Tun Sie Gutes! Denn wir tun es nicht.

Tun_Sie_Gutes!Bei uns in Altona (Hamburg) sprang mich kürzlich ein Plakat an, bei dessen Anblick mir doch gleich mal wieder eine laut gesprochener Kommentar entfuhr (obgleich ich allein unterwegs war): „Ich könnt ja so was von kotzen.“ Es wird gespart und demontiert, wo es nur geht (sowohl bei den Ländern als auch beim Bund): Gesundheitswesen, Sozialleistungen, Renten, Polizei … das Geld fließt dann lieber in Prestigebauten oder Banken und Konzerne (in Form von Steuererleichterungen und Subventionen). Und als sei das nicht genug, wird das Geld in eine Kampagne gesteckt, dass doch die Bürger bitte die hoheitlichen Verpflichtungen übernehmen mögen, die dem Staat eigentlich zufallen.

Ich finde es fantastisch, dass Menschen sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren, wenn es zu Engpässen kommt oder es in Bereichen noch keine staatliche Unterstützung gibt. Dass Menschen sich die Zeit nehmen, anderen Menschen Zeit zu schenken und ihnen zuzuhören. Für die Zeit zu haben, denen sonst niemand hilft oder einfach für die keiner einfach mal nur da ist.

Anstatt also Plakate und Webauftritte zu organisieren, sollte Hamburg weniger „Imagepflege“ betreiben und mehr für die eigenen Einwohner und Obdachlosen machen. Das beginnt beim Verteilen von Lebensmitteln, geht über die Notunterkünfte für Obdachlose und endet bei einem vertretbaren Mietspiegel noch lange nicht.

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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