Schäbigkeit à la AfD

Dass Beatrix von Storch von der AfD bei einer Veranstaltung ihrer Partei am vergangenen Wochenende von einem als Clown verkleideten Aktivisten des Peng-Kollektivs eine Torte ins Gesicht bekommen hat, dürfte sich ja mittlerweile hinlänglich rumgesprochen haben. (Für alle, die das noch nicht gesehen habe, gibt es hier bei den Ruhrbaronen das Video von der Aktion zu sehen.) Das Ganze war als Reaktion auf von Storchs Aussage, dass man an der Grenze auf Flüchtlinge schießen lassen sollte, gedacht und hat die AfD-Matrone auch reichlich dumm dastehen lassen. So was lässt sich jemand wie von Storch allerdings nicht gefallen, und was dann folgte, war überhaupt nicht mehr lustig, sondern in hohem Maße kriminell. Aber so kennt man ja die die AfD und ihren verkorksten Anhang.

Zunächst mal empörte sich von Storch auf Facebook über das Geschehen und setzte den Clown mit jemandem gleich, der Autos anzündete. Na ja, ziemlich schwaches Niveau halt, aber eben nichts Ungewöhnliches, wenn AfDler versuchen, bei ihren Fans Beifall zu heischen:

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Was dann jedoch zeitgleich von ihr folgte (und mittlerweile nicht mehr auf ihrem Profil zu sehen ist), war dann schon ein anderes Kaliber, und neben zahlreichen Kommentaren, die sich über von Storch lustig machten und die Aktion des Clowns guthießen, kam es dann auch zu Statements, die von Storch wohl beabsichtigt hatte, als sie das Bild des Aktivisten zusammen mit seinem vollen Namen postete (ganz unten im Screenshot):

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Na du Ratte wir kennen jetzt deine Adresse!

Und jetzt hört nämlich der Spaß komplett auf, denn auch von Storch dürfte wissen, wie ihre Anhänger so drauf sind, schließlich liefert sie diesen ja stets genug Futter, zudem muss man ja nur die Kommentarspalten von AfD-Seiten lesen, um mitzubekommen, wie dort Gewaltfantasien gefrönt wird. Die taz berichtet in zwei Artikeln (hier und hier) über das Unvermeidliche: Jean Peters bekam reichlich Morddrohungen, zudem wurde bei ihm das von Rechten schon häufiger gewählte Einschüchterungsmittel angewandt, dass die Polizei verständigt und dieser mitgeteilt wurde, Peters hätte seine Frau ermordet. Das ist dann also die Reaktion der angeblich so rechtsstaatlichen und überhaupt nicht rechtsextremen AfD-Anhänger …

Man kann nun darüber streiten, ob die Aktion von Peters mit der Torte gelungen war und als legitimer Protest gegen von Storchs Äußerungen gewertet werden kann, aber eine Torte im Gesicht ist dann doch noch mal eine andere Nummer als Morddrohungen, finde ich. Bei der AfD sieht man das allerdings anscheinend nicht so, hier ein Absatz dazu aus einem der oben verlinkten taz-Artikel:

Ganz so unbeteiligt tun allerdings nicht alle in der AfD. Parteisprecher Ronald Gläser wunderte sich offenbar nicht über die Urheber der Morddrohungen aus seinem Lager. Er sagte der taz: „Wer mit dem tortalen Krieg droht, darf sich nicht wundern, wenn auch unsere Leute mit übertriebenen Emotionen reagieren.“

Jemanden öffentlich vor den eigenen bekannt gewaltbereiten Anhängern an den Onlinepranger stellen und dann auch noch Verständnis dafür heucheln, wenn es absehbar kriminell wird: Die AfD zeigt nun eindeutig, dass sie eine rechtsextreme Partei ist, die mit Rechtsstaatlichkeit nicht viel am Hut hat. Dass von Storch aufgrund ihrer gekränkten Eitelkeit nun so reagiert, zeigt vor allem, dass sie für ein politisches Amt vollkommen ungeeignet ist. Wie ihre Partei eben: auf allen Ebenen schäbig!

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

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