BWL für Flüchtlinge

Flüchtlinge dürfen BWLer seinWieder einmal bin ich wegen der Geschmacklosigkeit von Werbung sprachlos: Kürzlich fiel mir dieses öffentliche Plakat ins Auge, wobei ich es erst einmal für einen weniger geschmackvollen Scherz hielt. Wenn ich mal von der albernen Aufmachung absehe, die protzigen Uhren und umgehängten Pullis, dann bleibt da noch immer eine Menge Brechreiz.

Die meisten Flüchtlinge müssen deshalb aus ihrer Heimat flüchten, weil das Land entweder wirtschaftlich bis aufs Blut ausgeplündert wurde (und man entsprechend keine Arbeit findet oder zu einem Hungerlohn für die reicheren Länder schuftet) oder weil das Land aus wirtschaftlichen Interessen in einen Krieg gedrängt wird. In fast jedem Fall spielen wirtschaftliche Interessen ein Hauptrolle, und diese wurden wahrscheinlich „auf dem Reißbrett“ von einem BWLer geplant. Dort spielt die Realität der Leute keine Rolle, die Maximierung der Gewinne ist das einzige Ziel.

Das ist in etwa so, als würden die US-amerikanischen „Streitkräfte“ (ja, die machen gern Streit!) an der Grenze von Syrien die Kriegsflüchtlinge anwerben, um ihr eigenes Land zu bombardieren! Einem Menschen, der in einem Konzern Pläne und Strategien zur rücksichtslosen Ausbeutung von ärmeren Ländern entwickelt oder durchsetzt (Management, Marketing und BWLer), kann ich nicht weniger vorwerfen als dem Militär. Andererseits: Das nenne ich gelebte Integration …

Druckansicht

Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

Schreibe einen Kommentar