Interessantes aus KW 47/2021

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Die Landwirtschaft ist notwendig, denn Essen brauchen wir alle. Allerdings ist die Ausrichtung der Subventionen auf Masse anstatt auf Nachhaltigkeit und Qualität ausgerichtet und das sorgt noch mehr für ausgelaugte Böden, Überdüngung und Vergiftung von Menschen und Tieren. Mit „Permakultur“ kann man dies ändern, wenn wir aufhören könnten unseren ungezügelten Konsum an Mengen (die ungeöffnet im Müll landen) und Auswahl (Stichwort „regional und saisonal“) zurück zu fahren. Ein 6-minütiger Bericht bei NANO (3sat) zeigt den österreichischen Landwirt Josef Holzer und wie er „ohne Angst vor Komplexität“ sein Land bewirtschaftet. Kein „Gamechanger“ oder Wunderkonzept, aber schlüssig und vor allem durchdacht! [Dirk]

2. Es ist auf den ersten Blick kaum zu glauben, aber ungeimpfte Menschen mit überstandener COVID-Infektion bleiben auch nach einem schweren Verlauf oft der Meinung, dass sie richtig gehandelt haben und würden lieber erneut krank werden, als sich impfen zu lassen. Einige dieser Fälle kommen in einem 5-minütigen Bericht bei REPORT MAINZ (WDR) zu Wort, und besonders symptomatisch finde ich die Aussage des älteren Herren, der mit Lungenembolie auf der Intensivstation lag: Warum sollte er jetzt anderer Meinung sein? Dann müsste er ja sagen, dass er vorher falsch lag. Genau wie in dem Hinweis in der letzten Woche auf die Kolumne von Sascha Lobo: „versunkene-Kosten-Falle“. Anstatt also einen Fehler zu korrigieren und damit gestärkt und intelligenter aus einer Sache herauszukommen, lieber weiter auf dem falschen Weg fahren, man hat ja schon so viel Zeit und Energie da reingesteckt und möchte ja auch nicht falsch gelegen haben. Erinnert mich an „Die Ritter der Kokosnuss“ und den Kampf gegen den schwarzen Ritter. [Dirk]

3. Auf der Website von Aktion Agrar findet sich mal wieder eine interessante Vorstellung einer Land-Initiative. Diesmal geht es um „Land Scenery“ aus Sierra Leone. Die NGO setzt sich mit dem Thema Landgrabbing auseinander und bietet umfassende Informationen zu dem Thema für Kleinbauern und ländliche Gemeinden, die sehr unter der Inbesitznahme von Land durch Großkonzerne leiden. Dabei bekommt man auch einen Einblick darin, wie sehr unser Konsum den Menschen in anderen Ländern schadet, wenn wir Produkte von Unternehmen kaufen, die sich mit falschen Versprechungen Land unter den Nagel reißen – fast immer zum Nachteil der örtlichen Bevölkerung. [Karl]

4. In einem Artikel der Blätter für deutsche und internationale Politik befasst sich Erik Marquardt mit dem deutschen Militäreinsatz in Afghanistan und seinem unrühmlichen Ende, das er als „Schande“ bezeichnet. Bei der Evakuierung der Ortskräfte, die mit der Bundeswehr zusammengearbeitet haben und denen nun Verfolgung und sogar Ermordung durch die Taliban drohen, wurde sich nämlich auf bürokratischem und politischem Wege wider besseres Wissen gesträubt, wo es nur ging, um so ein effektives Vorgehen zu verhindern. Marquardt selbst sitzt für die Grünen im EU-Parlament und hat auch bei der Organisation von privater Luftrettung von Menschen aus Kabul mitgewirkt, weiß also genau, wovon er redet. [Karl]

5. Wie in jedem Jahr stellt foodwatch fünf besonders dreiste Lebensmittellügen zur Wahl, über die dann abgestimmt werden kann, um so den Gewinner des dem wenig schmeichelhaften Preises der Goldene Windbeutel 2021 zu ermitteln. Eine harte Auswahl, denn verdient hätten ihn alle Nominierten. Vor allem sieht man hieran mal wieder, wie hemmungslos die Verbraucher immer wieder belogen und betrogen werden von Lebensmittelkonzernen, sodass hier die Politik nicht gut daran tut, die Verantwortung für Verbraucherschutz immer wieder auf den Konsumenten abzuwälzen, der solchen Marketingschwindlern in der Regel eben wenig entgegenzusetzen hat. [Karl]

6. Anlässlich des Prozesses gegen eine 96-jährige ehemalige KZ-Sekretärin hinterfragt Ronen Steinke in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung die in der Bundesrepublik praktizierte Rechtsauslegung, der zufolge die allermeisten an der Tötungsmaschinerie des Holocaust aktiv Beteiligten nicht wegen Mordes angeklagt oder gar verurteilt wurden, sondern zumeist mit relativ glimpflichen Strafen wegen Beihilfe zum Mord oder Totschlag davonkamen. Wenn man diese Praxis nämlich mal auf Mörder von Einzelpersonen umdenkt, dann wird die dahinterstehende Absurdität mehr als deutlich. Aber mit den Nazi-Verbrechern ist man ja in der Bundesrepublik generell eher milde umgesprungen. [Karl]

7. Antonis Schwarz hat mit 18 Jahren ein Millionenvermögen geerbt, sodass er nie arbeiten muss. Allerdings tickt der heute 33-Jährige deutlich anders als viele andere extrem Reiche, denn er engagiert sich sehr für Umwelt- und Klimaschutz sowie für soziale Gerechtigkeit. Seine Beweggründe dafür erläutert er in einem Interview mit der taz. Solche Millionenerben bräuchte es mehr, aber leider wird Schwarz wohl auf absehbare Zeit eher eine Ausnahme bleiben. [Karl]

8. Thomas Fricke beschäftigt sich in seiner Kolumne auf Spiegel Online mal mit der finanzpolitischen Richtlinie des Koalitionsvertrags der sogenannten Ampel aus SPD, Grünen und FDP. Und auch wenn er das Bemühen attestiert, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, so stellt er doch fest, dass offensichtlich kein Verständnis dafür vorhanden ist bei den Koalitionären und vor allem beim künftigen Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), wie Inflation überhaupt funktioniert. Da wird nämlich ein vollkommen blödsinniger Zusammenhang von Staatsausgaben und -schulden mit höheren Lebenshaltungskosten hergestellt, der von einem komplett überholten Wirtschaftsverständnis zeugt. Au weia! [Karl]

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