Krisen? Ach was, Möglichkeiten für Profit!

Gerade las ich einen Artikel von Capital, bei dem ich wirklich fast hintenüber gekippt bin ob der darin präsentierten Dreistigkeit.

Zunächst einmal vergewisserte ich mich, dass es sich dabei nicht um einen Scherz vom Postillon oder einer anderen Satireseite handelt. Was nicht der Fall war. Das ist also wirklich ernst gemeint.

Ich zitiere:

„Der Einmarsch in die Ukraine zeigt, wie wichtig eine starke Landesverteidigung ist“, sagte BDSV-Hauptgeschäftsführer Hans Christoph Atzpodien. „Ich appelliere an die EU, die Rüstungsindustrie als positiven Beitrag zur ‘sozialen Nachhaltigkeit’ im Rahmen der ESG-Taxonomie anzuerkennen.“

So, jetzt noch mal lesen, sacken lassen und sich dann bitte nicht übergeben.

Rüstungsunternehmen, deren Aktienkurse gerade eh schon massiv steigen wegen der Kriegs in der Ukraine und die von Bundeskanzler Olaf Scholz zudem ein fettes 100-Milliarden-Euro-Paket (oder zumindest einen erheblichen Anteil daran) zugesichert bekommen haben, wollen tatsächlich als sozial nachhaltig einstuft werden.

Wir leben in einem System, was permanent Krisen verursacht, bei denen es dann nicht in erster Linie um eine Lösung geht, sondern aus denen vor allem größtmöglicher Profit geschlagen werden soll.

Das zeichnete sich während der Covid-19-Pandemie ja schon ab (Stichworte Maskendeals, Vermögenszuwächse von Superreichen und Ausbau des Überwachungsstaates) und wird uns gerade jetzt noch mal mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt.

Was für eine kranke – entschuldigt die Wortwahl – Scheiße!

print

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

Schreibe einen Kommentar