Lindner tanzt weiter erfolgreich Niveau-Limbo

Vorletzte Woche hab ich mich ja in einem Artikel schon mal zu Christian Lindners Trümmertruppe, der FDP, geäußert, die ja nun leider in Regierungsverantwortung ist und dieser Aufgabe nicht ansatzweise gerecht wird. Nun hat Lindner selbst gerade noch mal einen obendrauf gesetzt und gezeigt, dass er als Bundesfinanzminister leider null Ahnung hat, wie ein Staatswesen überhaupt funktioniert. Das wäre die eine Erklärung. Die andere wäre, dass er in bösartiger Weise die Bürger anlügt, um seine eigene Agenda voranzubringen.

Der Stein des Anstoßes war Folgendes, was ich auf der Seite von Wemeze auf Facebook entdeckte:

Klar, dass ein Sozialdarwinist wie Lindner etwas, dass vielen vor allem ärmeren Menschen zugutekommt, nicht gerade super findet, sollte niemanden überraschen. Schließlich ist seine Partei ja einsame Spitze darin, asoziales Zeug zu fordern, um der eigenen betuchten Klientel den Hintern noch mit einer weiteren Schicht Gold zu versehen.

Die Begründung allerdings ist dann eine vollkommene Beleidigung jedweden Intellekts – nun gut, vielleicht nicht gerade bei FDP-Wählern, denn wo nichts ist, kann nichts beleidigt werden. Und er hat das auch tatsächlich so gesagt, wie beispielsweise ein Artikel auf tagesschau.de zeigt – nur falls nun jemand meint, so dämlich könnte ein Bundesminister doch nicht allen Ernstes sein.

Ich möchte nämlich erst mal davon ausgehen, was für Lindner die bessere Variante wäre, nämlich dass er kein bösartiger Lügner, sondern „nur“ mit seinem Posten als Finanzminister komplett überfordert ist und dafür nicht ansatzweise das kognitive Rüstzeug besitzt. Oder schlichter formuliert: einfach zu doof ist.

Denn es scheint Lindner ja, von den im Meme angesprochenen Subventionen für Auto- und Flugverkehr, auch einiges anderes nicht ganz klar zu sein:

Menschen ohne Kinder bezahlen über ihre Steuern Kitas, Schulen und Universitäten.

Menschen, die vor dem Rentenalter sterben, bekommen das in die Rentenkasse eingezahlte Geld auch nicht wieder zurück.

Und Menschen, die dank der Politik von Lindner und seinen asozialen Buddies nur eine Rente in Höhe der Mindestsicherung bekommen, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet und in die Rentenkassen eingezahlt haben, dürften sich auch nicht so richtig fair behandelt fühlen.

Ach ja: Auch komplett gesunde Menschen zahlen in Krankenkassen ein.

Genauso wie von den Steuergeldern von Pazifisten der Militäretat mitfinanziert wird. Auch nicht so richtig fair, oder?

Die Hilfsgelder für die Menschen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe dort im letzten Jahr werden übrigens auch von Bürgern über Steuern mitgetragen, die gar nicht dort wohnen.

Jemand, der nie arbeitslos gewesen ist, hat dennoch sein Arbeitseben lang als Angestellter in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt.

Und auch die Bürger, die ihr Wahlrecht nicht wahrgenommen haben, kommen für die Diäten von Politikern (u. a. natürlich auch Lindner) auf.

Tja, und dann sei noch mal die Frage erlaubt, wer denn wohl den Personenschutz bei Lindners Sylter Protzhochzeit bezahlt hat …

Das nennt sich Solidargemeinschaft – und das sollte selbst jemand wie Lindner wissen, auch wenn einem asozialen Typen wie ihm alles suspekt sein dürfte, was auch nur entfernt irgendetwas mit Solidarität zu tun hat.

Was Lindner bei seiner „Argumentation“ auch „vergessen“ hat: Das 9-Euro-Ticket ist nicht nur für Züge gültig, sondern auch für Busse im ÖPNV. Seine Aussage war ja:

„Die Menschen auf dem Land, die keinen Bahnhof in der Nähe haben und auf das Auto angewiesen sind, würden den günstigen Nahverkehr subventionieren.“

Klar, woher soll ein überzeugter, leidenschaftlicher Porsche-Fahrer wie er auch wissen, wie das mit Bussen und Bahnen für den Pöbel so genau funktioniert und dass Busse gar keine Bahnhöfe benötigen …?

Und was noch hinzukommt: Der Rückbau von Bahninfrastruktur, durch den immer mehr ländliche Gebiete nicht mehr ans Bahnnetz angeschlossen sind, geschah ja vor allem, seitdem die Deutsche Bahn wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen geführt wird. Was da als nicht rentable Region klassifiziert wurde, hat dann eben einfach Pech gehabt. Und gerade Lindners Partei will ja immer alles privatisieren. Er nutzt also die Mängel, die seine eigene Politik hervorgebracht hat, als Argument gegen eine sinnvolle Sache.

Da wird’s dann so langsam schwierig, das noch mit reiner Ahnungslosigkeit zu erklären, denn das würde ja bedeuten, dass Lindner sich gar nicht im Klaren darüber ist, was sein dauerndes politisches Gefasel denn überhaupt für Auswirkungen hat, wenn es dann umgesetzt wird. Insofern liegt es doch nahe, da er statt auf intellektuelle auf charakterliche Defizite als Erklärung zurückzugreifen. Er wäre dann somit ein bösartiger Populist, der die Menschen (auch die, die ihn gewählt haben) mutwillig belügt.

Unwissenheit ist mit Sicherheit keine gute Voraussetzung für ein Ministeramt, denn Wissenslücken kann man wenigstens füllen. Ein skrupelloser Karrierist, der sich die Wahrheit zurechtbiegt, wie es ihm gerade passt, und für die Realität und daraus folgend Integrität eher lästiges Beiwerk sind, das er nach Belieben entsorgt, ist hingegen noch weniger für ein Ministeramt geeignet.

Doch nun haben wir den Salat, denn leider wählen über 90 % der Menschen in Deutschland FDP oder Parteien, die mit dieser Trümmertruppe koalieren. Wie bestellt, so geliefert. Und damit werden wir dann eben auch das ausbaden müssen, was Lindner noch so alles an Blödsinn verzapfen wird in den nächsten gut drei Jahren …

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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