Sein größter Bluff (The Million Pound Note)

Sein größter Bluff (90 Min.) von 1954 habe ich gestern seit langer Zeit mal wieder gesehen. Und es ist erstaunlich, wie aktuell die satirische Handlung des Filmes inklusive der dargestellten Charaktere doch ist. O. k., der deutsche Titel ist schon ein bisschen dämlich, daher hab ich oben in der Überschrift auch den Originaltitel mit angeführt, aber das sollte einen auch nicht davon abhalten, sich diesen unterhaltsamen Streifen nach einer Geschichte von Mark Twain mal wieder zu Gemüte zu führen!

Zur Handlung: Henry Adams (Gregory Peck) ist ein armer Schlucker, der aus den US in England gestrandet ist und nicht besitzt außer den Klamotten, die er am Leib trägt. Doch die beiden reichen Brüder Montpellier suchen genau jemanden wie ihn, um eine kleine Wette, die sie untereinander abgeschlossen haben, durchführen zu können. Sie geben Adams eine Banknote über eine Million Pfund (von der es nur zwei Stück gibt) und schauen sich dann mal an, was einen Monat später deswegen so passiert ist. Und in der Tat geschieht einiges, denn aus dem verarmten Adams wird auf einmal der exzentrische Millionär, der überall hofiert wird. Unterhaltsame Verwicklungen bleiben dabei natürlich nicht aus, und auch eine Romanze findet in der Story Platz.

Obwohl der Film schon gut 60 Jahre auf dem Buckel hat, finden sich darin etliche Verhaltensweisen, die heute auch noch (wenn nicht sogar in noch stärkerem Maße) anzutreffen sind: Katzbuckelei vor jemand Reichem nur aufgrund von dessen Reichtum, Heuchelei, Unehrlichkeit und Anbiederung an das (vermeintliche) große Geld. Herrlich auch die Szene, in der die Irrationalität des Handelns der Börsianer auf die Schippe genommen wird, da sich diese nicht die Bohne für irgendwelche Tatsachen interessieren, die mit einem Unternehmen zusammenhängen, dessen Aktien gerade steigen und fallen, sondern nur darauf fokussiert sind, ob nun Henry Adams tatsächlich die Eine-Million-Pfund-Note hat oder nicht. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind unübersehbar.

Und so bleibt am Ende des Filmes für den Zuschauer die Erkenntnis: Es hat sich nicht so viel geändert an den Dinge, über die man sich schon vor 60 Jahren lustig gemacht hat.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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