittel wurden bereits identifiziert, und auf EU-Ebene wurde sich auch schon auf eine umfassende Rückrufaktion geeinigt.

In Frankreich beispielsweise wurden schon viele belastete Nahrungsmittel aus diesem Grund aus dem Verkehr gezogen – in Deutschland ist bisher noch gar nichts passiert.

Diese Untätigkeit ist skandalös, da sie eine direkte Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung zur Folge hat.

Foodwatch hat nun eine Protestaktion gestartet, bei der man die Verbraucherschutzminister und -ministerinnen der Bundesländer dazu auffordert, endlich tätig zu werden: https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/ethylenoxid-raus-aus-den-regalen/.

Schon fast 28.000 Unterschriften sind bisher zusammengekommen, und da sollte noch einiges gehen, um den Damen und Herren mal zu zeigen, dass so ein verantwortungsloses Nichthandeln vielleicht im Sinn der Lebensmittelindustrie sein mag, aber ganz sicher nicht von den Konsumenten geduldet wird.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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